Seit Montag bieten die vier großen Mobilfunkbetreiber Vodafone, O2, E-Plus und T-Mobile um die Rundfunkfrequenzen, die die Bundesnetzagentur zur Auktion freigegeben hat. Über die Frequenzen sollen etwa 1,35 Millionen ländliche Haushalte mit schnellem Internet über breitbandige mobile Dienste versorgt werden. Doch dieser Plan ist nicht unumstritten: So warnt die Deutsche TV-Plattform erneut vor möglichen Störungen beim Empfang von DVB-T.
Die Deutsche TV-Plattform ist ein Zusammenschluss von privaten Programmanbietern, öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, Geräteherstellern, Satelliten- und Netzbetreibern, Service- und Technik-Providern, Forschungsinstituten und Universitäten, Bundesministerien, Landesregierungen und Medienanstalten. Die Vereinigung bezweifelt, ob die für mobiles Internet eingeführte neue Technik Long Term Evolution (LTE) in der Praxis die Breitband-Versprechen hält, die ihr nachgesagt werden. Die Mobilfunkindustrie nehme zwar die Auflagen in Kauf, zunächst den ländlichen Raum zu versorgen, spekuliere aber in erster Linie darauf, mit dem Kapazitätszugewinn ihre Kunden mit Breitbanddiensten in Ballungszentren besser zu versorgen.
Zudem warnt die TV-Plattform vor möglichen Einschränkungen beim Fernsehempfang für 24 Millionen betroffene Fernseh-Haushalte und Besitzer von knapp sechs Millionen portablen TV-Empfängern. Diese hätten im Vertrauen auf die Rundfunktechnologie in moderne Flachbildschirme, Digitalreceiver, USB-Sticks und andere Empfangsgeräte für Kabel- und Antennenfernsehen investiert sowie mobile Endgeräte mit DVB-T-Tunern angeschafft, um unkompliziert das "ÜberallFernsehen" zu empfangen. Ihnen allen könne künftig der Bildschirm "einfrieren", das Bild plötzlich mit Klötzchen verzerren, der Ton unverständlich werden oder gleich ganz der Fernsehempfang wegfallen – "nur weil der Nachbar sein modernes Breitband-Handy einschaltet oder mobil im Internet surft".
Dies seien keine theoretischen, sondern europaweit in verschiedenen Messungen nachgewiesene Störungs-Szenarien, die entstünden, wenn Rundfunk und Mobilfunk im gleichen Spektrum auf benachbarten Frequenzen senden. Dies passiere, wenn die bisherigen Fernsehkanäle 61 – 69, die gegenwärtig von der Bundesnetzagentur an Mobilfunkbetreiber versteigert werden, für breitbandige Mobilfunkdienste wie LTE in Betrieb genommen werden, argumentiert die Plattform. weiterlesen...
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