Test des Motorola PEBL V6

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Einführung

Test-Datum: 16.11.2005
Software Version: O2
Testversion mit Branding: nein
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Motorola PEBL V6 - aufgeklapptMotorola hat sein Weihnachtsgeschäft 2006 unter große Schlagworte gestellt: Sanft, stylish, scharf und schnell will man mit der neuen Kollektion sein. Unter welche der Kategorien das PEBL V6 fällt, mag man dabei zunächst kaum erraten, bis man es zum ersten Mal in der Hand hatte: Sanft ist das Schlagwort, mit dem man das neue Klapphandy vermarkten möchte. Ein ganz neues Handy in den Markt zu bringen, wurde auch langsam notwendig, ist das seit über einem Jahr verfügbare Motorola RAZR doch langsam in die Jahre gekommen und bedarf allmählich einer Renovierung sowie weiterer Mitstreiter. Ob sich das zweite Bein, auf dem es sich nach Volkes Mund bekanntlich besser steht, wirklich lohnt, haben wir in unserem Testlabor ermittelt.

Verpackung & Lieferumfang

Motorola PEBL V6 - VerpackungDas Motorola PEBL V6 setzt alles auf eine Karte: Design wird bei dem Handy in jeder Hinsicht groß geschrieben. Bereits der Karton ist, obwohl ganz in weiß, eindrucksvoll. Den Kunden erwartet ein Quader mit einer Kantenlänge von etwas über 20cm Größe. Auf der Oberseite der schneeweißen Umhüllung wurde das Motorola-Logo eingelassen, damit gar nicht erst die Frage entsteht, wer denn das Gerät hergestellt hat.

Zieht man den oberen Deckel ab, so erwartet den Neubesitzer zunächst eine Überraschung: Kein Handy, sondern ein freundlicher grauer Kielstein ist zuoberst angebracht. Die Erklärung dafür: Das aus dem englischen stammende Wort „Pebl“ bedeutet in der Übersetzung nichts anderes als „Kieselstein“. An diesen möchte auch das Handy erinnern, soll es doch Assoziationen an einen von den Gewalten des Meeres geformten Stein erinnern.

Motorola PEBL V6 - Lieferumfang

Legt man nun den Stein beiseite, so erscheint endlich auch das Handy. Je nach Beleuchtung erscheint es auf den ersten Blick wirklich wie ein mittelgroßer, wohlgeformter Stein. Unterhalb des Handys, welches in einem weiteren Karton eingelassen wurde, befindet sich ein Berg an Extras: Neben dem Handbuch und einer Kurzreferenz für Eilige findet sich dort das Ladegerät, ein Datenkabel nebst der entsprechenden Software zur Synchronisierung, sowie eine Halteschlaufe, die direkt am Handy angebracht werden kann.

Natürlich werden viele bei einem solchen Designer-Stück zunächst auf eine Tasche gehofft haben, damit das schicke Mobiltelefon keinerlei Kratzer bekommt. Dass man diese vermutlich nicht so bald braucht, möchte einem Motorola anscheinend dadurch suggerieren, dass in der beigelegten Zubehör-Liste von einer Tasche nicht die Rede ist. Insgesamt ist der Lieferumfang vollständig und sollte locker ausreichen, um den Umstieg von einem anderen Handy reibungslos vonstatten gehen zu lassen.
 
Die inside-handy Wertung: 90%

Verarbeitung & Design

Das Motorola PEBL V6 mag einen merkwürdigen Namen haben, doch ist dies nicht die einzige Besonderheit: Sein Design macht es auf jeden Fall unverwechselbar. Während andere Handyfirmen immer wieder optische Anleihen bei ihren Mitbewerbern erkennbar werden lassen, fährt Motorola seit dem RAZR eine sehr eigenständige Optik, die deutsche Gemüter spaltet: Entweder liebt man sie, oder man mag sie nicht leiden. Doch ist das Äußere nur ein, wenn jedoch auch ein wesentlicher Aspekt dieses Tests. Immerhin will man mit dem PEBL keine technische, sondern die Design-Oberhand gewinnen. Schauen wir einmal, ob schicke Optik auch funktional sein kann.

