Test des Xelibri 8

Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4 Test-Fazit

Einführung

Test-Datum: 18.08.2004
Software Version: ?
Testversion mit Branding: nein
Test-Autor: LK dem Autor Feedback senden
 
Unter dem Markennamen „Xelibri“ brachte der Elektronikkonzern Siemens in seiner ersten Kollektion vier und später, in der zweiten, noch mal vier Handys auf den Markt, also insgesamt acht.

Im Frühjahr 2003 war der Startschuss für die Neulinge gefallen. Wobei sie bereits vorab unter der Adresse www.xelibri.de zu bestaunen und unverbindlich zu bestellen waren ( diese Seite gibt es nun aber nicht mehr. Tippt man die Adresse ein, so wird man an die Hauptseite von Siemens weitergeleitet ). Mit ihrem außergewöhnlichen Design zogen und ziehen sie noch heute Blicke auf sich. Ihre Zielgruppe sollten modebewusste Handyliebhaber sein, die bereit sind, für das passende Handy zum Outfit zwischen €199-€399 ( ohne Vertrag bei Markteintritt) hinzublättern. Die ersten 4 Modelle erschienen mit einem Monochromdisplay, die weiteren vier hatten dann bereits schon ein Farbdisplay. Leider schaffte Siemens es nicht, die Handywelt von seiner neuen Marke zu überzeugen. Auch der zweite Versuch, mit leichten Verbesserungen des Handyumfangs, brachte nicht den erhofften Erfolg. So außergewöhnlich, wie ihr Design, so selten gibt es Abnehmer für die teuren Schmuckstücke ohne viel Funktionalität. Das Fazit liegt auf der Hand, Siemens mobile hat sich dafür entschieden, die Marke bereits nach der zweiten Kollektion einzustellen, wie ein Sprecher gegenüber dem Handelsblatt verkündete.
Als Designerhandy für den Luxusliebhaber an den Markt gegangen, findet sich das Xelibri heute auf dem Wühltisch einiger Discounter und anderer Anbieter für Spotpreise wieder.
Umso spannender ist, wie die designstarken Handys im inside-handy-test abschneiden.

Im Test befinden sich die Modelle der zweiten Kollektion. ( Xelibri 5-8 )

Verpackung & Lieferumfang

Der Karton hat sich auch in der zweiten Kollektion nicht verändert. Man fragt sich noch immer, ist die Intention von Siemens bzw. Xelibri die, mit einem sterilen weißen Karton die Leute mit seinem Inhalt zu überraschen, oder ist das Teil ihres Designkonzeptes.

Öffnet man das silberne Xelibri-Siegel und schiebt den Karton auf, so wird man positiv überrascht, da das Handy wirklich schön, wie ein Juwel, im Karton präsentiert wird. Die Anleitung, wie auch der Akku etc. liegen eine Ebene unter dem Handy selbst. So sticht einem natürlich im ersten Moment nur das Handy auf weißem Hintergrund in die Augen. Mit der Eierverpackungen manch anderer Hersteller ist das nicht zu vergleichen.

Dass Siemens mit seiner neuen Marke viel vor hatte, sieht man vor allem auch daran, dass mit dem Handy gleich 7 verschiedensprachige Anleitungen + einem „QuickStart“ Heftchen mitgeliefert wird.

Zum Lieferumfang gehören bei allen Handys ein Akku (3,7 V Lithium-Ionen Akku mit zwischen 510- 680mAh je nach Handymodell), ein Ladekabel (mit Slim Lumberg-Stecker) und die Anleitungen.

Bei Xelibri 5 wird noch eine Lasche mit Karabinerhacken mitgeliefert. Das hat auch seinen Grund, da man das Handy in einer Click-On-Halterung befestigen kann, die man wiederum mit der mitgelieferten Lasche an seiner Kleindung befestigen kann. Xelibri 5 - Frontalansicht
Bei Xelibri 6 gehört noch ein rosa farbenes „Tüchlein“ dazu. Dessen Bewandtnis ist unklar, vielleicht aber wurde es mitgeliefert, damit man den Spiegel im Handy säubern kann. Xelibri 6 - Frontalansicht
Bei Xelibri 7 wird nur ein weißer Henkel mitgeliefert, zu dem Zweck, dass man das „Klammerhandy“ auch an dem Henkel spazieren tragen kann. ( ...vielleicht ist es aber auch der Henkel zum wegschmeißen... !? ;) ) Xelibri 7 - Frontalansicht
Bei Xelibri 8 ist auch noch ein Headset, ein goldener Bügel (Ring) und eine silberne Kette dabei. Alles in allem soll mandas Handy in den Bügel stecken und die Kette an dem Bügel befestigen, sodaß man das Handy wie eine Kette mit Anhänger um den Hals tragen kann. Xelibri 8 - Frontalansicht

Also Eines kann man den Xelibri-Designern nicht absprechen, nämlich Einfallsreichtum. Kein Handy ähnelt dem anderen.
 

