Test des Samsung SGH-F210

Einführung

Test-Datum: 07.12.2007
Software Version:
Testversion mit Branding: nein
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Motorola SGH-F210: Draufsicht
Auch wenn man immer wieder den Eindruck hat, bald seien alle Formfaktoren eines Handys ausgereizt, schaffen es die Unternehmen doch, die Kunden mit kleinen oder großen Neuigkeiten zu überraschen. Während einige Hersteller schon mit kleinen Veränderungen zufrieden sind, haut Samsung in diesem Jahr richtig auf die Pauke. Handys wie das zweiseitige SGH-F210 fallen sofort auf, und sind ein klares Statement: Die Koreaner wollen das Thema „Design" wieder vollständig für sich besetzen und gleichzeitig mit interessanter Technik kombinieren. Das Konzept, ein Handy in ein derart kleines Format zu pressen, hat inside-handy.de im Testlabor untersucht.

Verpackung & Lieferumfang

Motorola SGH-F210: VerpackungDie Verpackung präsentiert sich absolut Samsung-like: Eine farbige Umverpackung zeigt das Handy auf eine Weise, wie es nur hervorragende Produktfotografen in Szene setzen können, dabei einmal als erkennbares Handy auf der Rückseite wie auch als zusammengeklappten Musikspieler auf der Vorderseite, passend mit Headset in Szene gesetzt. Hier findet man auch den Namen, den anscheinend die Marketing-Abteilung für passend hielt: Music Icon nennt sich der Schiebe-Winzling.

Zum Lieferumfang gehört neben dem Ladekabel und dem Handbuch ein Headset, ein Datenkabel sowie ein zusätzliches Musikkabel, über welches man einen Kopfhörer oder aber eine Stereoanlage via 3,5-mm-Klinkenstecker anschließen kann. Eine Speicherkarte ist zwar nicht im Lieferumfang enthalten, und die Positionierung als Musikhandy wäre damit etwas missglückt, hätte das F210 nicht bereits einen 1-Gigabyte internen Speicher ab Werk dabei.

Zu guter letzt findet sich auch jede Menge des klassischen Beiwerks: Die neueste Version von Samsungs Multimedia- und Synchronisationssoftware „PC Studio", das Handbuch nebst einer Anleitung zur korrekten Entsorgung sowie einer Einladung zu Registrierung. Alles drin, möchte man sagen, der Test kann beginnen.

Motorola SGH-F210: Lieferumfang

Verarbeitung & Handhabung

Motorola SGH-F210: offenes Gerät hinten
Motorola SGH-F210: TastaturDas uns vorliegende Samsung SGH-F210 erscheint in schickem Schwarz mit einer sehr stylischen verchromten Unterkante. Ein echter Hingucker ist das Handy auch aus technischer Sicht: Während man aufgeschoben ein Handy mit ausreichend großer Tastatur und gleichzeitig kleinem Display sieht, präsentiert es sich auf der anderen Seite als ein MP3-Player mit großem Display und einer Bedienung via Touchwheel, die sofort an einen iPod erinnert.

Da jedoch Schönheit im Auge des Betrachters liegt, wollen wir das schicke Äußere auf seine Funktionalität hin analysieren. Also, fangen wir ganz vorne an:

Das Zusammensetzen des Handys ist einfach, wie schon bei Samsung gewohnt. Der in die Heckklappe eingelassene Akku wie auch die darunter einzuschiebende SIM-Karte finden schnell und ohne großen Logik- oder Kraftaufwand zueinander. Das Auseinandernehmen, was in dieser Häufigkeit eher Testern als Handybesitzern vorbehalten ist, gestaltet sich ähnlich simpel. Allein die SIM-Karte ist, einmal in das dafür vorgesehene Fach gesteckt, nicht so einfach wieder zu entfernen. Hier ist ein guter Fingernagel oder aber eine Pinzette gefragt.

Das Handy an sich macht einen soliden und gleichzeitig sehr wertigen Eindruck, und vermittelt gleichzeitig das Gefühl, auch vieles ertragen zu können. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich der silberne Rahmen um die Tastatur zwar nicht als Aluminium, sondern silbern lackierter Kunststoff, doch tut das der Optik keinen Abbruch. Eine Tasche ist kaum vonnöten, ist das F210 doch gleich mit passendem Um-den-Hals-häng-Headset unterwegs und damit gar kein Kandidat für die Hosentasche.

