Test des Nokia E90

Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4 Test-Fazit

Einführung

Test-Datum: 22.12.2008
Software Version: Symbian S60 (OS V9.2)
Testversion mit Branding: nein
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Nokia E90
 
Seit gut einem Jahr ist ein besonderer Kandidat bereits auf dem Markt - der Nokia E90 Communicator. Individuelle Bedienbarkeit und technische Vielfalt, eine Symbiose dieser Art ist in diesem Modell so ausgeprägt wie kaum in einem anderen Mobilfunkgerät. Der Marktstart war bereits von heissen Diskussionen begleitet, da Nokias Abkehr von der Symbian Serie80-Bedienplattform, wie sie von den Vorgängermodellen 9500/9300 bekannt war, im neuen E90 nicht mehr verwendet wurde. Vielmehr hat Nokia bei seinem neuesten Communicator auf der OS 9.2-Plattform mit der Serie60-Oberfläche aufgesetzt und den bislang gewohnten Pfad verlassen.

Der E90-Communicator war anfangs lange geprägt von Firmware-Fehlern und auch von Hardware-Problemen. In vielen Internet-Foren wurde heiß diskutiert über eine problematische Tastaturmatte, die schnell unschöne Abdrücke auf dem Innendisplay erzeugte, über eine wackelige und schlecht zu bedienende Kamerataste, über eine rauschende und pfeifende Akustik bei der aktiven Sprachverbindung und über diverse Fehler des Betriebssystems, das manchmal viel Geduld bei den Besitzern der Erstserie erforderte. Mittlerweile bei der Version 05 des E90 angelangt, hat inside-handy dem nicht neuen, aber nicht weniger interessanten Testkandidaten mit dem aktuellen Firmwarestand „auf den Zahn gefühlt". Wie solide und praxisfest ist der „echte Leistungsträger" mittlerweile, den Nokia speziell für Business-User konzipiert hat? Lassen Sie sich überraschen!

Verpackung & Lieferumfang

Nokia E90Der Communicator der neuesten Generation wird in einer wenig spektakulären, der E-Serie angepassten Verpackung ausgeliefert. Die grün-rote Verpackung mit der unübersehbaren Aufschrift „Nokia E90 Communicator", die fast an jeder Seite der Schachtel prangt und das Foto des E90 lassen keinen Zweifel aufkommen, welches Gerät den Weg zum Verbraucher gefunden hat. In dem Hauptkarton ist nach dem Öffnen ein zweiteiliger Innenkarton zu finden, in deren Vertiefungen die einzelnen Bestandteile des Lieferumfanges Platz gefunden haben. Im Testgerät selbst ist bereits eine microSD-Speicherkarte mit 512MB Speichervolumen und der Serien-Akku BP-4L mit 1500 mAh eingelegt.

Für die microSD-Karte hat Nokia auch noch einen SD-Adapter beigelegt, damit die Speicherkarte auch direkt in herkömmlichen Speicherkartenlesern von PCs ausgelesen werden kann. Der magere Lieferumfang des Testgerätes passt nicht so recht zu einem „echten Leistungsträger". In dem Karton befinden sich das Nokia Netzladeteil, ein USB-Verbindungskabel, ein Nokia-Stereo-Headset und eine Betriebsanleitung in Buchform. Den Lieferumfang vervollständigt eine Daten-CD mit der Sync-Software für die E-Serie und eine Kurzanleitung für den Schnellstart.

 

Nokia E90
 

Verarbeitung & Handhabung

Nokia E90

Der E90 Communicator ist wahrlich kein Leichtgewicht, das wird bereits beim ersten Anfassen deutlich. Die 210g Gewicht bei den voluminösen Abmessungen von 132 x 57 x 20 mm sind zwar etwas kleiner als beim Vorgänger 9500, aber immer noch in einer Ausprägung, die eine positive Hemd- und Sakkotaschen-Eignung bei 140 cm³ verhindert. Wer nach einem leichten und unauffälligen Begleiter sucht, der ist beim E90 von Nokia sicher an der falschen Stelle.

