Der chinesische Telekommunikationsausrüster Huawei hat eine einstweilige Verfügung gegen den US-amerikanischen Handyhersteller Motorola erwirkt. Motorola wird demnach untersagt, vertrauliche Informationen von Huawei an Nokia Siemens Network (NSN) weiter zu geben, berichtet das Online-Portal "The Register". Durch die einstweilige Verfügung könnte sich nun der Verkauf der Motorola-Sparte verzögern.
Huawei hatte im Januar eine Klage vor dem US-Bezirksgericht in Illinois eingereicht. Der chinesische Telekommunikationsausrüster, seit 2000 strategischer Partner von Motorola und schon einmal mit dem Unternehmen aneinandergeraten, befürchtet, NSN könnte durch die Übernahme an Geschäftsgeheimnisse des Netzausrüsters gelangen. Zwar habe man versucht, Motorola die Zusicherung abzuringen, sämtliche vertrauliche Informationen zu wahren - der US-amerikanische Konzern habe jedoch nicht auf die Bitte reagiert.
Huawei, dessen Netzwerkprodukte Motorola in der Vergangenheit unter eigenem Namen vertrieb, gehört zu den schärfsten Konkurrenten von NSN. Während Letzterer durch den Zukauf von Motorolas Netzwerksparte an viele neue US-Kunden gelangen dürfte, wird Huawei - davon gehen Experten aus - durch den Deal von den Deutsch-Finnen abgehangen.
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