Verarbeitung & Handhabung

Xelibri 8 - ohne AkkudeckelDer Zusammen- und Auseinanderbau der Xelibris muss gelernt sein. Im ersten Moment ist man etwas perplex darüber wo nun genau die SIM-Karte bzw. der Akku und das Ladekabel am Handy seinen Platz findet. Dieses Phänomen ereilt einen besonders bei Xelibri 8.

Das fast eierförmige, aber mit Taille versehene Handy weist, bis auf eine kleine Klappe am Fuß des Handys keinerlei Öffnungen auf. An dieser Öffnung schließt man das Ladekabel an. Die kleine Klappe ist am Handy leider nicht befestig, womit sie schnell verloren gehen kann.

Wo kommt aber nun der Akku und die SIM-Karte rein? Hierbei empfiehlt es sich dringend, das „QuickStart“-Heftchen zu Rate zu ziehen. Denn ob man es glauben mag oder nicht, man muss die gesamte Rückenschale des Handys abnehmen. Die Zielgruppe des Handys wird spätestens ab diesem Zeitpunkt klar. Ohne lange Fingernägel kommt man hier nicht weiter. Nach zwei abgebrochenen Fingernägeln und ganz schön viel Frust darüber, liegt das Xelibri nun endlich „nackig“ da. Das Einlegen des Akkus ist nun nur noch ein Kinderspiel. Ach, die SIM-Karte darf vorher nicht vergessen werden. Diese wird einfach ins Handy in die vorgesehene Perforation gelegt. Nun muss man nur noch die Schale wieder daraufdrücken. Dabei nicht erschrecken, wenn es sich so anhört, als ob das Handy gleich zerplatzt. Im Prinzip ist das Handy nun startklar. Man kann jedoch noch kleinere Schönheits-OPs an ihm vornehmen, indem man ihm den goldenen Bügel um die Taille legt und die Kette daran befestigt. Voilá fertig ist das Xelibri 8.

Xelibri 7 - Größenvergleich
Xelibri 8 - Größenvergleich
Und weil es so schön war, geht’s gleich mit Xelibri 7 weiter. Auch hier gibt es einen durchdachten (!?) Zusammenbauplan, den man auch wirklich sich zu Herzen nehmen sollten, wenn man nichts kaputt machen will. Auch hier gibt es wieder am Fuße des Handys eine Klappe. Leider lässt sich diese jedoch noch schwieriger, als die vom Xelibri 8, öffnen. Der Vorschlag im Heft sieht wie folgt aus: „Öffne die SIM-Abdeckung mit dem Daumennagel“. Tja, solange er nicht dabei abbricht...

Hat man die Klappe dann endlich offen, fällt einem positiv auf, dass die Abdeckung am Handy befestig ist und somit nicht so leicht verloren gehen kann. Als nächster Schritt muss mit einem Knopf auf der Rückseite des Handys die Rückenschale weggeschoben werden. Der Akku ist schnell eingesetzt. Will man ihn jedoch wieder rausnehmen muss man wissen, dass man unten links eine Lasche lösen muss um ihn herauszunehmen. Leider behält das der Hersteller in der Anleitung für sich. Deckel wieder drauf und der Spaß geht weiter. Die SIM-Karte, mit der fehlenden Ecke nach vorne links, wird am unteren Ende des Handys in den oberen Schlitz ( wenn das Handy auf dem Rücken liegt) eingeschoben. Nicht erschrecken, dass man im ersten Moment glaubt, dass man nie wieder seine Karte aus dem Handy bekommt. Hierzu muss man von unten noch einmal auf die Karte drücken, dann wird sie automatisch freigegeben. Dieses System ist jedoch auf Dauer nicht sehr gut für den häufigen Wechsel der SIM-Karte.

Als letzten Schritt befestigt man am Handy noch den besagten Griff.