Nokia E90Die SIM-Karte wird an der Gehäuserückseite unterhalb des Akkus in einen kleinen Gehäusespalt eingeschoben, in dem der SIM-Kartenleser untergebracht ist. Das Herausnehmen der SIM-Karte gestaltet sich fummeliger wie das Einsetzen. Nach dem Einsetzen des Akkus wird der Akkudeckel von der Seite her aufgeschoben und dieser rastet mit einer kleinen Verriegelungsnase fest ein. Aber auch auf den ersten Blick sieht und spürt man, dass der Communicator erwachsen geworden ist. Eine saubere und edle Verarbeitung mit der traditionellen und solide wirkenden Aufklappmechanik können dem E90 auf Anhieb attestiert werden. Auch die Optik des E90 verwöhnt jetzt mit einem trendigen und eleganten Design, das einen Hauch von edlem Luxus ausströmen lässt.

Im zugeklappten Zustand präsentiert sich das E90 wie ein überdimensionales Handy: Ein Aktivmatrix-Außendisplay mit einer Standard-Auflösung von 240 x 320 Pixel und darunter ein großer 5-Wege-Nav-Key, der von je drei weiteren Einzeltasten links und rechts eingerahmt ist und wiederum darunter eine herkömmliche Handy-12er-Tastatur, die einen vollen Bedienumfang bei geschlossenem Gerät gewährleistet. Links neben dem Nav-Key ist eine quadratische Einzeltaste, die mit der Hauptmenü-Funktion vorbelegt ist. Darüber sitzt eine längliche gebogene Taste, die mit der Softmenü-Funktion „SMS" vorbelegt ist (variabel nutzbar). Darunter die Rufannahmetaste wiederum in der länglichen gebogenen Form. Rechts neben dem Nav-Key ist oben eine zweite Softmenü-Taste zu finden, die mit „Kontakte" vorbelegt ist (variabel programmierbar) und darunter die Rufbeendigungstaste, die von Form und Gestaltung den beiden linken Tasten angepasst wurde. Eine sehr große quadratische Bestätigungstaste ist in der Mitte des Nav-Keys zu finden. Die darunter liegenden Einzeltasten des 12er-Blockes sind alle ebenfalls sehr groß und zielsicher zu bedienen. Alle Tasten der Coverfront haben einen deutlichen Druckpunkt und zeichnen sich durch ein ausgezeichnetes Ansprechverhalten aus.

Display und Tastatur der Coverfront sind mit einer breiten glänzenden Aluleiste eingerahmt, die zum gleichfarbenen Aluring des Nav-Key einen schönen optischen Akzent zur dunklen Grundfarbe in „Mocca" des Testgerätes darstellen. Im rechten oberen Eck des Frontcovers ist eine kleine versenkte Ein-/Ausschalt-Taste angebracht, die den Communicator zum Leben erweckt. Im geschlossenen Zustand betrachtet ist auf der Unterseite des Gerätes ein Doppelanschluss für das Netzladeteil und der 2,5 mm-Klinke des Stereo-Headsets zu finden. Daneben ist auch der USB-Anschluss für das USB-Verbindungskabel angebracht. Direkt unterhalb der Doppelbuchse ist eine mit Federkraft unterstützte kleine Gehäuseklappe zu finden, unter der sich der Speicherkartenleser mit der eingesetzten 512MB-Speicherkarte für die microSD-Karte befindet. Auch die Klappe ist in einer sehr hochwertigen Verarbeitung ausgeführt.

