Windows 10 Mobile und Akku-Ärger bremsen das Spitzenmodell

Datum: 15.12.2015 | Wertung: 87% | Produkt: Microsoft Lumia 950
Microsoft Lumia 950 im Test

Microsoft hat mit dem Lumia 950 sein neues Flaggschiff vorgestellt und mit dem ebenfalls brandneuen Windows 10 Mobile ausgestattet. Mit Tonnen von Ideen und einem riesigen Rucksack voller Funktionen kommt es zum Kunden und kostet ihn stattliche 600 Euro. Warum sich das Lumia 950 am Gepäck fast zu Tode schleppt und wie es sich doch noch vor dem Herzstillstand rettet, zeigt der Test von inside-handy.de

Design und Verarbeitung

Microsoft hat beim Design des Lumia 950 und des Lumia 950 XL eine gemeinsame Sprache genutzt, die schon aus den weniger ambitionierten Lumias des Jahres 2015 bekannt ist. Ein Kunststoff-Backcover umhüllt, wie beim Lumia 640 und dem Lumia 540, nicht nur die Rückseite, sondern auch die Flanken des Smartphones. Hier haben sich Fans der Metall-Rahmen des Lumia 930 oder Lumia 830 etwas mehr Aluminium oder Edelstahl gewünscht. Der Rest des Aussehens wirkt recht unspektakulär und praxisorientiert. Die Taster sind alle gut erreichbar und die Einhandsteuerung gelingt trotz des 5,2 Zoll großen Displays erstaunlich gut – große Hände vorausgesetzt. Die Balken ober- und unterhalb des Displays sind etwas größer als beim Phablet-Bruder und zählen nicht zu den Platzsparendsten auf den Markt, bewegen sich jedoch auf einem akteptablen Niveau.

Die Materialien sind, trotz des Verzichts auf Metall hochwertig, obwohl sich nie das Gefühl einstellt, ein 600-Euro-Handy in den Händen zu halten. Trotzdem hat die Plastik-Arie einen vernünftigen Hintergrund und der lautet: Wärme. Microsoft will damit ein besseres Temperatur-Mangament des Prozessors erreichen.

Microsoft Lumia 950

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    Das Lumia 950 unterscheidet sich äußerlich von seinem großen Bruder Lumia 950 XL durch die Kamera, die Display-Größe und ...
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    ... die Tasteranordnung.

Bei der Verarbeitung fallen die Materialien wieder ins Auge. Auch beim Rahmen setzt Microsoft voll auf Kunststoffe und erreicht so einen natürlichen Schutz vor Verbiegen, Kratzern oder Dellen im Gehäuse. Das Smartphone knarzt im Test, im Gegensatz zum Lumia 950 XL, nicht. Beim Verbiegen und Torsion krümmt sich das Lumia 950 ordentlich, federt aber dank des Kunststoffes wieder in seine angestammte Form zurück: Stabilität durch Flexibilität.

Die Druckempfindlichkeit der Taster kann bei der Lautstärkewippe und dem Powerbutton als gut, beim dezidierten Kameraauslöser als zu weich beschrieben werden. Der Kameraknopf hat zwei Druckpunkte, wobei der erste schwierig zu erfühlen ist und wenig haptisches Feedback gibt, der zweite hingegen auf dem guten Niveau der anderen Taster liegt.

Beim Lieferumfang bleibt, wie bei Microsoft üblich, die audiophile Beschallung über beigelegte Kopfhörer außen vor. Der Rest des Pakets ist in ordentlicher Qualität und vollständig vorhanden.

Das Design und die Verarbeitung sind gut, jedoch ist das Material und auch das Fehlen des Kopfhörers nicht das, was man sich für ein Spitzenmodell als Optimum vorstellt. Damit gibt es in dieser Kategorie einen kleinen Abzug.

Wertung: 4 / 5

Display

Beim Display geht Microsoft auf Nummer sicher und verbaut ein QHD-Panel mit einer Diagonalen von 5,2 Zoll. Damit entwickelt das Lumia 950 eine Pixeldichte von tollen 565 ppi. Die Suche nach einzelnen Pixeln erübrigt sich damit. Doch nicht nur die blanken Zahlen können beim Display überzeugen. Die Helligkeit, die Blickwinkelstabilität und auch die Helligkeitsautomatik können Eindruck schinden. Alles funktioniert einwandfrei und ohne Macken. Auch beim Wischen über das Gorilla Glas 3 kommt Freude auf: Die Oberfläche fühlt sich glatt an und die Steuerung läuft präzise wie eine Schweizer Taschenuhr.

