Deutsche Telekom in Bonn

Spitzelaffäre: Telekom spionierte auch Bankdaten aus

Infos stammen aus internen Unterlagen der Staatsanwaltschaft

vom 18.05.2009 (0)

Die Spitzelaffäre der Deutschen Telekom erreicht eine neue Dimension. Nach Informationen des Handelsblatts spähte der Staatskonzern nicht nur die Telefondaten von Aufsichtsräten und Journalisten aus. Die Konzernsicherheit der Telekom vergab außerdem über Jahre hinweg Aufträge, um Konten von Mitarbeitern, deren Angehörigen und Dritten durchleuchten zu lassen.

Interne Unterlagen aufgetaucht

Dies geht aus internen Telekom-Unterlagen und Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft hervor, die dem Handelsblatt vorliegen. Betroffen sind unter anderem Konten der Deutschen Bank, der Postbank und der Hypo-Vereinsbank. Auch ausländische Institute wurden angezapft.

Sorglose Auftragsvergabe

Wie sorglos die Telekom mit der Vergabe von Spitzelaufträgen vorging, zeige der interne Schriftverkehr: "Hallo Rolf, bezugnehmend auf unser Gespräch, geht es um folgende Leute", heißt es beispielhaft in einer E-Mail eines Telekom-Angestellten vom 2. Juni 2005 an die Konzernsicherheit. Dann listet der Mitarbeiter drei Namen und Kontoverbindungen auf und fährt fort: "Bitte Kontobewegungen prüfen." Die Betreffzeile der E-Mail legt nahe, dass es sich um den 67. Fall von Kontenüberprüfungen im Jahr 2005 handelte.

Detektei arbeitete berits für DB

Ausgeführt wurden die Spitzeldienste von derselben Detektei, die auch für die Deutsche Bahn Konten ausforschte, der Argen GmbH in Köln. Sie wurde 1977 von John Fairer-Smith gegründet, einem ehemaligen britischen Geheimdienstagenten. Seit 1978 führt David Cowling die Geschäfte, dem die Firma heute gemeinsam mit seiner Frau zu 100 Prozent gehört. weiterlesen...

 

Seite 1 von 2

News bewerten:
 
Quelle: Handelsblatt |Bildquelle: Telekom | Autor: CB

Kommentar schreiben


VERWANDTE NEWS

alle News ansehen