Als Apple sein erstes iPad auf den Markt brachte, gerieten die Verlage in Verzückung, sahen sie doch ihre durch das Internet bedrohte Branche wieder im Aufwind. Allerdings machte sich schnell Ernüchterung breit - eine Umsatzbeteiligung von 30 Prozent für Apple, kein Zugriff auf die Kundendaten und Zensur ließen Axel Springer und Co. verzweifeln. Nun wird Amazons Kindle Fire von den deutschen Verlagen als neuer Heilsbringer gefeiert.
So monierte Hans-Joachim Fuhrmann von der Geschäftsführung des Bundesverbandes der Deutschen Zeitungsverleger gegenüber der "Welt am Sonntag": "Was uns stört, ist, dass Apple die Geschäftsbedingungen diktiert." Deshalb sei man zuversichtlich, dass mit dem Markteintritt von Amazon Apples Marktmacht gebrochen werde. "Wenn das Kindle Fire kommt, werden wir das natürlich sehr begrüßen."
"Nun gibt es nicht nur einen Anbieter mobiler Infrastruktur, sondern einen zweiten starken Mitspieler. Die Stellung der Inhalteanbieter wird damit gestärkt", meint auch Wolfgang Fürstner vom Verband Deutscher Zeitschriftenverleger. Er hält das Amazon-Gerät für einen "Game-Changer, ganz besonders auch für die Zeitschriftenhäuser".
Bislang ist Amazons Kindle Fire nur für den US-Markt angekündigt; dort soll das Tablet ab dem 15. November für 199 Dollar erhältlich sein. Das Online-Versandhaus will zwar auch seinen Anteil von den Verkäufen, die über seinen Marktplatz abgewickelt werden, ist jedoch hinsichtlich der für die Verleger wichtigen Herausgabe der Abonnentendaten großzügiger - Namen und Adressen der Kunden werden weitergegeben.
In den USA, wo die Print-Branche ähnlich zu kämpfen hat wie in Deutschland, konnte Amazon-CEO Jeff Bezos bereits etliche Verlage zu einer Kooperation bewegen: Zum Verkaufsstart wird der Konzern nach eigenen Angaben mit rund 300 populären Zeitungen und Magazinen im "Kindle Fire Newsstand" aufwarten können. Von der ursprünglichen Idee, den Verlegern die Abopreise diktieren zu wollen, scheint Amazon wieder abgerückt zu sein.
Ob Amazon es schafft, den Marktanteil von Apples iPad - der dieses Jahr Schätzungen zufolge bei über 70 Prozent liegen dürfte - zu verringern, bleibt abzuwarten. Die Vorzeichen stimmen, der Weg ist jedoch noch lang und steinig. Und auch Apples nächster "Game Changer" kommt bestimmt.
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Über einen Umweg kann man auch in Deutschland (bzw. eigentlich in ganz Europa) an den Kindle Fire kommen. Wenn man sich bei einem sogenannten Paketweiterleitungsdients anmeldet, kann man sich das Gerät auch hierher holen :)
Hab meine Vorbestellung heute abgeschickt, und bin schon gespannt auf das Gerät :D
Wens interessiert: http://www.shipito.at ;)
Das Kindle Fire nutzt Android in einer selbst modifizierten Form. Es ist ja ein abgestecktes Device, z.B. ohne UMTS etc. Für den Preis natürlich gerechtfertigt.
hat das kindle fire eigentlich ein eigenes OS?
Man könnte auch einfach behaupten, dass 32,5 Millionen Menschen das iPhone 2G, 3G, 3GS und 4 besitzen. Somit würde jeder 215. Erdenbürger ein iPhone besitzen. (Diese Kalkulation ist mindestens genau so übertrieben und falsch wie d...[mehr]eine).
Und dass sie abgesetzt bzw. verkauft wurden, heißt noch lange nicht, dass sie noch im Umlauf sind, oder schon verschrottet wurden.