Wie eine Studie mit 4.000 Handynutzern in den USA und Großbritannien ergeben hat, ist die Nutzung von Mobiltelefonen vielen Kunden deutlich zu kompliziert. Insbesondere das mobile Internet frustriert viele Nutzer: 95 Prozent der Befragten glauben, dass sie mobile Datendienste häufiger nutzen würden, wenn die Konfiguration leichter wäre.
Ergebnisse global
Matthew Bancroft, Vizepräsident des Unternehmens "Mformation", hat die Studie in Auftrag gegeben und ist sich sicher, dass man die Ergebnisse auch auf Deutschland übertragen kann: "Die Mobilfunkindustrie ist global und wenngleich es natürlich gewisse regionale Unterschiede gibt, ist das Bestreben Mobiltelefone für neue, fortgeschrittene Daten-Anwendungen zu nutzen, international."
Setup zu kompliziert
"Die Botschaft der Kunden ist, dass das Handy-Setup einfach zu kompliziert ist. Das muss definitiv angegangen werden", sagt Bancroft. Er mahnt Betreiber und Gerätehersteller, Barrieren für die Aufnahme moderner Services zu eliminieren. "Vertragskunden sind vom Wert mobiler Services eindeutig überzeugt", betont Bancroft. Allerdings fänden es 85 Prozent der Befragten frustrierend, wenn zum Aktivieren eines Services oder einer Anwendung eine ganze Reihe von Schritten nötig ist. "Das ist ein wenig wie ein neues Gadget zu bekommen und dann festzustellen, dass keine Batterien enthalten sind", meint Bancroft. Kunden ein nahtloseres Erlebnis zu bieten, würde Abhilfe schaffen.
Umständliche Konfiguration
Im Rahmen der Studie gaben fast zwei Drittel der Befragten an, dass sich Kunden aufgrund der Setup-Problematik vom Kauf neuer Telefone abhalten lassen. Tatsächlich werden immerhin 45 Prozent nach eigenen Angaben selbst durch das komplexe Setup vom Geräte-Upgrade abgehalten. Denn oft funktionieren Anwendungen beim ersten Start eines Geräts nicht. Davon sind am häufigsten E-Mail-Services, Internetsurfen und Instant Messaging betroffen. Im Mittel halten die Befragten rund 15 Minuten für die Konfiguration eines neuen Mobiltelefons für angebracht, während der tatsächliche Zeitaufwand annähernd eine Stunde beträgt.
Auch Preissenkungen nötig
Das Setup von mobilen Datendiensten ist freilich nur ein Faktor von vielen, wenn es um den Erfolg von mobilen Datendiensten geht. "Schon seit längerem kann man mit den meisten Handys zumindest theoretisch ins Internet. Doch sind die Dienste auf typischen Mobiltelefonen mit ihren kleinen Displays und fummeligen Tastaturen meist zu schwer zu handhaben", meint Michael Wolf, Redakteur für Publikationen der Stiftung Warentest. Genau das ändert sich mittlerweile, etwa durch größere Displays, Touchscreens und bessere Tastaturen. "Im Windschatten des iPhone werden sicherlich weitere Geräte auf den Markt kommen, mit denen mobile Datendienste wirklich Spaß machen", sagt Wolf. Er ist der Ansicht, dass bessere Nutzerschnittstellen letztendlich auch die Konfiguration erleichtern. Abseits der Nutzerfreundlichkeit spielt immer noch der Preis eine große Rolle. "Die Preise für mobile Datendienste werden sicher noch sinken müssen, bevor daraus ein echter Massenmarkt wird", meint Wolf abschließend.
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