Der Beirat der Bundesnetzagentur hat den Weg für die Nutzung der so genannten digitalen Dividende frei gemacht. Die Bundesregierung will ehemalige Fernsehfrequenzen bis 2010 für Mobilfunkunternehmen zur Verfügung stellen, um die mobile Internetversorgung in ländlichen Regionen deutlich zu verbessern. Die Versteigerung der Frequenzen soll im Frühjahr 2010 stattfinden, Kritik gibt es aus der EU-Kommission.
1 Megabit für jeden Haushalt
Bis Ende 2010 soll nach den Zielen der Bundesregierung jeder Haushalt in Deutschland mindestens eine 1-Megabit-Verbindung zur Verfügung haben. Die geplante Auktion ist größer als alle bisher in Deutschland durchgeführten Versteigerungen von Frequenzen. Mögich wird die Umnutzung durch die Digitalisierung des Rundfunks. Kein deutscher Mobilfunkanbieter wird sich der Versteigerung entziehen können: Das Paket umfasst anderthalb mal so viele Frequenzen wie bisher insgesamt in Deutschland genutzt werden.
Kritik an Vergabe und Ausbau
Kritik am Verfahren muss sich die Netzagentur aus Brüssel, München und Düsseldorf gefallen lassen: Die EU-Kommission sowie die beiden Mobilfunkanbieter O2 und E-Plus sehen die Chancen von kleinen Anbietern bei der Auktion unangemessen gegenüber den beiden Branchenriesen T-Mobile und Vodafone benachteiligt. EU-Kommissarin Viviane Reding hat Zweifel daran, dass sich das Verfahren mit EU-Recht in Einklang bringen lässt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) warnt außerdem vor Elektrosmog im Zuge des Netzausbaus und fordert einen verbesserten Schutz für Anwohner und Nutzer.
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