Test des Nokia E75

Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4 Test-Fazit

Einführung

Test-Datum: 14.07.2009
Software Version: S60 3.2 FW 100.48.7
Testversion mit Branding: nein
Test-Autor: JR dem Autor Feedback senden
 
Nokia E75

Neben den allseits bekannten N-Serien Modellen des Finnischen Herstellers gibt es die nicht weniger bedeutende E-Serie. Diese richtet sich insbesondere an Businesskunden und ist deshalb bei Privatpersonen weniger bekannt. Das E75 soll hier das Bindeglied zwischen Geschäfts- und Privatkunden darstellen. Es vereint das schmale Äußere vom Privathandy und eine vollwertige Tastatur sowie Organzierfunktionen für Geschäftskunden. Ob und wie weit der Spagat gelingt, zeigt unser Test auf inside-handy.de

Verpackung & Lieferumfang

Nokia E75Die kompakte Verpackung ist schlicht und spricht die Zielgruppe sehr gut an. Die Front ist weiß mit der Abbildung des E75. Zusätzlich sind der Schriftzug des Herstellers, die Produktlinie E-Series sowie die Bezeichnung des Handys aufgedruckt. Die Seiten sind mit einer Ausnahme komplett weiß. Die rechte Seite ist Signalrot und mit dem Nokia- und dem E-Series Schriftzug bedruckt. Die Rückseite wiederum ist weiß und mit viel Text versehen. In sechs Sprachen wird u.a. auf das durchdachte Design für die E-Mail-Kommunikation sowie auf die aufschiebbare Tastatur hingewiesen. Viele Piktogramme zeigen den großen Funktionsumfang des Handys an. Die Verpackung wird hochkant aufgeklappt. Der Inhalt ist in mehrere Bereiche, die jeweils von einem Deckel verdeckt werden, aufgeteilt. Im oberen separaten Karton liegt das E75. Der Rest des Zubehörs befindet sich in den anderen Kammern. Hierzu zählen der Akku, das Ladegerät, ein Stereo-Headset, ein Handy-Etui und  eine ausführliche Bedienungsanleitung inkl. zwei Gutscheine für je ein N-Gage Spiel und ein 5-Euro-Gutschein für den Nokia Music Store. Des weiteren wurden zwei Kurzanleitungen, eine 4 GB mini-SD Speicherkarte sowie ein USB-Datenkabel beigelegt. Beim USB-Datenkabel wird ein Micro-USB Stecker verwendet. Dieser soll in Zukunft als einheitliche Ladegerät-Schnittstelle für alle großen Mobilfunkhersteller dienen. Momentan wird jedoch beim Ladegerät weiterhin auf den Nokia-typischen kleinen Stecker gesetzt.

Beim Auspacken wundert man sich, dass keine Software-CD beiliegt. Dies liegt daran, dass die erforderliche Software auf der Speicherkarte abgelegt wurde. Dies spart Herstellungskosten und schont die Umwelt. Beim Verbinden des Handys mit dem PC sollte man deshalb das Gerät zuerst als Massenspeicher betreiben um die Software installieren zu können. Für ein Business-Handy fehlt uns ein Reiseadapter für das Ladegerät. In dieser Preisklasse hätte der Hersteller mehr Wert auf Business und somit auf international agierende Geschäftsleute legen müssen.

Nokia E75
 

Verarbeitung & Handhabung

Nokia E75

Das Öffnen des Akkudeckels ist sehr simpel. Unterhalb des Akkudeckels befindet sich ein Arretierungsknopf. Wird dieser nach unten gedrückt, springt der Akkudeckel auf und kann einfach nach oben abgezogen werden. Die SIM-Karte wird daraufhin in den Steckplatz geschoben und der 1000mAh Akku eingesetzt sowie der Akkudeckel aufgesteckt. Genauso einfach funktioniert auch das Entfernen der SIM-Karte. Ist der Akkudeckel abgezogen, kann der Akku einfach mittels Fingernagel an der einen Seite angehoben und rausgenommen werden. Die SIM-Karte wird mit leichtem Druck und gleichzeitigem Ziehen aus dem Steckplatz gezogen.

