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Frequenzversteigerung sorgt weiter für Wirbel

Kultur- und Veranstaltungsbranche befürchtet immensen Schaden

vom 15.04.2010 (6)

Die am Montag gestartete Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen sorgt an vielen Stellen für Widerstand. Während der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) vermehrten Elektrosmog fürchtet und die Deutsche TV-Plattform Angst vor Störungen beim DVB-T-Empfang hat, fordert nun auch der Deutsche Bühnenverein, das Frequenzversteigerungsverfahren zu stoppen.

Der unter anderem betroffene Frequenzbereich 790-862 Megahertz werde – entgegen öffentlichen Behauptungen – nicht frei, sondern von vielen Kultur- und Konferenz-Veranstaltern für drahtlose Mikrofonanlagen (Mikroportanlagen) genutzt. Eine parallele Nutzung der Frequenzen von Mobilfunk und bisherigen Betreibern sei nicht möglich. Zwar seien für die Mikroportanlagen andere Frequenzen in Aussicht gestellt worden. Der Betrieb dieser Frequenzen erfordere jedoch eine kostspielige und technisch aufwändige Umrüstung.

Die Bundesregierung habe den Ländern im Rahmen des Verordnungsverfahrens zugesichert, unter bestimmten Bedingungen einen Teil der Umrüstungskosten zu übernehmen. Nach Abschluss der Verhandlungen zeichne sich nun aber ab, dass die vom Bund angesetzten Kriterien nur in Einzelfällen zu einer minimalen Erstattung führen würden. Die gesamten Umstellungskosten würden nun an Ländern und Kommunen beziehungsweise an den Kultureinrichtungen und Unternehmen hängenbleiben.

Betroffen seien vor allem Theater, Konzertsäle, Kirchen, Konferenzzentren sowie viele Kleinunternehmen der Veranstaltungsbranche. Nach Schätzungen von Experten würde die neue Frequenzzuordnung allein die Kulturbranche mehrere hundert Millionen Euro kosten. Ein kleineres Theater wird nach Beispielsrechnungen rund 300.000 Euro aufbringen müssen.

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Bildquelle: photocase.de / Chobe | Autor: CB

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16.04.2010, 14:12 Uhr
rikeson

Zitat:
Aha, du willst also wegen ein paar kranken Menschen der gesamten Industrie einen technischen Stillstand verordnen? Klar, das macht absolut Sinn!


Ich will nichts dergleichen. Ich sagte nur, dass sich für mich diese Frage aufwirft. Musst ja nicht gleich so rumpoltern.

Dass Internet gleichzusetzen sei mit Wirtschaft und Wachstum, darüber habe ich auch eine andere Meinung. Aber das führt wohl zu weit.

16.04.2010, 13:30 Uhr
[Gast]
Der einzige Grund hier wirklich Kritik zu üben sind die seit langem bekannten Szenarien bei denen es zu einer Störung des DVB-T Empfangs in bestimmten Frequenzbereichen kommen kann. Um solchen Problemen vorzubeugen sollten die öffentlichen Stellen vor der Vergabe klare Regeln schaffen.
16.04.2010, 13:18 Uhr
[Gast]
Aha, du willst also wegen ein paar kranken Menschen der gesamten Industrie einen technischen Stillstand verordnen? Klar, das macht absolut Sinn! Davon abgesehen dass keinerlei neue Belastung hinzu kommt und diese Menschen unter jeglicher Strahlung, also auch Radio und TV leiden. Die genannten Frequenzbereiche wurden vorher von Fernsehsendern verwen...[mehr]det und werden jetzt eben an Mobilfunkanbieter übergeben weil TV Stationen auf digital umgestellt haben.

Diese ganze Diskussion gründet auf nichts weiter als Unwissenheit und Angst. Eben diese Diskussion wurde bereits vor der Einführung von UMTS geführt. Auch damals hieß es wir würden alle an Krebs sterben.

Ihr solltet verdammt froh sein, das die derzeitige Regierung den Netzausbau vorantrieben lässt, denn Internet bedeutet Wirtschaft und Wachstum und kommt jedem zugute.

Und...oh nein... jetzt müssen doch tatsächlich einige Bühnentechniker neue Mikrofone kaufen müssen, in etwa 3 bis 5 Jahren wenn dann mal die ersten Netze endlich online gehen werden...

LÄCHERLICH!
16.04.2010, 11:32 Uhr
rikeson
Das stimmt wohl, dass man hätte eher Einspruch dagegen einlegen können. Aber andererseits hätte der Bund ja auch mal prüfen können, ob eine Freigabe der Frequenzen ohne weiteres möglich ist.
Dass die Theater und sonstige Betroffenen nun auf den Kosten für eine Umstellung sitzen bleiben finde ich nicht tollerierbar. Obwohl ich mir die Kosten, die fü...[mehr]r ein kleines Theater mit 300.000 Euro beziffert wurden, nicht so recht vorstellen kann.

Was ich aber ebenso bedenklich finde, ist die Sache mit dem Elektrosmog. Ich selber bin davon nicht betroffen, habe aber in letzter Zeit ein paar Reportagen im TV gesehen, wo der Alltag von Leute gezeigt wurde, die an einer Übersensibilität gegenüber elektromagnetischer Strahlung leiden. Ich sag Euch, die haben eigentlich nichts mehr zu lachen. Jeder Einschaltstrom einer Glühbirne, jedes Handy im Standby wird von denen schmerzhaft wahrgenommen. Wenn wir diesen Leuten, und seien es auch noch so wenige, nun auch noch eine Intensivere Bestrahlung durch sehr weitreichige Funkrequenzen zumuten,..., diese Leute nehmen sich dann besser den Strick.
Für mich wirft sich die Frage auf, ob wir solchen Minderheiten nicht auch ein Stück Lebensqualität (wenn man überhaupt davon reden darf) lassen sollten, anstatt auf unseren Fortschritt in der Mobilität zu pochen.
16.04.2010, 9:12 Uhr
Gast [Gast]
Das fällt denen aber zeitig ein dagegen zu protestieren.
Das war doch schon vorher klar, das es da Probleme gibt.

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