Ein Team von schottischen Wissenschaftlern hat eine Handy-Software entwickelt, mit der Nutzer den Ladezustand des Akku durch kurzes Schütteln bestimmen können. Durch Töne und stoßartige Bewegungen entsteht dabei der Eindruck, als ob das Handy Flüssigkeit enthalten würde. Je nachdem wie voll oder leer sich das Mobiltelefon anfühlt, kann auf den Ladezustand des Akkus geschlossen werden.
Shoogle nutzt Vibrationsmodul
Das Programm namens "Shoogle" - benannt nach dem schottischen Wort für schütteln - nutzt den Lautsprecher sowie das Vibrationsmodul des Mobiltelefons. Dieselbe Technik verwendet Shoogle auch, um anzuzeigen, wie viele neue Nachrichten auf dem Handy eingegangen sind.
Nachrichten als Kugeln
Dabei wird jede Nachricht durch eine Kugel am Display repräsentiert, die sich in einer Box bewegt. Durch das Schütteln des Geräts stößt diese am virtuellen Rand an und erzeugt damit ein entsprechendes Geräusch sowie einen Stoß. Sind mehrere ungelesene Nachrichten in der Inbox vorhanden, bewegen sich auch mehrere Kugeln in der Box.
Klanggeräusche Personen zuordbar
Das erzeugte Klanggeräusch der aufeinanderprallenden Bälle kann zudem variiert werden. Damit werden die Nachrichten auch bestimmten Personen zuordenbar. "Shoogle ermöglicht dem User, den Status des Handys zu überprüfen, ohne dass er einen Blick darauf werfen muss", sagt Chefentwickler John Williamson von der Glasgow Universität.
Ein Handy, das mit der Shoogle-Software arbeitet, erkennt über einen integrierten Beschleunigungssensor, wenn es geschüttelt wird. Die Software wurde laut den Forschern an PDAs getestet, an denen ein entsprechender Sensor angeschlossen war, sowie mit einem Nokia-Gerät mit integriertem Beschleunigungsmesser. Ein Demonstrationsvideo ist auf der Videoplattform YouTube zu finden (siehe unten).
Wenig Handys mit nötiger Hardware
Aktuell hat die Software lediglich ein geringes Verbreitungspotenzial, da noch zu wenige Mobiltelefone mit der nötigen Hardware ausgestattet sind. Die Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass künftig eine wachsende Anzahl von Geräten mit den Sensoren ausgestattet sein werden. Nokia hat bereits ein Entwickler-Kit veröffentlicht, das Programmierern ermöglicht Applikationen zu entwickeln, die sich Beschleunigungssensoren zunutze machen.
Sony Ericsson hat mit dem kürzlich auf den Markt gekommenen W910i bereits eine praktische Anwendung von Bewegungssteuerung umgesetzt. Mithilfe der "Shake Control" genannten Funktion kann die Musikwiedergabe durch Handbewegungen gesteuert werden. Durch eine schnelle Bewegung des Mobiltelefons nach rechts springt der MP3-Player zum nächsten Titel. Mit einem Ruck nach links gelangt man zum vorherigen Lied. Durch Schütteln des Handys wird die Wiedergabeliste neu gemischt.
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