Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG hat eine Modellrechnung für die derzeit laufende Mobilfunkfrequenz-Auktion in Deutschland veröffentlicht. Sie basiert auf den Daten vergleichbarer Verkaufsprozesse in Westeuropa und den USA und legt in der Vergangenheit erzielte Preise pro Megahertz und Kopf der Bevölkerung zugrunde. Demnach sei ein Erlös der Auktion in Deutschland zwischen sechs und acht Milliarden Euro zu erwarten.
Grundlage der Modellrechnung bildet der "KPMG-Mobilfunkfrequenz-Monitor" (KPMG Radio Spectrum Monitor). Dieses Analyse- und Prognosemodell umfasse mehr als 150 Auktionen der letzten zehn Jahre in rund 100 Ländern. Dabei kamen insgesamt rund 2.500 Frequenzen unter den Hammer. Der Gesamterlös betrug knapp 200 Milliarden Euro.
Laut der KPMG-Analyse hat sich weltweit die "Bandbreite pro Kopf" als zentrale wertbestimmende Größe beim Verkauf von Mobilfunkfrequenzen erwiesen. Die Preisunterschiede zwischen den Erstauktionen ("erste Welle") und den aktuell stattfindenden Folgeauktionen ("zweite Welle") seien erheblich. Wurden in den USA und in Westeuropa vor zehn Jahren durchschnittlich noch 1,02 Euro beziehungsweise 1,89 Euro pro Megahertz und Kopf der Bevölkerung bezahlt, sind diese Erlöse inzwischen auf 74 Cent beziehungsweise 24 Cent gesunken.
Seit 2008 ist laut "KPMG-Mobilfunkfrequenz-Monitor" weltweit erneut ein Anstieg der vergebenen Frequenzen zu verzeichnen. Im vergangenen Jahr sei sogar die Zahl der Auktionen aus der Zeit des "Hypes" 2000/2001 überschritten worden. Grund sei ein enormes Wachstum der mobilen Datenübertragung in den Industrienationen, das die Bereitstellung weiterer Frequenzbänder erforderlich macht. Aber auch in den Schwellenländern würden im Rahmen der zunehmenden Verbreitung des Mobilfunks die Vergabe weiterer Frequenzen anstehen.
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