Microsoft Lumia 950 im Test

Bis in den letzten Winkel: Das Display des Lumia 950 kann immer abgelesen werden

Bei den Farben muss mit einer sehr warmen Einstellung gelebt werden. Der Weißwert liegt weit weg von einer neutralen Farbgebung. Die Einstellung ist recht augenschonend und verhindert brennende Sehorgane beim nächtlichen SMS-Lesen, jedoch muss man mit der Weißdarstellung leben und diese wird nicht jedem gefallen. Die Weißdarstellung befindet sich damit im Bereich der AMOLED-Displays in guter Gesellschaft, denn bauartbedingt sind Weißdarstellungen für AMOLED-Displays immer problematisch. Die genauen Unterschiede der Technologien hat inside-handy.de in zwei gesonderten Artikeln aufgezeigt.

Teil 1: LCD, TFT, IPS
Teil 2: OLED, AMOLED, SuperAMOLED

Fast keine Kritik, fast keine Einschränkungen: Das Display des Lumia 950 ist hervorragend und gibt fast keinen Grund zur Beanstandung. Einzig die Farbdarstellung ist etwas zu warm geraten, was aber dem Geschmack des Nutzers überlassen bleibt.

Wertung 5 / 5

Ausstattung und Leistung

Microsoft stattet sein kleineres Spitzenmodell nicht wie das Phablet Lumia 950 XL mit dem Top-Prozessor Snapdragon 810, sondern mit dem eine Etage darunter befindlichen Snapdragon 808 aus. Damit baut man auf den gleichen Prozessor wie schon das LG G4, das wohl aus schlechter Erfahrung seitens LG auf den Snapdragon 810 verzichtet. Der Prozessor, der mit 1,8 Ghz auf sechs Kernen taktet, wird von 3 GB Arbeitsspeicher unterstützt. Heraus kommt ein Antutu Benchmark-Wert von 23.090 Punkten. Das Lumia 950 XL knackte im Test von inside-handy.de die 30.000er-Marke und bietet somit eine ganze Ecke mehr Power.

Microsoft Lumia 950 im Test

Kommt nicht an das XL ran: Der Benchmark-Wert des Microsoft Lumia 950 hält sich auf Distanz zum großen Bruder

Trotzdem reicht die Leistung des Lumia 950 im Alltag allemal. Bei aufwendigeren Anwendungen wie dem Rennspiel Asphalt 8 Airborne kommt es ebenfalls nicht ins Stocken. Dennoch ist die kleinere Rechenleistung spürbar und das Lumia 950 braucht in vielen Situationen einen Moment länger als sein großer Bruder. Bei hochbelastenden Anwendungen ist eine deutliche Erwärmung des Rückdeckels spürbar. Doch auch in 30 Minuten Dauereinsatz konnte das Lumia 950 nicht überhitzt werden und es spulte stoisch die zu erwartenden Berechnungen herunter.

Ansonsten besitzt das Microsoft Lumia 950 die folgenden Verbindungsmöglichkeiten:

Feature

Ja Nein Funktion

HSPA

X   Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 21 Mbit/s
HSPA+ X   Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 42 Mbit/s
LTE X   Mobilfunkstandard, Down-max 300 Mbit/s, Up-max 50 Mbit/s
USB-OTG X   Ermöglicht den Anschluss externer Geräte wie USB-Sticks, Festplatten oder Tastaturen
DLNA X   Standard zu kabellosen Übertragung von Medieninhalten, zum Beispiel auf einen Fernseher
NFC X   Ermöglicht eine Bluetooth-Verbindung zu einem anderen Gerät durch kurzes Berühren
Miracast X   Ermöglicht das kabellose Teilen der Anzeige mit einem anderem Gerät
MHL X   Erlaubt die kabelgebundene Verbindung über die Micro-USB-Schnittstelle zu einem HDMI-Port
Infrarot-Fernbedienung   X Ermöglicht den Einsatz als Universal-Fernbedienung
Bluetooth-Version X   4.1
WLAN-Standards X   IEEE 802.11 a/b/g/n/ac
Qi X   Ermöglicht das kabellose Laden des Smartphones
Dual-SIM    X Ermöglicht den Betrieb von zwei SIM-Karten parallel

Bei der Ausstattung lässt sich Microsoft nicht lumpen. Mit einer prall gefüllten Verbindungsliste und kleinen Schmankerln wie dem Iris-Scanner und Continuum liegt man mit dem Gesamtpaket ganz weit vorne. Der Iris-Scanner funktioniert subjektiv etwas schneller als beim großen Bruder Lumia 950 XL, was an der unterschiedlichen Anordnung des Hilfslichts und der 2-Megapixel-Kamera zur Vermessung des Auges liegen kann.

