Der angeschlagene Smartphone-Hersteller Palm hat einen Käufer gefunden. Für 1,2 Milliarden Dollar übernimmt der US-Computerkonzern Hewlett Packard (HP) das verlustreiche Unternehmen. Beide Seiten haben der Übernahme bereits zugestimmten, teilten die Unternehmen am Mittwoch mit. HP zahlt einen überraschend hohen Preis: Der Konzern bewertet eine Palm-Aktie mit 5,70 Dollar und liegt damit 23 Prozent über dem Schlusskurs vom Mittwoch.
Mitte April hieß es noch, Palm würde verschiedene Optionen prüfen, darunter auch den eigenen Verkauf. Bisher war der Computer-Hersteller Lenovo jedoch als der einzig mögliche Interessent gehandelt worden, denn HTC hatte nach einer Prüfung der Unternehmenszahlen das Interesse an einer Übernahme seines US-Rivialen verloren.
Palm-Unternehmenschef Jon Rubinstein glaubte dagegen an ein unabhängiges Überleben. Ich glaube, Palm kann als eigenständiges Unternehmen überleben", sagte Jon Rubinstein im Gespräch mit der "Financial Times". Als möglichen Rettungsanker sah er dabei Palms Betriebssystem WebOS.
Nun will HP dem Smartphone-Pionier wieder auf die Beine helfen. Der für das Consumer-Geschäft zuständige HP-Manager Todd Bradley kündigte am Mittwoch an, der neue Besitzer werde massiv in die Palm-Technik investieren. Hewlett-Packard sei auch daran interessiert, die Palm-Technik mit dem Betriebssystem WebOS für andere mobile Geräte wie einen Tablet-Computer zu nutzen. Palms innovatives Betriebssystem sei die ideale Plattform, um HPs mobile Strategie auszuweiten, so Bradley.
Unterstützung wird er dabei aller Voraussicht nach von Rubinstein erhalten, der seine jetzige Position behalten soll.
Highlights auf inside-handy.de:
Palm hätte sich vielleicht von Anfang an als OS Hersteller profilieren sollen. Die haben damals ein geniales PalmOS gemacht und jetzt ein gutes WEBoS. Aber irgendwie scheinen die doch ein sehr schlechtes Managemen...[mehr]t zu haben, die es nicht hin bekommen die Geräte gut zu vermarkten.