Elektroschrott-Endstation Ghana

Die dunkelen Seiten der Hightech-Industrie: Elektroschrott vergiftet Spielplätze in Afrika

vom 31.10.2011 (4)

Hightech-Müll aus Europa und Nordamerika landet trotz Verboten noch immer zum großen Teil in Afrika und Asien. Die Endverwertung, die dort meist ohne großen technischen Aufwand geschieht, hat für die Bewohner katastrophale Auswirkungen auf die Gesundheit. Die Universität der Vereinten Nationen (UNU) präsentiert eine aktuelle Studie aus Ghana, die alarmierende Mengen von Giftstoffen wie Blei, Cadmium nahe eines Schrottplatzes fand.

Die Bodenproben wurden im Umkreis von 150 Metern der Agbogbloshie-Müllhalde im Zentrum von Ghanas Hauptstadt Accra entnommen. Tausende Menschen, darunter auch viele Kinder, suchen hier in Schrottladungen nach noch verwertbaren Metallen. Vorwiegend geht es um Kupfer, für dessen Erhalt die Plastikisolierungen der Computerkabel auf offenen Feuern verbrannt werden. "Wir fanden im Schulhof eine Bleibelastung, die zwölf Mal über den offiziell als gefährlich eingestuften Werten lag, und die Cadmiumwerte waren um das 2,5-fache erhöht", berichtete Studienleiter Atiemo Sampson.

Untersucht wurden dabei allerdings nur Staubverunreinigungen. "Genauso gefährlich dürften die Rauchstoffe sein, die Schwermetalle und Krebserreger wie etwa Dioxine und Furane enthalten. Dazu kommt die Verschmutzung des Oberflächen- und Grundwassers", so der Forscher. Die Gesundheitsgefahr sei den hier lebenden und arbeitenden Menschen zwar bewusst, doch sei die existenzielle Sorge meist größer. Zwar könnten sich seine Landsleute in der Regel bloß Second-Hand-Hightech leisten, dennoch: "Die meisten sehen Elektroschrott als Beleidigung und als Versuch Europas, Afrika als Mülldeponie für seine veraltete Technik zu missbrauchen."

International ist es zwar verboten, Elektroschrott zu verschiffen. Dass sich das Problem dadurch dennoch kaum gebessert hat, geht zum Teil auf skrupellose Händler zurück, die den Müll gemeinsam mit noch verwendbaren Artikeln in Container auf die Reise schicken. Ghana importierte 2009 insgesamt 215.000 Tonnen Elektronik. 70 Prozent davon waren Gebrauchtware, davon wiederum 15 Prozent reiner Schrott. Ironischerweise sind viele der nicht rückgewonnenen Metalle in den Altgeräten längst knappe Rohstoffe, ohne die etwa Flachbildschirme, Handys oder Elektroautos kaum auskommen. weiterlesen...

 

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Bildquelle: EMPA | Autor: CB (Originalautor: Johannes Pernsteiner)

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02.11.2011, 0:39 Uhr
Guest [Gast]
Hier sieht man wie Gesetze Steuer kassieren für nichts.
Was passiert mit Steuergelder?
Ganz einfach Politiker korruptieren es.

01.11.2011, 17:49 Uhr
[Gast]
Das Problem an der SAche ist ja auch das die Afrikaner davon leben. Wie schon in der News bereuts steht, könnte ja z.B Ghana dieses stärker überwachen indem sie z.b bekannte Deponien/ Sammelorte überwachen und Elektromüll beschlagnehmen und recyceln (entweder selber oder beim Hersteller [name steht meistens dabei, macht sich keiner die mühe das weg...[mehr]zufräßen)


Es gibt auch eine TV Dokumentation dazu.
01.11.2011, 17:02 Uhr
NoOne [Gast]
Das ist doch längst bekannt. Wenn es nicht mehr nach Afrika geht wird es nach Sibirien oder an einen anderen Ort der Erde geschafft....
31.10.2011, 20:18 Uhr
reVerB
Das ist mal wirklich eine News Wert. Die Schattenseiten der Elektronikindustrie. Das muss erwähnt werden.

So etwas zu lesen tut weh. Ich hoffe, das sie dafür eine humane und vor allem schnelle Lösung dafür finden.
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