Mobilfunk Magazin

Juni 2011 | Hardware

Tablet HTC Flyer im Praxistest

Betriebssystem & Menü

Auf dem HTC Flyer läuft zum Testzeitpunkt Android 2.3.3 (Gingerbread). In der Zukunft soll es eine Updatemöglichkeit auf Android Honeycomb geben. Das Betriebssystem hat HTC mit seiner beliebten Sense-Benutzeroberfläche in der Version 3.0 überzogen. Auf dem Lockscreen werden Datum, Uhrzeit und Netzanbieter sowie frei wählbare Icons der wichtigsten Apps angezeigt. Diese können zum direkten Öffnen der Anwendung in einen virtuellen Bogen am unteren Bildschirmrand gezogen werden. Zum Entsperren wird der Bogen in Richtung oberer Bildschirmrand geschoben. In diesem Falle gelangt man auf die erste Seite des Startscreens.

Der achtseitige Startscreen überzeugt sowohl durch ein optisch ansprechendes Uhrzeit- und Wetter-Widget als auch durch 3D-Elemente, wie beispielsweise die Karussell-förmige Anordnung der einzelnen Startseiten, die mit großen Widgets bestückt sind. Schubst man die Ansicht kräftig an, verkleinern sich die Widgets und man hat eine 3D-Ansicht des kompletten rotierenden Karussells – eine wirklich nette Animation. Ansonsten gliedert sich der Startbildschirm in eine Pull-Down Statusleiste, eine Fläche für Widgets und Programme und eine Menüleiste mit Schnellzugriffen am unteren Bildschirmrand. Die Statusleiste ist im geöffneten Zustand zweigeteilt in Benachrichtigungen und Kurzeinstellungen.

Die Kurzeinstellungen beinhalten eine Statusanzeige für Helligkeit, Auto-Drehung, W-LAN, W-LAN-Hotspot, mobiles Netz, Bluetooth und einen Schnellzugriff auf das Einstellungsmenü. Zur besseren Übersicht gliedert sich das Hauptmenü in die Kategorien alle Anwendungen, häufig genutzte Anwendungen und heruntergeladene Anwendungen. Zwischen den einzelnen Kategorien kann durch eine Anzeige am unteren Bildschirmrand gewechselt werden. Unter dem Einstellungsmenüpunkt „Personalisieren“ finden sich weitere Optionen, die Ansicht benutzerdefiniert anzupassen: So lassen sich verschiedene Szenen für den Startbildschirm, Oberflächen, Hintergründe, Verknüpfungen für den Lockscreen, Startseitenelemente oder Soundschemen einstellen. Im Dockmodus verwandelt sich das Display des Flyers in einen übersichtlichen Info-Bildschirm mit Wettervorhersage, Uhrzeitanzeige und Schnellzugriff auf wichtige Apps wie beispielsweise Kalender, verbundene Medien (zum Senden von Medieninhalten an einen Player in der Nähe) oder die Bilderrahmenfunktion. Ein Klick auf den Helligkeits-Button in der Bildschirmecke schaltet das Display in den Nachmodus und verwandelt es so in eine Art Radiowecker.



Schaltet man das Tablet in den Kid Mode darf es sogar Kindern bedenkenlos in die Hand gegeben werden: Der Kid Mode öffnet einen sichere Spiele- und Geschichtenplattform, die auch einen Kunst Modus beinhaltet, in dem der mitgelieferte Stylus voll zum Einsatz kommen kann. Im App-Menü sind unter anderem die gewohnten Google Apps, wie Google Mail, der Android Market, ein Mailprogramm für Microsoft Exchange ActiveSync sowie POP3 und IMAP-Konten anderer Anbieter, ein Google Kalender, ein Album und ein Nachrichtenprogramm zu finden. Obwohl das HTC Flyer nur über einen Single-Core Prozessor verfügt, läuft das Scrollen durch Menüeinträge oder die Startseitenansicht weitestgehend flüssig. Das Öffnen einiger Apps oder des Android Markets benötigt jedoch hin und wieder etwas mehr Zeit. Im Gegensatz dazu bewältigt das Tablet auch grafisch anspruchsvollere Spiele wie Dungeon Defenders ohne Probleme oder Rucker.

Eine Besonderheit des HTC Flyer ist seine innovative Stiftoption. War diese bisher eher bei resistiven Displays möglich, funktioniert sie beim Flyer über den „magischen Stift“ auch auf dem kapazitiven Display und dient der Möglichkeit, Notizen direkt auf dem Display zu verfassen - in jeder Anwendung. Mit dem Stylus auf dem Display geschriebene Texte oder Zeichnungen werden als Screenshot (JPG-Format) mitsamt Hintergrund im Album unter „Kritzeleien“ abgelegt. Die Texteingabe über den Stylus ist nur in der Evernote-Notiz-App möglich – die Bedienung der HTC-QWERTZ-Tastatur funktioniert nur über Fingereingabe, nicht aber über den Stift.

Zur Eingabe stehen viele verschiedene Werkzeuge wie Pinsel, Feder, unterschiedliche Stifte, Farben oder Linienstärken zur Auswahl. Das Display erkennt automatisch, ob es mit dem Finger oder mit dem Stylus (Stift) angewählt wird. Über die Stift-Taste unter dem Display wird das Auswahlmenü für die Stiftwerkzeuge ein- oder ausgeblendet. Während der Stifteingabe wird am unteren Bildschirmrand eine Menüleiste zum Speichern, Versenden, Drucken oder Verwerfen des geschriebenen Textes oder der Bilder angezeigt. Der Stylus selber hat zwei Tasten mit Textmarker- und Radiererfunktion.

Nicht wirklich praktisch ist, dass sich mit dem Stift keine Menüeinträge oder Programme (außer der Stylus-Werkzeugpalette – und diese ist auch tatsächlich nur mit dem Stylus, nicht aber mit dem Finger nutzbar) bedienen oder aufrufen lassen. So muss man immer wieder zwischen Stift- und Fingereingabe wechseln, was sich in der Praxis als sehr unpraktisch erweist. Auch gibt es keine Anbringungsmöglichkeit für den Stift im oder am Gehäuse des Tablets, so dass man diesen immer separat oder in der mitgelieferten Hülle mit sich herumtragen muss.

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