Motorola SGH-F210: GrößenverhältnisDie Spaltmaße sind äußerst gering, was das Eindringen von Staub sehr unwahrscheinlich macht. Auch im aufgeschobenen Zustand hat das Handy Abstände zwischen den Bauteilen, die im normalen Bereich angesiedelt sind. Die silbern lackierten und verchromten Seitentasten fügen sich optisch schön in das Handy ein, die Verarbeitung macht einen stimmigen Eindruck. Insgesamt ein schlüssiges Konzept, das die von Samsung gewohnt hohe Verarbeitungsqualität widerspiegelt.

Während das Ladegerät durch Abziehen der unteren Verschlusskappe an das Handy angefügt wird, haben sich die koreanischen Ingenieure für das Headset etwas neues einfallen lassen: Die Kappe wird schnell durch ein Headset ersetzt, dass seinen Anschluss gleich mitbringt. Das erhöht zwar auf den ersten Blick die Menge des mitzunehmenden Zubehörs, zeigt aber das Selbstverständnis des permanent um den Hals getragenen Musikspielers umso deutlicher.

Tasten gibt es mehr als früher: Während die Koreaner noch mit dem Samsung SGH-X830 auf eine nur zwei Tasten breite Tastatur setzten, soll nun wieder das vertraute dreispaltige Layout den Kunden glücklich machen. Direkt darüber finden sich die Klassiker: Rufannahme- und Beendentaste, die beiden Softkeys, die je nach Menü die Bedeutung wechseln, sowie die Kamerataste und die immer wieder gerne benutzte Korrekturtaste mit dem Buchstaben „C".

Motorola SGH-F210: LadegerätSehr positiv: Die Tasten haben jeweils einen sehr präzisen Druckpunkt und sitzen gut in den einzelnen Gehäuseteilen. Auch sind sie erstaunlich groß, was dem Benutzer aber erst nach kurzer Benutzung klar wird, optisch machen sie einen kleineren Eindruck. Sehr positiv: Sie „klicken" angenehm, wenn man sie drückt. Man bekommt beim Tippen den Eindruck, ein sehr solide verarbeitetes Gerät in Händen zu halten.

Für SMS-Vielschreiber wichtig ist jedoch nicht nur die Größe, sondern auch die Fühlbarkeit. Diese ist leider nur Mittelmaß: Die mittlere Taste „5" ist zwar gesondert mit zwei ganz kleinen Erhebungen markiert, was auch ein Blind-Tippen von Kurznachrichten ermöglichen soll. Doch ist die Erhebung mal wieder so flach ausgefallen, dass man die Taste kaum findet. Hier siegt das Design eindeutig über die Funktion.

Einen klaren Makel erkennt man jedoch hier nicht durch das, was da ist, sondern durch das, was fehlt: Statt der Kamerataste hätte das Handy eigentlich eine Musikspielertaste erhalten sollen. Immerhin ist Musik die deutliche Stärke des Multimediahandys, und nicht die Kamera, wobei wir dem weiteren Test schon vorgreifen.

Einen weiteren Minuspunkt liefert uns Samsung einmal mehr mit seiner Standardsoftware. Denn das Betriebssystem des F210 lässt mal wieder keine gleichzeitige Nutzung von Vibrationsalarm und Klingelton zu, eine Funktionalität, die schon seit Jahren in der Kritik steht und derzeit nur bei den Tophandys der Koreaner verbessert wurde.

Sprachqualität & Empfang

Motorola SGH-F210: HeadsetBestnoten holt sich das Handy in punkto Telefon ab: Das Samsung SGH-F210 übermittelt einen sehr guten Klang und rauscht bei Telefonaten fast gar nicht mehr. Was in ruhigen Umgebungen funktioniert, gilt auch für die lauteren. Stellt man ein Gespräch laut, so klingt der Lautsprecher, der ja auch dem Walkman dient, erstaunlich gut und hängt in seiner Qualität mehr von der des Netzes als der des Mobiltelefons ab.