Nokia E75Der Akkudeckel besteht aus Edelstahl und ist auf der Rückseite mit dem Nokia und dem E-Series Schriftzug beschriftet. Zusätzlich ist dieser mit leicht geschwungenen Rillen versehen. Dadurch ist dieser sehr stabil und wirkt hochwertig. Hat man das Handy in der Hosentasche mit anderen Gegenständen wie einem Feuerzeug oder Schlüsselbund kommen jedoch auch schnell Kratzer auf den Akkudeckel. Der Rest der Rückseite besteht leider nicht mehr aus Edelstahl sondern aus Plastik. Gleiches gilt für die ausziehbare Tastatur. Auch diese ist mit der Ausnahme eines Chromelements komplett aus Plastik. Hält man das aufgeschobene Handy und greift mit beiden Daumen an die Seiten der Tastatur, sprich die eigentliche Ober- und Unterkante des Handys, fühlt es sich sehr billig an. Hier spürt man die harte Kante der Plastikrückseite. Qualitativ hochwertiger dagegen ist die Front. Die oberen beiden Drittel bestehen aus Display sowie dem Lautsprecher und der Displayumrandung. Das Display ist hinter einer großen Plastikscheibe versteckt, welche bündig mit den Kanten abschließt. Die darunterliegende Tastatur ist ebenfalls aus durchsichtigem Plastik und fügt sich gut in die Gesamtoptik des Handys ein. Zusätzlich wird das Handy durch einen Chromrahmen verziert und passt somit wunderbar zu den auf der rechten Seite angebrachten Knöpfen. An der Unterseite befindet sich nur der Steckplatz für das Ladegerät. Auf der linken Seite sind zwei Plastikkappen angebracht, welche zum einen den micro-USB Anschluss schützen und zum anderen den Speicherkartensteckplatz. An der Oberseite befindet sich der Steckplatz für das Stereo-Headset.

Im geschlossenen Zustand überwiegt das hochwertige Material weshalb es sich seiner Preisklasse entsprechend anfühlt sowie aussieht. Im aufgeschobenen Zustand jedoch kommt viel Plastik zum Vorschein und es verliert an Glanz. Doch egal ob im geschlossenem oder im offenen Zustand, das Handy liegt sehr gut in der Hand und wirkt sehr stabil und robust. Das Gewicht von gemessenen 140g inkl. Akku ist ebenfalls zu spüren und trägt deutlich zum massiven Gesamteindruck bei. Das E75 fühlt sich sogar etwas hochwertiger an, als es aussieht. Die verwendeten Materialien deuten ebenfalls auf eine lange Lebensdauer hin. Etwas anders dagegen sieht es jedoch bei der allgemeinen Verarbeitung aus. Zwischen Display und Tastatur sowie beim Akkudeckel ist ein minimaler Spalt. Hier ist bei unserem Probanden besonders die linke Seite betroffen, die ein etwas größeres Spaltmaß als die anderen Seiten aufweist. Noch kritischer wird es zwischen den Slider-Hälften. Zwar knirscht das Handy nirgends, jedoch besteht hier ein Spaltmaß von zwei Millimetern. Auch die linke Seite, sprich die Unterkante des Schiebemechanismus, wackelt etwas. Während der normalen Nutzung fällt dies doch nicht auf. Nur wenn man explizit die beiden Slider-Hälften voneinander weg bewegt merkt man das Spiel. Punkten kann das E75 jedoch mit dem sehr gut passendem Zubehör. Ladegerät, Stereo-Headset und das Datenkabel sitzen fest und akkurat in den Buchsen. Schaut man sich jedoch die kleine Öffnung der Ladebuchse und die recht große Öffnung des 3,5 mm Klinkensteckers an, wünscht man sich auch hier einen Staubschutzdeckel.