Xelibri 6 - aufgeklappt
Xelibri 6 - Innenleben
Einmal in Bastelstimmung gekommen, wird auch noch das Xelibri 6 zusammengebaut. Da hier die Zielgruppe schon vom Design her feststeht, sind hier eigentlich keine Probleme zu erwarten und deshalb die „QuickStart“-Hilfe nicht unbedingt nötig.

Ein Anfänger hätte das nicht unbedingt hinbekommen, denn auch dieses Handy wird sehr raffiniert auseinander bzw. zusammengebaut. Am unteren Ende des Handys gibt es eine Schiebeklappe. Diese muss auf der linken Seite ein wenig nach innen gedrückt werden und kann somit nach links reingeschoben werden. Eine super Sache, wenn man es mal raus hat. Die Anschlüsse, die hier zu Tage kommen, sind die für die SIM-Karte und für das Ladekabels. Die Vorgehensweise ist wie beim Xelibri 7. Um auch noch den Akku ins Handy zu legen, muss man den Schieberiegel noch ein wenig weiter nach links schieben. Dann lässt sich die Tastatur nach oben aufklappen. Ein Aufkleber im inneren des Handys zeigt, wie der Akku und die SIM-Karte einzulegen sind. Klappe zu - Handy gut.

Das ging, im Vergleich zu den anderen Handys ausgesprochen gut. Leider ist jedoch die SIM-Karten-Einlegtechnik auch bei diesem Xelibri nicht besonders Karten schonend.

Last but not least gibt es da auch noch Xelibri 5. Der Akku lässt sich super leicht einlegen. Man öffnet dazu eine Klappe am unteren Ende des Handys auf der Rückseite. Auch die SIM-Karte stellt kein größeres Problem dar. An der linken Seite des Handys lässt sich ein Gummistöpsel öffnen, bei dem man nach dem Prinzip von Xelibri 7 vorgehen kann. Als letztes wird die Lasche mit dem Karabinerhaken an das Plastikklippelement angeklettet und zu guter letzt das Handy darin eingeklickt.

Xelibri 5 - Click-On-SchaleDas war ja mal eine positive Überraschung, da doch sonst immer am Schluss das „dicke Ende“ kommt. Zur Verteidigung der anderen drei Handys ist jedoch anzuführen, dass Xelibri 5 vom Design her noch am ehesten wie ein „normales Handy“ aussieht und es somit kein Wunder ist, dass der Zusammenbau leichter von der Handy geht.

Zum Handylook der Vier kann man ihnen nur ein Kompliment aussprechen, da sie mal wirklich etwas anderes sind. Jedes für sich hat eine Besonderheit und besticht durch sein ausgefallenes Design.

Xelibri 5 kann mit einem Haken an Kleidungsstücke befestigt werden. Mit einem Klippmechanismus kann man das Handy bei Bedarf aus der Schale nehmen. Ansonsten baumelt es gut verstaut in der Click-On-Schale an einem rum.

Xelibri 6 sieht aus wie eine Puderdose und lässt sich auch wie eine solche öffnen, ein rosafarbenes Tüchlein und ein Spiegel im Inneren des Handys runden sein Design ab.

Xelibri 7, das „Clip-Phone“, sieht aus wie eine Klammer, laut Hersteller kann man das Handy an 1 cm dicke Gegenstände dran klippen – und es funktioniert auch!

Xelibri 8 sieht aus wie ein Ei mit Taille und kann wie eine Kette mit Anhänger getragen werden.
Leider hat die Firma Xelibri auch bei der zweiten Kollektion am Material der Handys gespart (nur eine geringfügige Verbesserung ist wahrnehmbar). Die Handys wirken noch immer wie Spielzeug.

Xelibri 5 - Tastatur
Xelibri 6 - Tastatur
Xelibri 7 - Tastatur
Die Langlebigkeit und Belastbarkeit der Xelibris muss man in Frage stellen. Gerade der Klappmechanismus des Puderdosenmodels verspricht keine lange Lebensdauer. Auch die Tasten aller Modelle fühlen sich nicht sehr hochwertig an.

Die Tasten beim Xelibri 5 sind vom Spaltmaß her mangelhaft gewählt. Die Anordnung der Tasten, wie auch die Bedienbarkeit, lassen zu wünschen übrig. Schnell hat man sich vertippt oder wählt mit den überdimensionalen Navigationstasten etwas falsches aus.