Der Empfang ist ebenfalls im grünen Bereich: Sowohl im E- als auch im D-Netz ist er recht gut. Das F210 findet auch dort Netz, wo andere Handys schon aufgeben. Doch wo Licht ist, da fällt hier auch Schatten: Der integrierte Suchmodus ist sehr dynamisch, was zur Folge hat, dass das Handy innerhalb von wenigen Sekunden zwischen starkem und schwachem Empfang hin- und herwechselt. Das war bislang ein Phänomen, das eher von Sony Ericsson bekannt war denn von Samsung-Handys.

Der Akku macht übrigens auch eine gute Figur: Auch wenn die bis zu 250 Stunden, die Samsung angibt, nur der übliche Topwert ohne SIM-Karte unter dem Funkmast sein dürfte, muss das F210 nur alle vier Tage an die Steckdose, wenn man den MP3-Player sparsam nutzt.

Display & Kamera

Motorola SGH-F210: DisplayWie bei anderen Slider-Handys üblich, fällt jedem zunächst einmal das Display ins Auge, dominiert es doch das zusammen geschobene Mobiltelefon ganz deutlich. Denn trotz seiner gerade mal 1,5 Zoll nimmt es aufgrund der ebenfalls kleinen Abmessungen des Gesamtgeräts den meisten Platz ein. Immerhin 176 x 220 Pixel finden auf dem Bildschirm Platz, und da hier das Verhältnis von Auflösung zu Displaygröße sehr gut ausfällt, sehen alle Bilder und Grafiken entsprechend gestochen scharf aus. Auch Kontrast und Farbdarstellung sind brillant, die Icons im Hauptmenü einfach und verständlich, alles macht einen sehr stimmigen Eindruck. Der Haken an der Angelegenheit ergibt sich aus den Rahmenbedingungen: Die Schrift fällt entsprechend klein aus, und wer nicht weiß, ob er eine Sehhilfe benötigt, der kann das mit dem F210 schnell in Erfahrung bringen. Kurz: Wer näher als 20 Zentimeter an das Display heran muss, braucht eine Brille.

Am Display selbst lässt sich nicht viel regulieren: Zwar wurde der Helligkeit ein eigener Menüpunkt gegönnt, den man auch zum Zwecke der Akkuoptimierung durchaus nutzen sollte, doch ist mehr nicht drin. Der Kontrast bleibt stabil, wobei man hinzufügen sollte, dass selbiger sehr gut ausgefallen ist und keinen Grund zur Nachjustierung liefert.

Hat man das F210 einmal nicht in Gebrauch, schaltet sich das Display schnell wieder ab und spart dadurch Strom. Aus dem Dämmerschlaf kann man es jedoch ganz einfach durch Druck auf eine beliebige Taste zurückholen.

Die Kamera des F210 fällt trotz mehrfacher Erwähnung auf der Schachtel und der eigenen Taste nur mittelmäßig aus. Die Zeiten, in denen ein 2-Megapixel-Handy als „richtiges" Fotohandy galt, sind wohl seit Beginn des Jahres vorbei. Gut, 1600 x 1200 Pixel dürften immer noch als recht ordentlich gelten, und auch sonst ist die Software nicht von schlechten Eltern: Wer einmal das Menü öffnet, dürfte überrascht sein ob der Vielzahl der Einstellmöglichkeiten.

Motorola SGH-F210: KameraBeim Bildermachen dient, wie es sich für ein modernes Handy gehört, das Display als Sucher, und liefert im Querformat die schon von anderen Samsung-Handys gewohnte Bedienung mittels eines Optionsmenüs, das sich wiederum nur im Hochkant-Format nutzen lässt. Wirft man einen Blick auf die verschiedenen Einstellungen, bekommt man den Eindruck, eine echte Digitalkamera vor sich zu haben. Empfehlenswert ist hier übrigens allen automatischen Einstellungen zum Trotz der von Hand einzustellende Weißabgleich, um ein optimales Ergebnis zu erhalten.

Einstellen lässt sich so einiges: Neben den ISO-Einstellungen lassen sich auch die Bildgröße und die Qualität neu justieren, Serienbilder knipsen oder auch der Mosaikmodus nutzen. Das ist alles beeindruckend, doch wenn das Ausgangsmaterial nicht doll ist, helfen auch derartige Spielereien nicht viel.

Echt traurig wird es, wenn das Licht ausgeht: Wenn das F210 ein Fotohandy wäre, sollte es auch Bilder bei schlechter Beleuchtung machen können. Doch an Fotolicht oder gar Blitz hat man wohl nicht gedacht, beides sucht man vergeblich.

