Huawei hat einen neuen Geschwindigkeitsrekord für die mobile Datenübertragung gemeldet. Auf der gestern eröffneten US-Mobilfunkmesse CTIA Wireless ließ das Unternehmen die Muskeln spielen und zeigte eine Demonstration, an der sich die Konkurrenz messen lassen muss. Denn ein so schneller 4G-Datentransfer ist bislang noch keinem Anbieter für Mobilfunkinfratsruktur gelungen.
LTE-Advanced Downlink-Raten von bis zu 1,2-Gigabit pro Sekunde konnte Huawei auf der US-Mobilfunkmesse CTIA Wireless präsentieren und damit die Bedeutung von LTE unterstreichen. Denn der Geschwindigkeitsrekord ist nur ein Beispiel dafür, dass 4G-Technologien bei der Messe im Mittelpunkt stehen. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass der größte US-Mobilfunker Verizon für dieses Jahr seinen LTE-Rollout plant, während Konkurrent Sprint die Fahne der konkurrierenden Datenfunk-Technologie WiMAX hochhält.
Zukunfts-Technologie
Huaweis Rekord-Demonstration bietet bereits einen Ausblick darauf, wie der LTE-Standard zu noch höheren Datenraten ausgebaut werden kann. Bei seiner prototypischen Lösung setzt das Unternehmen unter anderem auf Multi-Carrier-Funk mit 80-Megahertz Bandbreite sowie auf Multiantennentechnologie (4x4 MIMO), um eine Gigabit-Datenrate zu erreichen.
Das ist selbst gegenüber den aktuell schnellsten HSPA-Ausbauten ein großer Sprung. "Diese Rekordgeschwindigkeiten liegen über 40 mal höher als bei existierenden 3G-Netzen. Wir erwarten, dass sie das Benutzererlebnis bei datenintensiven Anwendungen durch Bereitstellen der nötigen Bandbreite revolutionieren werden", sagt Huawei-USA-Präsidentin Karen Yu.
4G-Gegenwart
Für das große Interesse an 4G-Technologien bei der diesjährigen CTIA ist ebenso verantwortlich, dass in den USA bei mehreren großen Mobilfunkern das 4G-Zeitalter anbricht. Das hat schon im Vorfeld der CTIA für Unruhe gesorgt, nachdem der zweitgrößte US-Mobilfunker AT&T gegenüber der amerikanischen Tageszeitung "Wall Street Journal" davon gesprochen hatte, dass LTE noch nicht ganz ausgereift sei und es noch keine brauchbaren Geräte gäbe. Dies durfte auch als Angriff auf Netzanbieter Verizon verstanden werden, der AT&T in Sachen LTE-Einführung voraus ist.
WiMax aus dem Windschatten
Zum lachenden Dritten auf dem US-Markt könnte zwischenzeitlich Sprint werden. Das Unternehmen setzt in Sachen 4G auf WiMAX, das zwar unter anderem von Nokia längst totgesagt wurde. Doch während bei LTE verbreitet davon ausgegangen wird, dass entsprechende Smartphones erst 2012 auf den Markt kommen, hat Sprint zur CTIA zumindest ein WiMAX-Handy noch für dieses Jahr angekündigt. (pte)
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