Das Lumia 950 kommt bei der Leistung fast an seinen großen Bruder heran, obwohl ein etwas schwächeres Herz verbaut ist. Die Ausstattung ist dabei die gleiche und so gibt es in dieser Kategorie nur einen kleinen Abzug.

Wertung: 4,5 / 5

Kamera

Die Kameraausstattung des Lumia 950 will bei den ganz Großen am Markt mitspielen und bewies schon durch den großen Bruder im Blindtest der Redaktion von inside-handy.de, dass man bei Microsoft bei der Wertung der Bildqualität nicht weit vom Spitzenplatz entfernt ist. Das Ergebnis würde wohl mit dem Lumia 950 genau gleich lauten: Hinter dem Sony Xperia Z5 Premium und auf Augenhöhe mit dem Apple iPhone 6s Plus auf Platz zwei. Dabei kann die Kamera auch mit anderen Werten brillieren.

Sie ist nicht nur sehr schnell beim Auslösen und bei der Gesamtbedienbarkeit. Auch der Autofokus ist bei klaren Strukturen sehr fix. Dabei tendiert er im Nahbereich etwas dazu, lieber den einfachen Weg des Hintergrundschärfens zu nehmen. Trotzdem überzeugt die Performance des Kamerapakets hardware-, wie auch softwareseitig.

Microsoft Lumia 950 Kamerabilder

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    Die Kamera des Microsoft Lumia 950 löst mit 19 Megapixel im 4:3-Format auf und ...
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    ... im 16:9-Format mit 16 Megapixel.

Die Bilder des Microsoft Lumia 950 in voller Auflösung

Die Kamera-App stammt noch aus den Ingenieurbüros von Nokia und zeigt auch 2015 keine Schwächen in der Bedienbarkeit der manuellen Einstellungen. Sie sind mit einem Wisch von rechts nach links im Bild und können locker mit einer Hand gesteuert werden. Mit ein wenig Übung kann auf die Automatik fast verzichtet werden. Sie leistet sich aber auch keinen Schnitzer und so kommt ein rundes Gesamtpaket zustande.

Microsoft Lumia 950 im Test

Fast wie zu Nokias Zeiten: Die Kamera-App ist übersichtlich und schnell zu bedienen.

Die Bildqualität, die Bildverarbeitung, die Automatiken und auch die Bedienbarkeit der Kamera des Microsoft Lumia 950 sind hervorragend. Hier können sich die Amerikaner, auch dank der Ingenieursleistung Nokias, mit den Referenzen am Markt messen.

Wertung 5 / 5

Software und Multimedia

Die bisherige Leistung in den Kategorien Design und Verarbeitung, Kamera, Ausstattung und Leistung und auch das Display wird von Microsoft durch die Software fast verschrottet. Die gröbsten Aussetzer der Software waren während der noch kurzen Testphase das Abstürzen bei der Video-Stream-Session und das Öffnen der Kamera-App während des Testtelefonats.

Was beim Lumia 950 XL noch als kleine Wackler in der Software zum Tragen kam, wirkt sich hier auf die Akkuleistung und den Genuss des Betriebssystems, das ohne Zweifel hübsch gestaltet und und mit tollen Funktionen aufgewertet ist, aus.