Motorola PEBL V6 - auseinander von vorn

Will man zum ersten Mal einen Akku und die SIM-Karte einlegen, so überrascht das Handy, da dies trotz des Designs leicht von statten geht. Normalerweise erwartet man bei einem flachen Akkudeckel einen fummeligen Verschluss, doch lässt er sich leicht abnehmen und wieder auf das Gerät schieben. Die SIM-Karte hingegen ist keineswegs arbeitsintensiver, schiebt man sie doch leicht mit dem Finger in den dazu vorgesehenen „Schlitten“. Der Akku selbst ist auch einfach einzulegen und herauszunehmen, hat man einmal die Stelle gefunden, an der man ihn packen kann. Diese befindet sich genau in der Mitte.

Motorola PEBL V6 - auseinander von hinten

Motorola PEBL V6 - größeObwohl filigran gearbeitet, bekommt man bereits nach kurzer Zeit den Eindruck, dass das PEBL erstaunlich viel aushält. Einem Wurftest wollen wir es nicht unterziehen, doch macht es einen erstaunlich robusten Eindruck. Das mag zum einen an der guten und präzisen Verarbeitung liegen, zum anderen jedoch auch an der unglaublich guten Haptik: Nimmt man das Handy in die Hand, so möchte man es kaum wieder weglegen. Das Schlagwort „sanft“ erfüllt es in dieser Hinsicht auf jeden Fall. Übersetzt man das Wort übrigens in die Sprache der Ingenieure, so nennt sich die Oberflächen-Veredlung „Soft Touch“ und findet bei mehreren neuen Motorola-Handys Einsatz. Diese soll Motorola zufolge sehr robust sein und dem Nutzer ein angenehmes Handling vermitteln. Dabei können wir nur bestätigen, was die Marketing-Fachleute sagen. Mit „Soft Touch“ hat der amerikanische Hersteller einen echten Volltreffer gelandet. Doch kein Lachen ohne weinen: Leider hinterlässt man auf der schicken Oberfläche Fingerabdrücke, die doch deutlich ins Auge fallen.

Motorola PEBL V6 - zusammengeklappt
Motorola PEBL V6 - Verschluss offen
Motorola PEBL V6 - aufklappen
Motorola PEBL V6 - aufgeklappt
Die Spaltmaße des Handys sind äußerst gering. Alle Teile schmiegen sich an einander, das ganze Handy wirkt wie aus einem Guss. Gerade an der Scharnier-Verbindung zwischen Ober- und Unterklappe sind die Übergänge trotz unterschiedlicher Materialien geradezu fließend: Dazwischen passt kein Staubkorn mehr. Nicht ganz wird das Eindringen von Staub oder feinsten Materialien an der Oberseite zu verhindern sein: Neben der Kamera befinden sich rechts und links jeweils einen Millimeter große Schlitze, durch die etwas eindringen könnte. Würdigt man jedoch ein wenig den Schmuckstück-Charakter, so sollte man es gar nicht erst einer solchem Umfeld aussetzen. Es gehört nun mal mehr in die Großstadt und nicht in den Wald.

Schaut man sich, vermutlich wie beim Tankstopp eines neuen Autos oder Mietwagen, dann das Handy genauer an, fehlt etwas: Auf den ersten Blick verfügt das PEBL V6 über keinen Anschluss für ein Ladegerät oder Headset. Das kann natürlich nicht sein, und so entdeckt man beim Blick ins Handbuch an der Oberseite im Scharnier einen kleinen Gummi-Pfropfen, der den schon vom RAZR bekannten Mini-USB-Anschluss verbirgt. Jetzt wird es dann doch zum ersten Mal fummelig: Diesen vom Gerät abzuziehen ist echte Fingerspitzenarbeit. Zwar dürfte dies dank bis zu 400 Stunden Standby-Zeit nicht allzu oft der Fall sein, stören tut es trotzdem ein wenig.

Sehr seltsam hingegen ist das Thema Speichererweiterung: Obwohl Motorola in den Presseunterlagen darauf hinweist, man könne den mageren 5-Megabyte-Speicher mit Hilfe einer Transflash-Karte erweitern, ist davon am Gerät keine Spur zu entdecken. Nicht, dass eine mitgeliefert worden wäre, was die Verwirrung total gemacht hätte. Das Handbuch schweigt sich ebenso darüber aus wie die Kurzreferenz des PEBL. Wir müssen also davon ausgehen, dass das Gerät schlicht keine Speichererweiterung hat. Wer dennoch eine findet, der melde sich bitte bei der Redaktion und auch bei Motorola.

