Palm hat die Entwicklungsumgebung Ares für sein Smartphone-Betriebssystem WebOS als offene Beta veröffentlicht. "Die Barriere zum Einstieg in die Welt der mobilen Applikationen wurde mit Ares herabgesetzt - es soll einfacher und schneller sein, Apps zu erstellen", heißt es seitens des Unternehmens. Zukünftig müssen Entwickler kein SDK mehr installieren, sondern können Applikationen einfach per Browser entwickeln.
Mit Ares will Palm Hemmschwellen für Arbeit an Smartphone-Apps senken. Zweifellos handelt es sich um einen Versuch, mehr Entwickler für die eigene Plattform anzulocken. Das ist wohl bitter nötig, wenn sich Palm einen nennenswerten Anteil am App-Kuchen sichern will.
Das Projekt steht laut Unternehmen ebenso wie WebOS für die Web-basierte Zukunft des Handys. Dazu bietet Ares eine komplette integrierte Entwicklungsumgebung, die laut Unternehmen in den Browsern Chrome, Firefox und Safari genutzt werden kann. In Entwicklungsabläufe der nächsten Generation sollen Programmierer schnell und nahtlos von Editieren im Browser, zu Debugging am Gerät und Software-Verkauf in Palms App Catalog oder im Web übergehen können.
Ares ist nur ein Teil der gesamten Entwickleraktivitäten. "In Kürze wird das Developer Programm gänzlich und für jedermann geöffnet", heißt es seitens Palm. Den wohl erhofften Zufluss an zusätzlichen Entwicklern und Applikationen für WebOS könnte Palm gut gebrauchen: Die aktuell knapp 900 Programme im App Catalog wirken im Vergleich zu mehr als 16.000 Anwendungen für Android oder über 100.000 iPhone-Apps wie ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Grundsätzlich sind Smartphone-Programme ein Wachstums-Markt. Laut aktueller Prognose von ABI Research wird sich die Zahl der App-Downloads bis 2014 auf fünf Milliarden Applikationen im Jahr steigern und damit gegenüber 2009 mehr als verdoppeln. Palm verdient an allen App-Verkäufen mit und könnte Mehreinnahmen sicher gut gebrauchen - immerhin schreibt das Unternehmen mit einem Verlust von 85,4 Millionen Dollar im letzten Quartal nach wie vor rote Zahlen.
Ob Palm freilich allein mit einer neuen Entwicklerumgebung seine Position stärken kann, ist fraglich. Das erste WebOS-Gerät Pre hat zwar im Oktober O2 Deutschland erreicht, ist aber etwa in der Schweiz und Österreich noch bei keinem Mobilfunker im Programm. Somit ist die Frage, ob WebOS mit Plattformen konkurrieren kann, die Entwicklern wirklich global potenzielle Kunden für Apps in Aussicht stellen. Bei Palm gibt man sich zuversichtlich und verweist darauf, dass etwa in Deutschland viele ehemalige Palm OS-Entwickler starkes Interesse an WebOS zeigen oder bereits Applikationen dafür entwickelt hätten. (Mit Material von pte)
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