Ebenfalls ganz einfach: Mit nur einem Tastendruck kann man von der Fotofunktion in die Videofunktion wechseln, wo erfreuliche 352 x 288 Pixel eine sehr ordentliche Auflösung liefern. Hier findet man in den Einstellungen die gleichen Effekte wie bei der Fotofunktion.

Motorola SGH-F210: Außenaufnahme
Motorola SGH-F210: Außenaufnahme
 
Motorola SGH-F210: Innenaufnahme

OS & Bedienung

Motorola SGH-F210: Menü
Motorola SGH-F210: Neuer Kontakt
Motorola SGH-F210: Anwendungen
Motorola SGH-F210: Spiele
Motorola SGH-F210: Rechner
Motorola SGH-F210: Eigene Dateien
Motorola SGH-F210: Bluetooth
Motorola SGH-F210: Einstellungen


Das Menü überrascht, und das im positiven Sinne: Immerhin haben es die Softwareingenieure geschafft, alle wichtigen Funktionen in zwei Spalten zu packen, auch wenn dabei einiges in den Ordner „Anwendungen" gepackt wurde, was sonst auf oberster Ebene Platz fand. Hier lässt sich schnell und präzise mit dem JogDial arbeiten, der nur ein kleines Manko hat: Ist man einmal ganz oben links oder ganz unten rechts angekommen, dann bewegt er sich nicht weiter, sondern muss mit dem Drehrad den Rückzug in die entgegen gesetzte Richtung antreten.

Das F210 bietet schon ab Werk ein schickes animiertes Menü an, scheinen die Ingenieure gedacht zu haben, weshalb die Möglichkeiten zu einer Veränderung entsprechend mager ausgefallen sind: Gerade einmal zwei verschiedene Oberflächen stehen zu Auswahl, und das ist bei einem derart auf Style getrimmten Handy zu wenig.

Ebenfalls Mangelware herrscht bei den Umgebungsprofilen: Es gibt sie einfach nicht. Man schaltet entweder auf stumm oder eben nicht. Gut, zur Ehrenrettung sei hinzugefügt, dass das F210 sehr wohl über einen Flight-Mode verfügt, doch ist dieser als alleiniges Profil schlicht zu wenig. Auch Musikhörer haben verschiedene Bedürfnisse.

Die vier Richtungen des JogDials lassen sich übrigens mit bestimmten Menüpunkten belegen, um auf diese schnell zugreifen zu können. Dabei ist der Zugriff auf nahezu alle Hauptmenüpunkte möglich, für Unterpunkte empfiehlt sich eine Benutzung der Verknüpfungen, die auf einer eigenen Taste das schnelle Aktivieren ermöglicht. Dass in dieser vorgegebenen Liste Bluetooth nicht auftaucht, ist sehr schade, da der Dienst heute schon im normalen Gebrauch eines Handys seinen festen Platz gefunden hat.

Die Schriftgröße und Art für das Menü ist fixiert und lässt sich nicht mehr ändern. Das ist schade: Die Schrift ist recht mager ausgefallen und damit nicht immer einfach abzulesen. Die Rufnummernübermittlung kann man einfach im Einstellungsmenü verwalten, hier kann man aus den drei Standardfunktionen auswählen. In einem anderen Menü lässt sich einstellen, ob eine automatische Wahlwiederholung aktiviert werden soll.

Die Anruferlisten sind wie gewohnt gut, man kann sowohl verpasste, als auch angenommene oder abgegangene Gespräche einsehen, oder aber auf einer gemischten Liste alle auf einmal Revue passieren lassen. Mit dem linken Softkey kann man hier übrigens auch gleich an den Kontakten arbeiten und unbekannte Nummern einfach in das interne Telefonbuch übernehmen.

Beim SMS-Schreiben wird der Anwender von einer lernfähigen T9 Funktion unterstützt. Wer zuvor kein Samsung-Handy hatte, der findet sich schnell zurecht. Oben links zeigt eine Zahl, wie viele Zeichen noch Platz finden, und das sind immerhin stolze 1836, was elf Kurznachrichten entspricht.

