85 Prozent der österreichischen Kinder zwischen 6 und 14 Jahren empfinden die Nutzung des Handys während des Unterrichts als sehr störend. Das ergab die repräsentative Handy-Kinderstudie 2007 von Mobilkom Austria, die im Rahmen der jährlichen Kinderstudie des Instituts Market unter 540 Kindern in Österreich durchgeführt wurde. Laut der Erhebung besitzen 55 Prozent der 6- bis 14-Jährigen ein Handy.
Die Hälfte schalte das Handy ab
Bei den 13- bis 14-Jährigen liegt die Handy-Quote sogar bei 88 Prozent. Obwohl die Mehrheit der Schüler ein Handy besitzt, empfinden die meisten Kinder das Handy im Unterricht als sehr störend. Um unangenehme Situationen zu vermeiden, lassen 20 Prozent der Kinder das Handy während der Schulstunden zu Hause. 49 Prozent nehmen es mit, deaktivieren es aber während der Schulstunden. 29 Prozent der befragten Kinder schalten das Handy auf lautlos.
Erreichbarkeit und Sicherheit als Hauptgründe für Handybesitz
Für die Kinder ist es wichtig, die Eltern immer erreichen zu können (76 %). Ebenso wichtig ist es für sie, die Freunde erreichen zu können und für diese erreichbar zu sein (73 bzw. 74 %). Nicht ganz so wichtig ist es für sie, dass sie für die Eltern immer erreichbar sind (64 %). Der Wunsch, für die Eltern erreichbar zu sein, nimmt mit zunehmendem Alter ab, für die Freunde erreichbar zu sein, wird jedoch wichtiger. Die Möglichkeit, im Notfall über das Handy Hilfe anfordern zu können, ist für sieben von zehn Kindern ein beruhigendes Gefühl.
Jedes siebte Kind macht Erfahrung mit Gewaltvideos
In der Handy-Kinderstudie 2007 von mobilkom austria finden sich auch erstmals für Österreich repräsentative Zahlen zum Thema "Gewalt am Handy". Ein Gewaltvideo am eigenen Handy haben fünf Prozent der Kinder bekommen. Neun Prozent der Kinder haben solche Videos bei Freunden gesehen. Die Zahl steigt aber mit dem Alter - vor allem bei männlichen Kindern. Bei den 13- bis 14-jährigen Jungen haben immerhin schon 32 Prozent Kontakt mit einem Gewaltvideo gehabt. 83 Prozent der Kinder geben hingegen an, weder auf dem eigenen Handy noch bei einem Freund oder Freundin Videos mit Gewaltinhalten gesehen zu haben.
Wenige reden mit den Eltern
Meist handelt es sich um Videos mit sexuellem Inhalt oder um eine Prügelei zwischen Jugendlichen (39 Prozent bzw. 35 Prozent). Aber auch Kriegsszenen und sogar Mord (2 Nennungen) können Inhalt dieser Handyvideos sein. Zwei Prozent der Kinder, die bereits ein solches Video bekommen oder gesehen haben, haben es gleich gelöscht. 36 Prozent der Kinder bzw. deren Freund oder Freundin haben das Video weitergeschickt. Insgesamt nur zwölf Prozent haben darüber mit den Eltern oder einer anderen Vertrauensperson gesprochen, während immerhin 21 Prozent das Video auf dem Handy gespeichert und behalten haben.
"Handys stören die Schüler im Unterricht?"