Mobilfunk Magazin

Februar 2007 | Wissen

Die wichtigsten Handys auf dem deutschen Markt

Business

Handy - liegend

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Auch Geschäftskunden, für die Mobiltelefone ursprünglich konzipiert wurden, kamen im Laufe der Jahre bei Handys immer mehr auf ihre Kosten: Neben der heute noch wichtigen Telefonie machten gerade die Business-Anwendungen die Mobiltelefone zu den kleinen Computern, die sie heute sind. Diese in ein Handy zu integrieren, wagten viele Unternehmen zunächst nicht, waren Zusatzfunktionen doch sowohl Speicherfresser als auch sehr aufwendig zu realisieren. Es brauchte seine Zeit, zum mobilen Computer zu werden.


Nokai 7110Um unterwegs auch immer informiert zu sein, wurde das Internet in kleinen Schritten auf das Handy gebracht. Dabei entbrannte wegen des Internet-Booms ein Rennen um das erste WAP-kompatible Handy auf dem deutschen Markt: Das erste Handy mit WAP-Zugang, das in Deutschland in den Handel kam, war schließlich das Siemens S25. Leider zu früh, hatte es doch den falschen WAP-Standard 1.0 an Bord, der nicht mehr unterstützt wurde. Das erste Handy mit WAP-Browser des Standards 1.1 war das Nokia 7110, das auch in anderer Hinsicht Kunden begeistern konnte: Es war das erste Handy mit einem automatischen Slider, der die Tastatur per Tastendruck freigab.


Benefon Um auch unterwegs nicht verloren zu gehen, gibt es Navigations-Geräte. Um auch mit dem Handy nicht verloren zu gehen, kombinierte der finnische Hersteller Benefon ein Handy mit einem GPS-Empfänger. Das Benefon ESC! wurde bereits 1999 vorgestellt und fand vor allem im Outdoor-Bereich seine Freunde. Das Gerät war 129 x 49 x 23 Millimeter gross und brachte 150 Gramm auf die Waage. Mit einem Lithium-Ionen-Akku erreichte man eine Telefon-Standby-Zeit von bis zu zehn Tagen. Zur Standardausrüstung gehört ein Daten- und Fax-Modem.


Nokia 9000Um auch Geschäftskunden mit all dem zu versorgen, was das Büro in die Westentasche bringen kann und soll, brachte Nokia mit dem Nokia 9000 im Jahr 1996 das erste Smartphone auf den Markt. Die "Communicator"-Reihe etablierte sich jedoch schon nach kurzer Zeit als eine eigene Gattung. Das 9000 als reines Single-Band-Gerät war ursprünglich nur in einer GSM 900 Version verfügbar, da die D-Netze den Löwenanteil der Geschäftskunden hielten. Die Standby-Zeit betrug maximal 24 Stunden, wenn man nicht telefonierte. Technisch baute der 9000er auf dem Nokia 2110 auf, dem ein Organizer hinzugefügt wurde. Das Gewicht betrug knapp 500 Gramm.


Motorola MPx200Das erste Handy, das mit dem Betriebssystem Windows auf den deutschen Markt kam, war das Motorola MPx200. Das mit dem Label "Windows Powered Smartphone 2002“ versehene Mobiltelefon zielte vor allem auf die Geschäftswelt ab. Zum Microsoft-Betriebssystem für Handys gehörten nicht nur Internet Explorer und Media Player, sondern auch eine einfach Verbindung mit dem Firmen-PC. Der Datenabgleich funktionierte auch einwandfrei, wenngleich der Rest des Handys, vor allem der Akku, im Kreuzfeuer der Kritik stand.

Nokia 6210Datenübertragung wurde im Laufe der Zeit gerade für Geschäftskunden immer wichtiger. Bevor jedoch UMTS auf den Markt kam, mussten sich die Hersteller etwas anderes einfallen lassen. Die konkurrierenden Datendienste hießen dabei HSCSD und GPRS. Das erste Handy mit HSCSD auf dem deutschen Markt war das Nokia 6210. Das Handy schloss optisch an die 61er-Reihe von Nokia an und bot auch die gleichen Anschlüsse, was auch zu seinem Erfolg beitrug. Das Design, lange Standby-Zeiten und weitere nützliche Funktionen für den Geschäftsalltag rundeten das Handy ab, das ursprünglich gar nicht in den freien Handel, sondern nur zu Daimler-Chrysler kommen sollte.

Motorola Timeport 260Der "Sieger" aus dem Datentransfer-Duell war jedoch der Übertragungsstandard GPRS, der bis heute die Grundlage für den Empfang und Versand von MMS dient. Das erste Handy mit GPRS auf dem deutschen Markt kam aus Amerika: Das Motorola Timeport 260 verfügte über die Schnittstelle für den paketvermittelten Datendienst. Auch sonst war es gut ausgestattet: Das Triband-Handy konnte auch in den 1.900 MHz-Mobilfunk-Netzen der USA telefonieren. Sprachwahl, Sprachsteuerung, WAP-Browser und integriertes Modem wiesen den Silberling als Business-Handy aus.

Bildquelle: pixelino/ Sascha Sebastian, Nokia, Benefon, Nokia, Motorola

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