Im Nachrichtenmenü findet man neben der Möglichkeit, SMS in alle Welt zu senden, auch der MMS-Editor. Ganz einfach kann man einen Betreff, ein Bild oder ein Video, einen Ton und Text zu einer MMS hinzufügen. Hier lässt sich aus den Standardspeicherorten des Gerätes auswählen oder noch selbst die Datei, die man einfügen will, erstellen. Diese darf bis zu zehn Seiten umfassen. Die maximale MMS-Größe beträgt, wie bei modernen Multimedia-Handys üblich, 300 Kilobyte.

Den Kontakt in die Außenwelt hält das F210 übrigens nur via SMS und MMS, wer eine Email schreiben möchte, muss dies leider via WAP machen. Über einen eigenen Email-Client verfügt der Slider leider nicht.

Musik ist leider ein nur unterschwellig erklärtes Schwerpunktthema des Samsung SGH-F210. Wo ein Joystick drauf dreht, muss auch MP3 drin sein, zumindest aus Sicht der Kunden. Dem kommt die Nummer drei in der Mobilfunkwelt auch nach: Midi, MP3, WMV, AAC, AAC+ und alle möglichen anderen Musik- und Klingeltonformate spielt das Handy locker ab. Die Bedienung ist denkbar einfach, gerade zusammen geschoben macht das Handy den Eindruck, als MP3-Player zur Welt gekommen zu sein, der eher aus Versehen auch ein Handy im Gepäck hat.

Die Tastatur zu sperren ist ganz einfach: Man schiebt schlicht den Slider in sich zusammen. Ist dieser geschlossen, lassen sich noch zusätzlich die äußeren Tasten deaktiveren: Eine kleine Verriegelungstaste auf der linken Handyseite sperrt alles, auch den Musikspieler. Das ist praktisch, kann man damit doch zum Jogging gehen, ohne andauernd die Lieder umzuschalten.

Hardware & Verbindungsmöglichkeiten

Motorola SGH-F210: USB-KabelDas Wort „Verbindung" ist natürlich heute im normalen Sprachumfang einer Handybetriebsanleitung enthalten, findet hier jedoch mehr Anwendung im Bereich Multimedia denn bei Datenverbindungen. Denn trotz Herstellungsjahr 2007 verfügt das F210 weder über HSDPA oder WLAN, nein, selbst UMTS sucht man hier vergeblich, gerade einmal EDGE hat es neben GPRS ins Handy geschafft. Der Wunsch, das F210 als Modem an einen PC anzuschließen, dürfte damit ad acta gelegt werden.

Geht es jedoch um Musik, ist das Handy auf der Höhe der Zeit: Sowohl schnelle Bluetooth-Verbindungen über den Standard 2.0 als auch eine kabellose Stereoübertragung legt das kleine Drehhandy problemlos an den Tag. Auch die Musik findet ihren Weg zügig auf das Handy: Entweder über die beiliegende Software oder aber einen schlichten Anschluss via USB und dann als Massenspeicher.

Die Software Samsung PC Studio erledigt ihre Arbeit hier wie gewohnt souverän und schnell z. B. Telefoneinstellungen, Kontakte und Daten bearbeiten und zwischen Mobiltelefon und einem kompatiblen Windows-PC abgleichen. Das funktioniert über das Datenkabel oder aber über Bluetooth, was die Anwendung zusätzlich vereinfacht. Auch lassen sich Musikstücke von einer CD einlesen und anschließend auf das Handy verschieben, um nicht immer den gleichen Klingelton hören zu müssen oder aber die Musiksammlung auf das Handy zu verschieben. Das sollte aber eher über das Datenkabel erfolgen, Bluetooth ist trotz 2.0 nicht schnell genug.

Multimedia & Organizer

Klein aber oho: Wer diesen Satz vom F210 erwartet, der hat sicherlich Recht. Immerhin bietet das kleine Handy fast alle Funktionen, die heutzutage zu erwarten sind: Einen Organizer, einen Kalender, ein recht umfangreiches Telefonbuch und einiges an Unterhaltung.

Auch wenn man sie bei einem derart kleinen Handy erwarten möchte: Sprachwahl und Sprachsteuerung, inzwischen oft auch in der telekommunikativen Mittelklasse untergebracht, fehlen hier völlig. Unpraktisch ist die immerhin vorhandene integrierte Mitschneide-Funktion untergebracht: Zwar lässt sich diese auch während eines Telefonats verwenden, doch muss sie manuell über das Menü gestartet werden, eine Schnellzugriffstaste fehlt leider.

