Frau mit Handy

Fraunhofer Institut will E-Learning mit dem Handy optimieren

Lernen via SMS, MMS, IM und Videostreams

vom 09.01.2008 (0)

War E-Learning lange auf den PC beschränkt, werden zunehmend tragbare Geräte wie Handys oder Spielekonsolen zum Gerät der Wahl. Bisher konnte sich mobiles E-Learning  jedoch nicht durchsetzen. Mobilfunkgerechte Komponenten sollen jetzt den Weg für E-Learning auch auf Handys ebnen. Auf der Messe LearnTec vom 29. bis 31. Januar in Karlsruhe stellen Forscher der Fraunhofer Instituts ein neues System vor.

Baukastensystem für Handys

"Während E-Learning am PC recht gut funktioniert, gab es für die mobile Variante bisher nur viele Einzellösungen von unterschiedlichen Anbietern. Will man umfassenden Service anbieten, erhält man ein komplexes Flickwerk, das nur mit viel Aufwand zu administrieren ist", sagt Michael Stiller, Geschäftsfeldleiter an der Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik ESK in München. "Wir arbeiten an einem Gesamtsystem – also einer Art Baukastensystem, bei dem man SMS, MMS, Mobile Instant Messaging und Videostreams je nach Lerninhalt problemlos mischen kann."

Automatische Erkennung des Handymodells

Damit der Lernende die Übungen auf seinem Handy empfangen kann, braucht er entsprechende Software. Bislang musste der Anwender die passende Software für sein Handymodell im Internet suchen, bevor er etwa an der Bushaltestelle chinesische Vokabeln per Handy lernen konnte. Mit der "Service-Tankstelle", die am ESK entwickelt wird, soll die Sucherei künftig ein Ende haben. "Der Anwender legt sein Handy einfach neben einen ausgewiesenen PC, der für alle Mitarbeiter einer Firma zugänglich ist. Der PC sucht automatisch die richtige Handy-Software heraus und lädt sie via Bluetooth oder Infrarot auf das Handy", sagt Stiller.

"ortssensitiver Vokabeltrainer"

Die Wissenschaftler arbeiten jetzt an einem weiteren Modul: Dann könnte man auf dem Handy kurz den Befehl "ortssensitiver Vokabeltrainer" anklicken, und die Lektionen werden automatisch auf die Umgebung abgestimmt. Per GPS erhält das Handy die Information, ob sich der Anwender am Flughafen, im Hotel oder am Taxistand befindet, und zeigt entsprechende Vokabeln in der gewünschten Sprache an. So bekommt das Lernen spielerischen Charakter: "Wie fragen Sie nach einer Visitenkarte?", könnte eine Frage lauten, wenn der Reisende am Informationsschalter am Flughafen ansteht – im Hotel entsprechend Fragen nach den Mahlzeiten, die über Multiple Choice beantwortet werden können. MP3-Dateien und kurze Videos, die man per Handy herunterladen und anschauen kann, ergänzen die Lerneinheiten.

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Quelle: Fraunhofer Gesellschaft |Bildquelle: photocase.de / beeing_me | Autor: CB

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