Nachdem bereits Augmented Reality (AR)-Lösungen für Android erweiterte Realität auf Smartphones gebracht haben, kommt der Trend demnächst auch auf das iPhone. Das Unternehmen Metaio hat mit "junaio" ein Produkt angekündigt, das standortbezogene Informationen mit Umgebungsansichten auf dem Apple-Smartphone zu erweiterter Realität verbindet.
Neue Möglichkeiten der Interaktion
Der iPhone-Lösung sollen noch in diesem Jahr auch Umsetzungen für Android und Symbian folgen. "junaio" verspricht die Möglichkeit, existierende Webangebote zu erweitern und neue Möglichkeiten der Interaktion zu schaffen. Ob soziale Netzwerke, Multimedia-Inhalte oder Spielkonzepte - diverse Informationen sollen mit realweltlichen Orten verknüpft werden können. Zwar verfolgt das Unternehmen Mobilizy mit Wikitude für auf Android-Smartphones ähnliche Pläne, aber "junaio" könnte das Rennen um die erste vielseitige AR-Lösung für das iPhone machen- sofern dem nicht die angekündigte iPhone-Version des AR-Browsers Layar zuvor kommt. Interessant ist jedenfalls, dass bei junaio kein neues Start-up, sondern ein AR-Spezialist mit mehrjähriger Erfahrung hinter der Smartphone-Lösung steht.
Positionierungsmethoden noch ungenau
Das Anfang 2003 gegründete Unternehmen Metaio ist mit seiner Software-Plattform Unifeye fest im AR-Geschäft verankert. An das Thema mobile AR geht man eher abgeklärt heran und betont, keine falschen Hoffnungen durch spektakuläre, Feature-überladene Demovideos wecken zu wollen. "Wir müssen nachhaltige, funktionierende Produkte bieten. Daher werden wir die GPS-Positionierung bei der Visualisierung nicht so in den Vordergrund rücken", meint Schlink. Er verweist darauf, dass aktuelle Positionierungsmethoden besonders für den Nahbereich noch relativ ungenau sind und es auch zu sprunghaften Änderungen kommen kann. Metaio-CTO Peter Meier wiederum betont, dass mobile AR nicht nur der User-Orientierung dienen soll, sondern auch nutzerorientiert umgesetzt werden muss.
Noch keine Live-Video-basierten mobilen AR-Lösungen
Ungenauigkeitsprobleme aktueller Positionierungsmethoden für mobile AR hat auch das US-Unternehmen Qualcomm betont . Dort wird auf eine visuelle Umgebungserkennung als langfristige Lösung des Problems gesetzt - ein Zugang, den man auch bei metaio für denkbar hält. Obwohl der mobilen AR-Lösung nicht nur mehrere Jahre AR-Erfahrung zugrunde liegen, sondern "junaio" auch mehrere Monate an Forschung und Usability-Tests hinter sich hat, bleibt man bei Metaio auch insgesamt am Boden. "Bis zu wirklich ausgereiften Live-Video-basierten mobilen AR-Lösungen sind noch einige technologische Hürden zu meistern. Wichtig ist zunächst, die Grundlagen zu schaffen", sagt Schlink. (pte)
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