Trotz der heute veröffentlichten positiven Quartalszahlen, einer optimistischen Prognose für das laufende zweite Quartal sowie rund 7,8 Millionen verkauften Blackberrys, gibt es Zweifel an der Zukunft des kanadischen Herstellers Research in Motion (RIM). Der Grund: RIMs sukzessive Ausrichtung auf Privatkunden rückt den Smartphone-Produzent zunehmend näher an die teils besser aufgestellte Konkurrenz.
Privatkundengeschäft wächst, Unternehmenskundengeschäft ist rückläufig
Im abgelaufenen Quartal machten die Privatkunden 80 Prozent der 3,8 Millionen neuen Abonnenten aus - im Vorjahreszeitraum lag dieser Wert noch bei 60 Prozent -, während das Geschäft mit Unternehmenskunden rückläufig war. Um im Privatkundengeschäft weiter zu wachsen, hat RIM die Preise für ältere Geräte gesenkt und betreibt mit Mobilfunkbetreibern wie Verizon "Buy One, Get One Free"-Aktionen.
Konkurrenz im Smartphone-Geschäft für Privatkunden ist groß
Ob das allerdings hilft, wenn RIM sich gegen Mitbewerber wie Apple, HTC oder Palm durchsetzen muss, ist zumindest fraglich. Auch die zunehmende Anzahl von Android-Geräten setzt RIM zusätzlich unter Druck. Ebenso sieht das Charlie Wolf, Analyst bei Needham & Company: "RIM könnte aus dem bevorstehenden Smartphone-Software-Kampf als Verlierer hervorgehen. Dritthersteller von Software konzentrieren sich hinsichtlich der Entwicklung neuer Programme mehr und mehr auf das iPhone und Googles Android", wird der Analyst von der Seite "Electronista" zitiert.
App World: Nachholbedarf
Und tatsächlich ist RIM relativ spät auf den Online-Software-Markt-Zug aufgesprungen, nämlich erst im April dieses Jahres. Da gab es Apples App Store schon lange und auch viele andere Hersteller hatten bereits das erträgliche Konzept erkannt und ähnliche Software-Portale aus dem Boden gestampft. In RIMs App World finden sich Schätzungen zufolge derzeit rund 1.100 Programme, während in Googles Android Market knapp 5.000 Applikationen zum Download bereit stehen. Zehn Mal so viele, nämlich rund 50.000 Programme von Drittherstellern, finden sich in Apples App Store.
RIM macht es sich selber schwer
Hier besteht seitens RIM also erheblicher Nachholbedarf, auch wenn längst nicht klar ist, ob ein solcher Vorsprung der Konkurrenz überhaupt einholbar ist. Der Hersteller steht sich hier allerdings auch selbst im Weg, steht dessen App World bislang doch nur den USA, Kanada sowie Großbritannien zur Verfügung. Außerdem verlangt der kanadische Handy-Hersteller von den Software-Anbietern, mindestens 2,99 Dollar für ihre Applikationen zu verlangen - sowohl Apple als auch Google geben sich bereits mit 0,99 Dollar respektive 1,99 Dollar für einen Download zufrieden.
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Den Store von Blackberry finde ich da gar nicht mal so übel. Interessant finde ich, dass man Blackberry fast schon vorwirft, sich auf Consumer zu konzentrieren. Und das nur, weil man mit dem Storm ein Touchscreen ins Programm genommen hat, welcher in die Nähe des iPhones gerückt wird.
Bleibt abzuwarten, ob der Smartphone-Produzent reagiert und mehr Energie in seine App World steckt. Aber dafür müssen sich die Prognosen erst einmal bewahrheiten ...