Der österreichische Mobilfunkprovider A1 hat kürzlich in Linz ein Pilotprojekt abgeschlossen, bei dem Bewegungsdaten von Handys zur Beobachtung der Verkehrslage verwendet werden. Mithilfe der aufbereiteten Daten sollen Navigationsgeräte präzisere Informationen über die Situation auf den Straßen bekommen und so bei möglichen Staus oder Sperren rechtzeitig Ausweichrouten berechnen können.
Informationen über das Verkehrsbild
In Deutschland und der Schweiz kooperiert Tomtom bereits mit Mobilfunkbetreibern und will den entsprechenden Service "HD Traffic" noch im laufenden Jahr umsetzen. "Mit unserem System gewinnen wir anhand der Bewegungsprofile aller aktiven SIM-Karten im A1-Netz Informationen über das aktuelle Verkehrsbild", so Reinhard Zuba, Bereichsleiter Marketing bei Mobilkom Austria. Diese Bewegungsprofile würden über Straßenkarten gelegt und aufgrund der Veränderung im Zeitverlauf könnten entsprechende Schlüsse gezogen werden. A1 stellt Rohdaten zur Verfügung, die dann von Serviceanbietern entsprechend verwendet werden können, etwa zur Interpretation der aktuellen Verkehrslage oder zu einer Verfeinerung der Routenplanung bei Navigationslösungen.
Richtungs- und Geschwindigkeitsänderungen
Die Bewegungsprofile der A1-Kunden liefern dabei ein aussagekräftiges Bild über die Straßensituation in Österreich. Das Besondere an dem System ist, dass die Informationen nicht punktuell gesammelt werden. Vielmehr sind es Richtungs- und Geschwindigkeitsänderungen, die man sich in etwa so vorstellen kann wie die von Bienen- oder Fischschwärmen. "Es werden nur Informationen bezogen auf Ort und Zeit für die Berechnung herangezogen", so Zuba. "Wenn sich etwa in einer Minute 100 Handys am Knoten Inzersdorf befinden und in der nächsten sind es 130, lässt das einen Rückschluss auf die Verkehrsentwicklung zu." Das System ist selbstlernend und kann anhand von Analogien und Mustern unterscheiden, ob es sich bei den Bewegungsprofilen entlang der Westbahnstrecke um einen Zug oder um Kraftfahrzeuge handelt.
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