Bei Xelibri 7 sieht das ein wenig besser aus, da die Anordnung der Tasten dem vieler anderer Handys entspricht. Der Druckpunkt der Tasten lässt sich aber auch hier nicht besonders gut wahrnehmen. Blind-SMS-Tippen ist auch mit diesem Modell nicht so einfach. Die Tastaturbeleuchtung ist hingegen angenehm, wobei sie nicht ganz gleichmäßig die Navigationstasten beleuchtet – Wirklich Schade, da doch blau sonst so glücklich machen soll, laut VW. Die Klammeroptik des Handys stört das Tippen nicht, da beide Hälften gut aufeinander aufliegen und somit nicht nachwippen.

Xelibri 6 überrascht hingegen durch ein ganz neues Tastendesign. Hier sind die Tasten von 1-5 links im Halbkreis um den Spiegel und die Tasten von 6-0 rechtsherum angeordnet. Unter dem Spiegel befinden sich die Navigationstasten. Die Tasten sind oval, gewölbt und klein. Zweifelsohne sieht die Anordnung super aus, jedoch ist sie zum Tippen nicht sehr angenehm, vor allem auch deshalb, da die Bedienung beider Halbkreise nur mit dem Einsatz beider Hände möglich ist. Da ja Männer sowieso nur eine Sache auf einmal machen können – aber Moment mal, eine Puderdose für einen Mann!?

Xelibri 8 überrascht durch keine Tasten - okay das ist gelogen, es hat zumindest die Navigationstasten. Eingaben müssen entweder über eine Auswahlliste mit den Navigationstasten vorgenommen werden oder via Headset eingegeben werden. Zweiteres funktioniert aber nicht wirklich gut, wenn man längere Eingaben machen will.

Positiv zu erwähnen ist, dass der Knopf in der Mitte des Vierwegesteuerkreuzes, den alle Xelibris haben, endlich mal ins Menü und nicht in ein WAP-Portal führt. Bei allen Handys fehlen die rote und grüne Hörertaste – das ist für Einsteiger sehr verwirrend.

Die rechte und linke Taste der Navigationstasten dienen als Softkeys. Ein- und Ausschalten erfolgt durch langes Drücken der linken Steuerkreuztaste. Beim Blättern im Telefonbuch dient der mittlere Knopf des Steuerkreuzes zum Sofortanruf. Prinzipiell hat er meistens in den Submenüs die Funktion einer Bestätigungstaste.

Xelibri 7 - von der Seite
Xelibri 7 - von oben
Xelibri 7 - schräg liegend
Leider fehlen bei allen Modellen zusätzliche Lautstärketasten, wahrscheinlich fielen diese, wie auch schon die Hörertasten dem Design der Handys zum Opfer. Über die Sterntaste läßt sich immerhin der Rufton ein bzw. ausschalten. Siemenstypisch hätte man darunter zwar die Profilauswahl und den Beepmodus erwartet, aber Xelibri ist halt anders. Die Rautetaste dient wiederum siemenstypisch als Tastensperre (wahlweise auch automatisch).

Die Staubeindringung bei allen Handys ist mittelmäßig, der Deckel von der Puderdose schließt z.B. nicht richtig und es sind auffällige Schlitze zwischen den Tasten festzustellen.

Die Anabauteile der Handys passen, wie wir es von Xelibri (Siemens) gewohnt sind, gut.
Neben dem ausgefallenen Design bieten die Schmuckstücke leider aber nicht viel mehr. Sie haben weder eine Kamera noch sonstige Extras.

Die Akkulaufzeit im Standby-Modus beträgt nach Herstellerangaben, je nach Modell 200 Std. (Xelibri8), 270 Std (Xelibri5) und 290 Std. (Xelibris 6-7). Die Gesprächszeit liegt bei 240 min (Xelibris 6-8) und 340 min (Xelibri 5). Dies Angaben entsprechen jedoch nicht der Wirklichkeit, so wie eigentlich bei fast jedem Handy, denn die Akkulaufzeit ist geringer. (bei normaler Benutzung Standby ca. 3 – 4 Tage)

Die Strahlung des Xelibri 7 mit einem SAR-Wert von 1,1 W/kg ist stark. Die anderen Xelibris haben einen Wert zwischen 0,5-0,7W/kg, was mittelstark ist.
 
 

Falsche oder fehlende Angaben zum Xelibri 8 Test?

Wenn Sie einen Fehler finden oder eine Funktion bzw. Daten kennen, die wir bisher nicht recherchieren konnten, so informieren Sie uns bitte und helfen Sie die Daten zu verbessern.

Klicken Sie dafür auf den nachfolgenden Link: Fehler- oder Ergänzungsmeldung