E-Plus und O2 kritisierten bereits im Juli, dass die Bedingungen für die Vergabe von Rundfunkfrequenzen, die im nächsten Jahr stattfinden soll, kleine Netzanbieter benachteiligten. Jetzt erwägt E-Plus eine Klage gegen die Bundesnetzagentur. Die für die Auktion aufgestellten Regeln verstoßen gegen geltendes Recht, sagte Unternehmenschef Chef Thorsten Dirks der Tageszeitung "Die Welt".
E-Plus und O2 fordern Bevorzugung
Versteigert werden im nächsten Jahr Rundfunkfrequenzen, die bisher von Rundfunksendern genutzt wurden. Diese niedrigwelligen Frequenzen werden jetzt frei, da die Rundfunksender ihre Übertragung auf digitale Technologie umgestellt haben. E-Plus und O2 fordern bei der Auktion eine Bevorzugung vor Vodafone und T-Mobile, da diese als erste Netzanbieter auf dem deutschen Markt schon einen Großteil der Frequenzen nutzen.
Flächendeckendes Breitband gefährdet
Doch die Bundesnetzagentur ist nach Informationen der Zeitung "Die Welt" nicht auf die Forderungen der kleineren Mobilfunkanbieter eingegangen. Deshalb wirft E-Plus Chef Thorsten Dirks jetzt dem Präsidenten der Bundesnetzagentur Matthias Kurth vor, er habe sich gegen den Wettbewerb im Mobilfunk entschieden. Die Bundesnetzagentur handele nicht nur im Interesse der großen Netzanbieter, sondern auch gegen die Interessen der Verbraucher, so Dirks. Denn das Vergabeverfahren gefährde eine flächendeckende Versorgung mit Breitband. Die Übertragung via Funk soll schnelles Internet vor allem in ländliche Gebiete bringen, in denen bisher noch keine Breitbandanschlüsse vorhanden sind.
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