Mit den letzten Jahren ist Telefonieren im EU-Ausland immer günstiger geworden, auch die Roaming-Gebühren sind stark gefallen. Dank dem Eingreifen des Europäischen Parlaments, aber auch spezieller Auslands-Tarife der Netzbetreiber, kosten Anrufe, die man im Ausland tätigt, nicht mehr als 55 Cent und eingehende Anrufe lediglich 26 Cent. Ab dem 1. Juli werden diese Kosten weiter gesenkt, allerdings sehr zum Unmut des Bitkom.
Auch SMS- und Daten-Roaming wird zukünftig reguliert
Demnach dürften ab dem 1. Juli abgehende Anrufe dann maximal 51 Cent kosten, ankommende Gespräche bis zu 23 Cent. Zudem wird die EU zukünftig auch das SMS- und Daten-Roaming regulieren: Nach einem Beschluss des EU-Parlaments dürfen im Ausland verschickte SMS ab dem 1. Juli nur noch 13 Cent kosten, sechs Cent weniger als der typische Inlandspreis von 19 Cent. Darüber hinaus sollen die Tarifgrenzen für Handy-Gespräche im Ausland in den kommenden Jahren weiter fallen.
"Preisdiktate sind unnötig"
Beides kritisiert der Branchenverband Bitkom. "Langfristig geht die Regulierungspolitik der EU am Interesse der Verbraucher vorbei", gibt Bitkom-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer zu bedenken. "Wenn die Preise künstlich niedrig gehalten werden, fehlt den Unternehmen Geld für Investitionen in Netzausbau und -qualität." Darunter leide etwa der Ausbau von Breitband-Internet in ländlichen Regionen. "Die neuen Preisdiktate sind kontraproduktiv und unnötig", betont Scheer.
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