Wenn etwas wirklich fehlt, dann sind es die bei vielen anderen Handys standardmäßig mitgelieferten Situationsprofile: Eine Anpassung an bestimmte Umgebungen fehlt einfach, hat man es gerne leise, sollte man zum (nicht sehr dezenten) Vibrationsalarm greifen oder aber das Handy ausschalten. Glück im Unglück: Das F210 verfügt immerhin über einen „Flugzeugmodus", sodass man es auch nur als Musikspieler nutzen kann.

Das Telefonbuch ist für Privatanwender gut gerüstet: Immerhin 1000 Kontakte lassen sich hier eingeben, und diese mit einer Vielzahl von Informationen versehen. Das setzt zwar voraus, dass die Adressen im Handy selbst abgespeichert werden, und nicht auf der SIM-Karte, doch entspricht das bereits der Voreinstellung des mobilen Musiktelefons. So können die stolzen Besitzer des Winzlings pro Name jeweils eine Handy-, Festnetz-, Büro und eine Faxnummer abspeichern. Auch sonst bleibt kein Wunsch offen: Mehrere Postadressen, eine Emailadresse, Webseite und das Geburtsdatum fehlen ebenso wenig wie ein persönlicher Klingelton oder ein Anruferbild.

Motorola SGH-F210: Seitenansicht oben
Motorola SGH-F210: Ecke oben links
Motorola SGH-F210: Seitenansicht links
Motorola SGH-F210: Ecke unten links




Sollte in der langen und vom Tester gekürzten Liste etwas fehlen, lässt es sich spielend manuell hinzufügen. Wer sich jedoch viel Zeit sparen möchte, der sollte sämtliche Kontaktdaten aus seinem gut gepflegten Outlook oder Lotus herüberholen. Vorausgesetzt, man hat eines.

Der Kalender des F210 ist umfangreich, wenn auch mit 100 Einträgen insgesamt ein wenig mager geraten. Als Ansichten stehen die Klassiker Monats- und Wochenansicht zur Verfügung, Erinnerungen können schnell erstellt und ausreichend lange im voraus alarmiert werden, doppelte Termine versieht das Handy mit einem Warnhinweis.

Die eingebaute Uhr fügt sich gut in die restlichen Funktionen des Samsung SGH-F210 ein, nachdem man sie erst einmal entdeckt hat. Hier lassen sich manuell einzugebende Zeitzonen je nach Aufenthaltsort angleichen. Gut gelungen: Der Wecker ist recht komfortabel, bietet er doch fünf verschiedene Möglichkeit, täglich oder an bestimmten Tagen zu wecken, oder aber nur einmalig. Selbstverständlich wird der Alarm auch bei ausgeschaltetem Gerät aktiviert.

Auch für Unterhaltung ist gesorgt: Das F210 verfügt über zwei Spiele, die unter „Java World" versteckt sind: „Cannonball" und „Forgotten Warrior", beides Spiele, die sicherlich für einige Kurzweil sorgen werden. Während Cannonball verdächtig an den Spielhallen-Klassiker Pong erinnert, ist Forgotten Warrior ein echtes Jump&Run-Spiel, das zwar etwas unter der fehlenden 3D-Engine leidet, aber sonst recht spaßig daherkommt.

Fazit

Motorola SGH-F210: offenes Gerät vorne
Das Samsung SGH-F210 ist ein durchdachtes Konzept, welches Handy und Musikspieler vereint. Durch das praktische Headset ist man schnell mit der Wunschmusik und dem Telefon als solchem verbunden, die Bedienung ist kinderleicht und erschließt sich auch ohne Handbuch innerhalb von Minuten. Ein 1-Gigabyte Speicher ist nicht die Welt, doch für diesen Zweck reicht er mehr als aus.

Wer jedoch ein Kamerahandy sucht, der wird von den physischen Limitationen des Telefons auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: Das Display ist schlicht zu klein und die Kamera zu mittelmäßig, um mit einem Cybershot-Handy oder einem der jüngsten Nokia-Kamerahandys mithalten zu können. Wer jedoch einen musikalischen Begleiter sucht, der besonders klein und leicht ausfällt, und zudem über normal große Finger verfügt, der ist mit dem F210 gut beraten.

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