Nokia E90Auf der rechten Gehäuseseite (im geschlossenen Zustand betrachtet) ist eine längliche Einzeltaste vorhanden, die die Sprachwahl bzw. Sprachaufnahme aktiviert. Darunter am unteren Ende ist noch das Infrarot-Auge und eine etwas schwergängige Einzeltaste für die Kamerafunktion eingebaut. Rückseite bzw. linke Seite zieren zwei massiv wirkende Scharniere für den Klappmechanismus, die in dem glänzenden silberfarbenen Farbton der Displayumrandung gehalten sind. Die Gelenke der Display-Klappe sitzen sehr stramm und rasten in den beiden Funktions-Positionen (halb offen - 45 Grad, ganz offen - 180 Grad) satt ein. Auf der Rückseite sitzt das 3.2 MP-Objektiv der integrierten Kamera und daneben ein Fotolicht. Vier kleine Gumminoppen an der Rückseite sollen die gute Standfestigkeit des Communicators im geöffneten Zustand unterstützen. Der E90-Communicator wird - wie bei den Vorgängermodellen - mit der Displayseite nach oben aufgeklappt und gibt dann den Blick auf das große Innendisplay mit einer Auflösung von 800 x 352 Pixel im oberen Gehäuseteil und der QWERTZ-Tastatur im unteren Gehäuseteil frei. Das Display erstrahlt brillant und leuchtstark. Rechts und links neben dem Display sind noch je zwei Einzeltasten zu finden. Das linke Tastenduo ist mit der Rufannahme- (oben) und Rufbeendigungs-Funktion (unten) belegt. Das rechte Tastenduo ist analog zur Coverfront mit den zwei Softmenü-Funktionen vorbelegt.

Der unteren Gehäusehälfte bleibt die komplette QWERTZ-Tastatur mit einigen zusätzlichen Funktionstasten vorbehalten. So bildet die oberste Tastenreihe (8 Tasten) eine Tastenauswahl mit je einer Sonderfunktion (Arbeitsplatz, Kontakte, Mitteilungen, Internet, Notizen, Kalender, Favorit, Hauptmenü). Links vom herkömmlichen Tastenblock mit der QWERTZ-Belegung findet man noch eine vertikale Tastenreihe (Lichtfunktion, Eigene Taste, Tab-Funktion, Groß-/Kleinschreibung, Strg-Taste). Rechts vom Tastenblock ist ein zweiter 5-Wege-Nav-Key, eine große Löschtaste und eine sehr große Return-Taste zu finden. Die QWERTZ-Tastatur erlaubt ein flüssiges Schreiben, der deutliche Druckpunkt der Tasten und die saubere Verarbeitung runden den positiven Eindruck ab. Auch die Größe der Tasten ist für ein flüssiges Schreiben absolut ausreichend. Da der Communicator auch im geöffneten Zustand sehr gut steht und das „kippeln" der Erstserien-Geräte verschwunden ist, wird eine schnelle Schreibweise zusätzlich noch positiv unterstützt.

Nokia E90Die Tasten der Coverfront und die QWERTZ-Tastatur verfügen über eine weiße Tastenbeleuchtung, die für die Außentasten sehr kräftig und für die QWERTZ-Tastatur relativ schwach ausgefallen ist. Einen deutlichen Schwachpunkt im praktischen Einsatz stellt die fehlende Beleuchtung der Ein-/Ausschalt-Taste auf der Außenseite und der beiden Tastenduos neben dem Hauptdisplay dar. Die Bedienung dieser Tasten bei schlechten Lichtbedingungen der Umgebung bleibt eher einem guten Tastsinn vorbehalten, als dass ein zielgerichteter Bedien-Einsatz durch eine gute Erkennbarkeit unterstützt wäre. Das Fehlen dieser Tastaturbeleuchtung ist völlig unverständlich, da es selbst bei regelmäßigem Gebrauch als sehr störend empfunden wird. Nokias Communicator der aktuellen Serie verfügt endlich über einen deutlich spürbaren Vibrationsalarm, der bei den Vorgängermodellen immer schmerzlich vermisst wurde.

 
 

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