Nokia E75Die seitlichen Tasten auf der rechten Seite dienen der Lautstärkeregelung des Gespräches oder der Musik. Zwischen diesen Tasten befindet sich die Stummtaste, welche durch ihre sehr flache Anordnung nicht aus Versehen gedrückt werden kann. Zusätzlich ist noch die Auslösetaste der Kamera vorhanden, welche in zwei Stufen das anvisierte Motiv erst fokussiert und dann auslöst. Das normale Tastenfeld unter dem Display ist standardmäßig angeordnet. Direkt unter dem Display befinden sich zwei Softkey-Tasten. Diese haben je nach Menü unterschiedliche Funktionen. Sieht man jedoch genauer hin bemerkt man, dass diese Tasten weitere Funktionen haben. Denn in Wirklichkeit sind unter einer Taste zwei Tasten verborgen. Dadurch ist die oben links angeordnete Taste die Softkey-Taste. Drückt man diese Taste auf der rechten Seite gelangt man ins Menü. Gleiches gilt auch für die andere Seite. Die linke Seite dient zum löschen, die rechte Seite ist die Softkey-Taste. Links und rechts unter diesen ist die Annahme- sowie Auflegetaste. Auch diese besitzen weitere Funktionen. Neben der Annahmetaste führt die rechte Seite zum Kalender. Die linke Seite der Auflegetaste öffnet das E-Mail Menü. Doch dies ist noch nicht alles, werden z.B. die Kalender- oder E-Mail-Taste länger gedrückt, können sie weitere Programme oder Lesezeichen öffnen. Somit bieten diese Tasten drei Funktionen in einer. Was geöffnet werden soll, kann in den Einstellungen definiert werden. Zwischen diesen Tasten befindet sich der Navigationskey. Dieser ist groß, viereckig und besitzt abgerundete Kanten. Um diesen wurde ein Chromring verbaut, welcher als Navigationskreuz dient. Durch seine nach außen hochgehenden Kanten ist er sehr gut und präzise steuerbar.

Direkt unter den genannten Funktionstasten befindet sich das Tastenfeld. Dieses ist wie üblich in vier Reihen und drei Spalten angeordnet. Zwischen den Reihen gibt es kleine Spalten, um die Fühlbarkeit zu erhöhen. Die Reihen sind jeweils ohne Spalten, was der Tastenfühlbarkeit ein wenig schadet. Die Ziffer Fünf ist dafür mit zwei vertikalen Plastikstreifen markiert um die Orientierung zu erleichtern. Dadurch ist es einfach eine SMS auch blind zu tippen. Wer einmal eine SMS blind getippt hat, brauch hier wenig oder keine Übung. Zusätzlich haben Stern- und Rautetaste weitere Funktionen übernommen und können nun mittels längerem drücken Bluetooth und Signaltöne ein- oder ausschalten. Ist das Handy aufgeschoben kann die vollwertige QWERTZ-Tastatur benutzt werden. Diese ist flach gehalten weshalb eine blinde Orientierung nicht möglich ist. Die einzelnen Tasten sind jeweils separat und nicht wie beim Nokia E75Ziffernfeld in einer Reihe zusammengefasst. Je nach Fingergröße lassen sich diese entsprechend gut bedienen. Wer jedoch größere Hände und somit auch dickere Finger besitzt wird hier Übung benötigen. Deshalb sollte man unbedingt vor dem Kauf das Handy selbst ausprobieren. Der Vibrationsalarm, welcher auch beim einschalten kurz angeht, ist stark und gut auf die Größe und die Masse des Finnen abgestimmt. Hier gibt es nichts auszusetzen.

 
 

Nokia E75 Test Kommentare Kommentar schreiben

26.08.2009, 20:32 Uhr
capulet1
Sobald ich weiss,hat e75 und e66 die selbe Kamera aber die Ergebnisse der Kamera von e66 ist deutlich schlechter.Woran liegt das denn?

16.07.2009, 12:22 Uhr
Hamburger
OK -Danke!
War -für mich zumindest ;) - nicht so ersichtlich.
16.07.2009, 12:10 Uhr
XxCartmanxX
Bei Verarbeitung und Design gehört ein wenig mehr dazu als nur die beiden von dir angesprochenen Oberpunkte. Daher kommt es mit 50/50 nicht hin. Es spielen neben der Verarbeitung und dem Desing weitere Kriterien eine Rolle, wie Haptik, Tasten (Druckpunkt, Layout, Fühlbarkeit), Bedienbarkeit. Dieses zusammengenommen ergibt die (subjektive) Bewertung.
16.07.2009, 12:01 Uhr
Hamburger
Geht man mal davon aus, dass die Aufteilung der Bewertung in diesem Bereich 50:50 ist, dann kann das Gerät bei den vielen Qualitätsproblemen doch keine 89% bekommen!!! Design ist zwar Geschmackssache, aber mehr als 80% bei Design und vielleicht 60% bei der Verarbeitung würden bestenfalls 74,5% ergeben.

Wirkt sehr realitätsfremd, wenn man an der ...[mehr]Verarbeitung etliche Teile moniert, das Gerät dann aber trotzdem 89% erhält... :whistling:
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