Die beiden mitgelieferten Zusatzkomponenten wie das Datenkabel und das Ladegerät, die am oberen Teil des Gerätes angeschlossen werden, sitzen fest und haben kaum Spiel. Entfernt werden diese genauso einfach wie angebracht: Simples Ziehen genügt. Angst vor Beschädigung ist dabei unbegründet: Alle in einander greifenden Teile sind solide verarbeitet.

Eine weitere Designspezialität liefert Motorola mit der Tastatur ab: Die Metall-Oberfläche mutet zunächst durch die sehr glatte Oberfläche mit den geschwungenen Linien zur Tastentrennung etwas seltsam an, da keine Taste gegenüber der Oberfläche erhaben ist. Die Anordnung ist hingegen klassisch Motorola: Alle Tasten liegen dort, wo man sie erwartet. In der Mitte befindet sich ein Navi-Key, der, obwohl aus Kunststoff, im gleichen Look wie der Rest der Tastatur daherkommt. Farbe auf dem Tastenfeld liefern lediglich die Anruf-Annahme- und die –Beenden-Taste. Im laufenden Betrieb nett und bei Dunkelheit unentbehrlich: Die Tasten sind im Hintergrund weiß beleuchtet, wie auch die geschwungenen Linien, die alle Tasten von einander absetzen sollen.

Die Tasten haben jeweils einen sehr präzisen Druckpunkt und fallen trotz der optischen Unterscheidung mit Hilfe der Wellenlinien recht groß aus. Verwirrend wirkt beim ersten Ausprobieren allenfalls die Tatsache, dass die mittleren Tasten „weiter oben zu sitzen scheinen als die rechts und links angebrachten. Dies ist zwar nur eine optische Täuschung, aber auch die muss man erst einmal überwinden. Entgegen anderen Mobiltelefonen machen die Tasten kein eigenes Geräusch, wenn man sie drückt. Lediglich die an- und abschaltbaren Tastentöne vermitteln den akustischen Eindruck, hier sei gerade etwas geschehen.

Motorola PEBL V6 - TastaturSieht man einmal von dem etwas eigenwilligen Tastatur-Layout ab, sind die Tasten immer gut zu treffen. Groß genug sind sie auf jeden Fall, ist doch die gesamte Fläche rund um die eingelassene Zahl eindrückbar. Doch von dem Design abzusehen ist schwierig: Auch nach einiger Eingewöhnungszeit muss man immer wieder hinschauen, um die richtige Taste zu treffen. Zwar wurde die Taste mit der Nummer „5“ mit einer kleinen Erhöhung versehen, doch hilft diese beim SMS-Tippen wenig, hat man doch eine nahezu blanke Oberfläche unter dem Daumen.

Eine echte Spezialität liefert der Klappenmechanismus: Will man das Handy öffnen, so schiebt man die Oberklappe mit dem Daumen ein wenig nach unten. Daraufhin schnellt der Mechanismus praktisch von alleine auf. Neukunden aufgepasst: Bei den ersten zwei Versuchen springt einem dabei das Handy durch die ruckartige Bewegung fast auf der Hand. Erst danach gewöhnt man sich daran, den unteren Teil ordentlich fest zu halten, um das PEBL nicht durch die Gegend springen zu lassen. Der Vorteil nach einiger Übung: Mit nur einer Hand lässt es sich, im Gegensatz zu vielen anderen Klapphandys, einfach öffnen und ein Gespräch annehmen.

Motorola PEBL V6 - größenvergleichEin kleiner Minuspunkt: Der Vibrationsalarm ist trotz der guten Verarbeitung noch leise hörbar. Im Gerät selbst scheint ein kleines Bauteil ein wenig locker zu sitzen, das leise mitschwingt. Legt man es auf einen Tisch, wird es jedoch nicht lauter: Dank der Soft-Touch-Oberfläche verbreiten sich die Bewegungen des PEBL nicht auf seine Umgebung. Einstellmöglichkeiten gibt es beim Handy viele: Neben Klingelton oder Vibration lassen sich auch beide verbinden oder zuerst ein Vibrationsalarm, und später dann ein Klingelton einstellen.

Zusätzliche Bauteile wir das mitgelieferte Handyband oder ein Umhängeband, was bei diesem Handy nicht fehl am Platze wären, lassen sich durch eine an der Oberseite eingelassene Metallöse einfädeln. Das ist kinderleicht, ist diese doch groß und abgerundet genug, um ein einfaches Anbringen und Entfernen zu gewährleisten.
 
Die inside-handy Wertung: 84%
 
 

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