
Die ersten Handys in Deutschland
Die ersten Handys, die diesen Namen tatsächlich verdienten, hielten Anfang der 90er Jahre in Deutschland Einzug. Grund war die Einführung des digitalen D-Netzes, das eine Verkleinerung vieler Bauteile ermöglichte. Welches Handy nun das allererste auf dem deutschen Markt war, darüber lässt sich streiten - die ersten Modelle erschienen auf jeden Fall im Jahr 1992 in den Regalen der Netzbetreiber und Handyhändler, pünktlich zum Start der D-Netze. Gerade die neue kleine Bauform machte das neue Mobilfunknetz zu einem durchschlagenden Erfolg.
Das erste Handy aus deutschen Werken kam von Siemens und trug die passende Versionsnummer S1. Das Siemens S1 war als reines D-Netz-Handy mit seinen 382 Gramm bereits deutlich leichter als seine Vorgänger, auch schrumpfte es gegenüber seinen älteren Kollegen auf gerade einmal 190 x 57 x 34 Millimeter Größe. Das Display war vierzeilig und stellte das Menü noch nicht grafisch dar. Bis dahin sollte noch einige Zeit vergehen. Die Standby-Zeit des Siemens S1 betrug in der Praxis ungefähr sechs bis acht Stunden, danach war der Gang zur nächsten Steckdose fällig.
Ebenfalls im Jahr 1992 brachte der damals noch kleine Handyhersteller Nokia sein erstes D-Netz-Handy auf den deutschen Markt. Es trug die frühe Versionsnummer Nokia 1011 und war durchaus mit dem Siemens S1 zu vergleichen: Seine Standby-Zeit betrug gute 15 Stunden, die Gesprächszeit 1,5 Stunden. Mit 470 Gramm fiel es etwas schwerer aus als der Mitbewerber aus Deutschland, auch war es mit 195 x 60 x 45 Millimetern etwas wuchtiger. Das Display sollte sich bei Nokia im Laufe der Jahre auch weiter entwickeln, denn zwei Zeilen mit gerade einmal jeweils 16 Zeichen waren nur der Anfang.
Dritter im Bunde war natürlich Mobilfunkpionier Motorola. Die Amerikaner hatten 1992 mit dem Motorola Micro TAC Lite auch gleich das erste Klapphandy auf dem deutschen Markt. Für ein derart kleines Handy beeindruckend: Die Standby-Zeit betrug gute 14 Stunden, auch konnte man über eine Stunden mit einer Akkuladung telefonieren. Diese Werte ließen sich sogar verdoppeln, wenn man einen stärkeren Akku kaufte. Leider verdoppelte sich damit auch die Dicke des Telefons, wobei die genauen Dimensionen des Telefons inzwischen nicht mehr überliefert sind. Der Kaufpreis des Micro TAC Lite lag bei ungefähr 1500 US-Dollar.
Bildquelle: pixelino/ Sascha Sebastian, Siemens, Nokia, Motorola
|