Neofonie WePad Tablet-PC

Von wegen iPad-Killer: WePad-Präsentation war ein Reinfall

Enttäuschende Vorstellung des deutschen Tablet-PCs

vom 14.04.2010 (10)

Die Präsentation des deutschen iPad-Konkurrenten "WePad" war enttäuschend: Das am Montagabend vor Dutzenden von Journalisten vorgestellte Gerät des Berliner Unternehmens Neofonie erwies sich bei näherer Betrachtung eher als Mogelpackung. So entpuppte sich das auf dem WePad befindliche Tablet-Betriebssystem als Video-Endlosschleife, die über den Windows Media Player abgespielt wurde. Eigentlich war Linux angekündigt worden.

Windows-Fehlermeldung als Spielverderber

Der Hinweis auf eine für wenige Sekunden sichtbare Windows-Fehlermeldung, die den Publicity-Trick verriet, verbreitete sich denn auch schnell via Twitter & Co. Im Laufe des Dienstags kehrte sich das enorme mediale Interesse schließlich in Negativ-PR um. Während das "Handelsblatt" nun von einem "WePad-Fake" spricht, fühlen sich etwa die "Financial Times" oder n-tv schlichtweg von den WePad-Machern rund um das Unternehmen Neofonie "veräppelt".

"Ein derartiges Gerät muss bei der öffentlichen Vorstellung, noch dazu vor etablierten Medien, in glaubhafter Weise funktionieren", sagte Markenexperte Markus Hübner, Geschäftsführer der Marketingagentur Brandflow. "Denn sonst schlägt die enorme Erwartungshaltung leicht in negative Publicity um, was die Marke und das Produkt-Image nachhaltig beschädigen kann."

Negativ-PR nur schwer auszubügeln

Dass die Hersteller auf den aktuellen Apple-iPad-Hype aufspringen und ein Gerät ankündigen, das neben dem Linux-basierten Betriebssystem auch Flash-Videos abspielen und mit integrierten USB-Ports ausgestattet werden soll, sei ein vielversprechender Ansatz, so Hübner. Mit der verfrühten Präsentation ohne funktionstüchtigen Prototypen habe man die Trümpfe nun aber allesamt verspielt. "Der einzige Ausweg aus diesem PR-Dilemma wäre, wenn die Hersteller zeitnah mit einem tatsächlich fertigen bzw. funktionierenden Gerät aufwarten könnten", prognostizierte der Experte.

Mittlerweile dürfte sich der WePad-Hersteller Neofonie, der das Gerät zusammen mit dem Unternehmen 4Tiitoo entwickelt, der schiefen Optik bewusst geworden sein. So kündigte Neofonie-CEO Hoffer von Ankershoffen in einem Facebook-Posting an, einem ausgewählten IT-Journalisten bereits in wenigen Wochen einen funktionierenden Prototypen zum Testen zur Verfügung zu stellen.

Vorverkauf ab Ende April

Der Vorverkaufsstart des WePad ist für den 27. April vorgesehen, erste Geräte sollen dann im Juli ausgeliefert werden. Wie bei Apples iPad sind sowohl eine reine WLAN-Version sowie eine WLAN+3G-Variante geplant. Erstere soll mit 16 Gigabyte Speicher 449 Euro kosten. Das 3G-fähige Modell mit 32 Gigabyte Speicher und GPS wird um 569 Euro zu haben sein, sofern sich die Ankündigungen der WePad-Macher bestätigen. (pte)

Weitere Informationen zu diesem Thema:

Neofonie WePad Tablet-PC

News bewerten:
 
Bildquelle: wepad.mobi | Autor: RS (Originalautor: Martin Jan Stepanek)

Kommentare Kommentar schreiben

15.04.2010, 7:29 Uhr
fliegepuk
ich weiß auch nicht, was dieser unqualifiziert reißerische artikel soll. egal ob die präsentation gefaked war und das gerät noch nicht serienreife hat, heißt das noch lange nicht, dass das gerät am ende selber auch nur ein fake ist. ich würde euch vorschlagen, nicht nur eure äpfel zu streicheln sondern schon ein wenig journalistisch zu arbeiten. go...[mehr]oglet mal ein wenig udn ihr werdet auch kritische arteikel finden, die nicht gleich die böse apple-konkurrenz in grund und boden schreiben wollen. wie schon früher geschrieben, es ist mittlerweile mehr inside-apple statt objektive berichterstattung.

14.04.2010, 19:18 Uhr
Klarsicht [Gast]
Schlechter Start für das neue Wundergerät.
1:0 für das iPad. Dieses läuft bereits und ist erprobt.
Das WePad egistiert nur auf dem Papier oder wird mit sehr schlecht
vorbereiteten Präsentationen dargestellt.
Ich hatte mir mehr erwartet und hoffe bis zum Schluß.
Jetzt muß eine 120% Steigerung bei NEOFONIE einkehren.
14.04.2010, 13:59 Uhr
XxCartmanxX

Zitat:
Das iPad ist auch ein amerikanisches sondern weitgehend chinesisches Produkt



Nun, das WePad soll von der Asus-Tochter Pegatron gefertigt werden, welche ihren Sitz in Taiwan hat (was auch die Sache mit dem Verzug am Zoll erklären würde). Ist das nun besser oder schlechter? :)
14.04.2010, 13:45 Uhr
J. Walter [Gast]
Na und? Es als Fake abzutun, so wie sich das in der Nevativ-PR der Konkurrenz und Lobyisten darstellt, ist total übertrieben. Das Ganze sollte ja nur eine Präsentation sein. Man hätte auch es auch mit Beamer und Präsentationssoftware à la Microsoft Office machen können. So war es eben "lebensnaher". Ist das so verwerflich? Wichtig ist, dass die Sof...[mehr]tware bei den verkauften Geräten stabil arbeitet - was beispielsweise bei den Microsoft-Produkten in der Vergangenheit nicht selbstvertändlich war. Hier hat auch niemend von "Fakes" gesprochen. Man kann Neofonie nur wünschen, dass sie sich von der Konkurrenz nicht unterkriegen lassen. Das iPad ist auch ein amerikanisches sondern weitgehend chinesisches Produkt mit viel amerikanischem Brimborium.

14.04.2010, 13:06 Uhr
tetris [Gast]
stimme cartman voll und ganz zu.

windows isn reinfall.
eventuell hätte man seitens Neofonie einfach das video über ein linuxsystem im vollbild abspielen können (weil stabiler als windows) um sowas zu vermeiden.

aber über das WePad oder dessen Qualität sagt das ja mal garnix aus.
 kommentieren

VERWANDTE NEWS

Testcenter

Kommentare: 5

25.10.2010

Samsung Galaxy Tab im Praxistest

alle News ansehen