Geld

Forscher: Telekom-Markt schrumpft

Mobilfunker reagieren zu spät auf Entwicklungen

vom 10.02.2010 (1)

Der Mobilfunkmarkt hat sich in den vergangenen Jahren rasant verändert. Die Neuordnung der Verhältnisse vollzog sich offenbar sogar für die Netzbetreiber zu schnell. Sie widmeten sich vielmehr dem gegenseitigen Wettbewerb, statt sich den neuen Strukturen anzupassen. Der Forschungsgruppe Wi-mobile an der Uni Augsburg zufolge schrumpft der Telekommunikationsmarkt seit 2005 trotz steigender Teilnehmerzahlen und Volumina kontinuierlich.

Auch die Handynetzbetreiber "würden sich aber nicht wirklich weiter entwickeln. "Die Mobilfunkanbieter haben ihren Konsumenten ziemlich viel versprochen. Ob sie ihre Versprechen aber auch halten können, ist fraglich", meint Wi-mobile-Leiter Key Pousttchi. Vonseiten der Unternehmen komme "nichts wirklich Innovatives". Dabei müssten sie sich gänzlich neu erfinden, um sich aus ihrer Falle zu befreien. So sinken die Tarife schneller als die Volumina steigen, woraus insgesamt sinkende Umsätze resultieren.

Markt stößt an seine Grenzen

Der Zuwachs an Sprach-, Daten- und SMS-Verkehr kann die Umsatzverluste der Konzerne nicht mehr wett machen. Zu sehr haben sich die Anbieter auf Verdrängungswettbewerb und Preiskampf konzentriert, wie die Managementberatung A.T. Kearney aufzeigt. Die auf europäischer Ebene stärkere Regulierung habe die Situation zusätzlich verschärft. Die Senkung der Roaminggebühren kam den Verbrauchern zugute, legte im Mobilfunk jedoch "eine margenträchtige Einnahmequelle trocken". Gleichzeitig ist der bisher im Vordergrund stehende Teil des Telekommunikationsmarktes zum Bersten voll.

Der Mobilfunkmarkt weist in Deutschland eine Penetrationsrate von mehr als 120 Prozent auf. Ohne Zweithandys besitzen real rund 80 Prozent der Deutschen ein Mobiltelefon. Auf die veränderten Rahmenbedingungen reagieren die Netzbetreiber europaweit unterschiedlich - von der "klassischen" Kostensenkung bis zur Konsolidierung wie etwa in Großbritannien oder der Schweiz. Die Konsumenten könnten ihr Telefonierverhalten jedoch kaum noch steigern. Vielmehr bestehe eine stärkere Nachfrage nach höheren Bandbreiten und innovativen Diensten als bisher.

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Bildquelle: mit Material von photocase.de / Thomas Weißenfels | Autor: CB (Originalautor: Manuel Haglmüller)

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10.02.2010, 20:27 Uhr
Lena_A.
Normalerweise bin ich ja derlei Analysen, Untersuchungen oder Marktbeobachtungen recht skeptisch gegenüber, aber das hier zu lesen war interessant. Diese Analyse ist mit Blick auf die gesamte ;arktsituation sehr umfassend und, wie ich es finde, in der Summe auch sehr schlüssig. So gesehen darf man echt ob der weiteren Entwicklung gespannt sein. Ans...[mehr]ätze der angesprochenen und für notwendig erkannten weiteren Entwicklung auf dem Telekommunikationsmarkt sehe ich aber schon heute realisiert, beispielsweise so was wie das T-Home-Angebot (oder wie sich das nennt) der Deutschen Telekom oder vergleichsweise anderer Anbieter.


Ein kleiner Tipp an die Redaktion:
Wenn ihr schon so Fachbegriffe und insbesondere Abkürzung dafür verwendet, macht es Sinn, diese den Lesern zu erklären (aufzuschlüsseln), denn wenn man nicht weiß, was damit gemeint ist, verliert man schnell die Lust am Lesen!

B2B -> Business-to-Business
B2C -> Business-to-Consumer



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