Dass Handygespräche im Straßenverkehr das Unfallrisiko erhöhen, ist den meisten Autofahrern zwar bekannt, aber laut einer aktuellen Umfrage des österreichischen Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV), ignorieren die meisten die Gefahr. Fraglich, ob daran die neuesten Erkenntnisse von Wissenschaftler der University of Illionis etwas ändern werden. Danach erschwert auch umgekehrt das Autofahren das Telefonieren.
Für ihr Experiment bildeten die Psychologen aus den Versuchspersonen Paare, die miteinander telefonierten. Einer saß dabei in einem Fahrsimulator und durchlief Situationen mit unterschiedlich starkem Straßenverkehr sowie mit abgestelltem Fahrzeug, wobei er durch eine Freisprechanlage verbunden war. Der räumlich getrennte Gesprächspartner erzählte vier kurze Geschichten, die die Person am Steuer möglichst detailreich nachzuerzählen hatte. Es zeigte sich, dass beim Autolenken die Fähigkeit, sich an die Geschichte zu erinnern und diese nachzuerzählen, ein Fünftel schlechter war als beim Versuch im geparkten Auto.
"Man könnte glauben, dass Verstehen und Sprechen unkomplizierte Vorgänge sind", so der Studienleiter Gary Dell. Es habe sich jedoch gezeigt, dass Sprachverständnis und -bildung hohe Aufmerksamkeit erfordern. Die moderne Technologie ermögliche uns, mehr miteinander zu sprechen, besonders während man gleichzeitig andere Dinge erledige. Das habe jedoch seine Kosten. "Wir verstehen einander dabei immer weniger", vermutet der Psycholinguist. Zum Problem werde dies besonders bei den Menschen, die berufsmäßig viel im Auto sitzen, so die Verkehrspsychologin Marion Seidenberger vom Autofahrerclub ÖAMTC. Gerade bei firmeninternen Anrufen sei hohe Verlässlichkeit der Inhalte ein Muss.
Wie die Befragung des KfV von 1000 Autofahrern zeigt, liest fast jeder dritte Autolenker (32 Prozent) manchmal während der Fahrt Kurznachrichten, jeder siebente (14 Prozent) gesteht sogar ein, auch gelegentlich SMS zu schreiben. Obwohl 78 Prozent aller Befragten angaben, zumindest gelegentlich am Steuer zu telefonieren, besitzt nur rund die Hälfte (48 Prozent) eine Freisprecheinrichtung. Zwölf Prozent all jener, die eine Freisprecheinrichtung besitzen, benutzen diese aber nicht.(pte)
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Bildquelle: pixelio.de | Autor: CSC (Originalautor: Johannes Pernsteiner)
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