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Teilzeit oder Zeitkonto – Arbeitszeitmodelle im Überblick

Jeder Job verlangt Arbeitszeiten. Es gibt Schichtarbeit (auch im Büro) und freie Einteilungsmöglichkeiten. Mal sind die Arbeitszeiten vertraglich fest geregelt, mal gibt es regelmäßig wechselnde Dienstpläne. Manchmal muss man sich penibel an die gegebene Arbeitszeit halten, manchmal gibt es Gleitzeit. Die verschiedenen Arbeitszeitmodelle können auf den ersten Blick auch fälschend wirken. Hier soll ein Überblick über gängige Arbeitszeiten und –Regelungen gegeben werden.

Teilzeit

Bei einer Teilzeit- oder auch 50%-Stelle arbeitet man jeweils nur einen halben Tag oder erhält zum Ausgleich für volle Tage einen Tag frei. Rechtlich kann man einen Teilzeitjob bekommen, wenn man seit 6 oder mehr Monaten bei einem unternehmen angestellt ist, das mindestens 15 Mitarbeiter beschäftigt. Das Gesuch nach einer Teilzeitstelle kann vom Chef jedoch mit Angabe von Gründen abgelehnt werden, wenn dem Arbeitgeber zu hohe Kosten entstehen oder der Betriebsablauf dadurch beeinträchtigt wird. In einer Teilzeit-Stelle arbeitet man 25-30 Stunden die Woche. Die Einteilung der Arbeit muss abgesprochen sein. So kann man einige Tage vollzeit arbeiten und zum Ausgleich freie Tage erhalten oder man arbeitet jeden Werktag flexibel und nur die Hälfte eines Arbeitstages. Oft ist eine wöchentliche Mindeststundenzahl abgesprochen.

Gleitzeit

Unter Gleitzeit versteht man ein Modell mit großer Flexibilität, bei dem jeder Mitarbeiter selbst entscheidet, zu welchen Zeiten er arbeitet, vorausgesetzt, die geforderten Stunden werden abgeleistet. In der Regel gibt es außerdem eine Kernarbeitszeit, also einen Zeitraum, in der man im Betrieb arbeiten sollte. Die Gleitzeit an sich liegt dabei in den früheren und späteren Arbeitsstunden angrenzend an die Kernarbeitszeit. Ein 8-Stunden-Tag kann bei einer Kernarbeitszeit von 10:00 Uhr bis 15:00 Uhr also so strukturiert sein, dass man um 7 Uhr kommt und eben um 15 Uhr Feierabend macht. Oder aber man schläft etwas länger, beginnt den Arbeitstag um 10:00 Uhr und verharrt bis 18:00 Uhr im Betrieb. Flexibilität außerhalb der Kernarbeitszeit ist in fast jeglicher Form möglich. Es muss natürlich im Sinne des Unternehmens sein. Mitten in der Nacht sind die wenigsten Bürohäuser zugänglich. Im Einzelhandel ist ein Gleitzeitmodell quasi undenkbar, da man sich an Ladenöffnungszeiten orientiert.

Vertrauensarbeitszeit

Hier geht es ähnlich zu wie bei der Gleitzeit. Man muss nur theoretisch nicht jeden Tag oder zu einer Kernarbeitszeit arbeiten. Bei einem Modell mit Vertrauensarbeitszeit teilt man sich seine Arbeitstage frei ein, Hauptsache, ein Projekt wird fristgerecht fertiggestellt. Auch der Ort der Arbeit ist je nach Projekt frei wählbar, man muss also nicht zwingend im Betrieb vor Ort sein, vorausgesetzt, man verfügt über die nötigen und geeigneten Arbeitsmaterialien. Ein Nachteil der Vertrauensarbeitszeit ist, dass man zwar die Möglichkeit hat, weniger zu arbeiten aber man auch keine Überstunden sammeln kann.

Arbeitszeitkonto

Bei dem Modell der Arbeitszeitkonten werden die Stunden jedes Mitarbeiters gesammelt. Es gibt eine Regelung, wie viele Stunden abgeleistet werden müssen. Alle Stunden darüber hinaus werden als Überstunden verbucht und können mit Freizeit ausgeglichen werden. Wie die Konten strukturiert sind, hängt vom einzelnen Modell ab: Es gibt Jahres-, Langzeit- oder sogar Lebens-Arbeitszeitkonten. Bei letzteren kann man Beispielsweise die Stunden, die über Jahre gesammelt werden nutzen, um früher in Rente zu gehen.

Job-Sharing / Job-Splitting

Bei diesem Modell teilen sich zwei Arbeitnehmer einen Job, es sind quasi zwei gekoppelte Teilzeitstellen. In Absprache mit dem jeweils anderen Kollegen ergeben sich dadurch Freiheiten. Oft wird dieses Modell dann im Wochenwechsel durchgeführt. Wie bei der Teilzeit-Stelle müssen die Arbeitnehmer entsprechende Gehaltseinbußen gegenüber einer vollen Stelle hinnehmen. Von Unternehmensseite ist die Möglichkeit des Job-Sharing häufig ein Entgegenkommen: Neben dem bürokratischen Aufwand, zwei Mitarbeiter auf einer Stelle zu führen, müssen auch zwei Mitarbeiter die Abläufe im Betrieb gleich gut beherrschen, für die Äquivalenz einer vollen Stelle sind also zwei Einarbeitungen nötig.

Das Modell lässt sich auch mit mehr als zwei Arbeitern durchführen. Das Job-Splitting ist dementsprechend mit weiteren Gehaltseinbußen für den einzelnen und mit entsprechendem mehr-Aufwand für das Unternehmen verbunden.

Minijob

Ein Minijob ist ein reglementiertes Arbeitsverhältnis. Der Arbeitnehmer darf in diesem Modell nicht mehr als 450 Euro pro Monat verdienen. Bei einem kurzfristigen Minijob darf der Mitarbeiter nicht mehr als zwei Monate oder aber 50 Arbeitstage im Jahr arbeiten. Die Arbeitszeit am Tag wird hierbei je nach Fall abgesprochen.

Tele-Arbeit / Home-Office

Dieses Modell ist je nach Absprache mit den bereits bekannten Zeit-Modellen kombinierbar. Der Unterschied liegt hier mehr beim Arbeitsort. Man arbeitet in der Regel von zu Hause und verbindet sich via Internet, Telefon oder eines unternehmenseigenen Systems mit den Kollegen. Die Kunst hierbei ist es, im häuslichen Umfeld dennoch eine Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Was sich auf den ersten Blick nach totaler Freiheit und räumlicher Selbstbestimmung anhört kann auch belastend sein, da die Grenzen zwischen beruflichem und privatem verschwimmen.

(Mit Material von ZeitCampus 01/16 und Bundesagentur für Arbeit)

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