Abgesehen davon kann Windows 10 Mobile, wie schon beim Lumia 950 XL, in weiten Teilen sehr gut gefallen und Microsoft steckt einige nützliche Softwarepakete mit in den Lieferumfang. Darunter ist vor allem das Office-Paket, das mit Continuum auch gut nutzbar ist. Lobend sei hier auch der Verzicht auf Bloatware genannt, die im Lumia 950 XL installiert ist, jedoch auch gelöscht werden kann. Beim kleinen Bruder ist das glücklicherweise nicht nötig. Ein weiterer Vorteil: Im Multiwindow-Modus werden die einzelnen Seiten nicht wie beim großen Bruder in zwei Zeilen, sondern wie bei Windows Phone 8.1 in einer Zeile neben dem Homescreen angezeigt. Dadurch lassen sich die verschiedenen Anwendungen leichter mit einer Hand erreichen und wieder zu ihnen Wechseln. Beim endgültigen Beenden der einzelnen Apps hilft das einfache nach unten Wischen.

Microsoft Lumia 950 Screenshots

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    Das Betriebssystem Windows 10 Mobile ist schon aus der XL-Variante bekannt und ...
  • 2/16
    ... kommt im Lumia 950 ohne Bloatware aus.

In der Multimedia-Abteilung verfliegt die Begeisterung über die schöne Musik-App beim Abspielen über den verbauten Lautsprecher schnell. Er spielt zwar laut, was ihm auch bei Sprachwiedergabe beim Telefonieren zu Gute kommt, aber auch wenig audiophil. Dünner Bass und quietschige Höhen sind allerdings ein Manko, das nur wenige Hersteller ernsthaft angehen und mit ordentlicher Bestückung auf Lautsprecherseite zu begegnen wissen. Hier kann nur Marshall und HTCs One-M-Serie genannt werden, die es dem Rest des Marktes vormachen, wie es richtig geht. Microsoft legt keine Ohrstöpsel mit ins Paket, was zwar vordergründig ärgerlich und ein Mangel ist, auf den zweiten Blick und mit Bedacht darauf, welche Qualität an In-Ear-Kopfhörern zumeist in den Smartphone-Verpackungen mitgeschickt wird, sogar als konsequent einzuordnen ist. Mit den Referenz-Kopfhörern der Redaktion spielt das Microsoft Lumia 950 ordentlich und mit genügend Druck. Dazu wird die gesamte Bandbreite harmonisch wiedergegeben.

Microsoft Lumia 950 im Test

Manuell oder voreingestellt: Der Equalizer und die Musik-App Groove-Musik können sich sehen lassen

Zwei Umstände bringen das Lumia 950 in die Breduille: Zum einen die wacklige und instabile Leistung des Betriebssystems, zum anderen die mittelmäßige Multimedia-Ausstattung. Microsoft kann die Kohlen hier mit Continuum und dem Software-Paket zwar nochmal aus dem Feuer holen, jedoch ist die Leistung nicht souverän.

Wertung 4 / 5

Akku

Die schon angesprochenen Softwareprobleme richten die Akkuleistung zugrunde. Im harten Intensivtest mit einer Dauer von 8 Stunden erhält sich das Microsoft Lumia 950 noch einen unterirdischen Wert von 35 Prozent. Nach weiteren 16 Stunden im Standby bleiben ihm noch 22 Prozent übrig. Beides Werte, die einem modernen Smartphone die Schamesröte ins Gesicht treiben müssten. Das Lumia 950 verbrennt aber ganz cool wärend der dreißigminütigen Spiele-Session 19 Prozent der Gesamtenergie. Dazu kommen 11 Prozent beim Video Streaming und heftige 9 Prozent während des Testtelefonats. Während des Telefonats öffnete sich im Hintergrund die Kamera-App und saugte wohl einen Großteil der genannten Ladung.

Die schwache Akku-Leistung kann zum einen durch die Software erklärt werden. Dazu kommt eine gewisse “Eingewöhnungszeit”, die sich Akkus und das Energiemanagement zum Beginn ihres Lebenszyklus gönnen. Der Akkutest wird in den kommenden Tagen noch einmal durchgespielt. Wenn eine signifikante Verbesserung eintritt, werden der Test und die Wertung entsprechend angepasst.

Microsoft Lumia 950 im Test

Mieses Ergebnis: Wenn sich beim zweiten Test nichts signifikant besser, stolpert Microsoft über seinen Akku

Die verhältnismäßig gute Wertung in diesem Bereich rührt vor allem daher, dass Microsoft mit 3.000 mAh ordentlich Energie in den Akku packt und ihn austauschbar macht. Damit bietet man neben LG bei den Spitzenmodellen am Markt eine einmalige Option, schnell wieder Strom ins Handy zu bekommen, auch wenn keine Steckdose in der Nähe ist.

Die Akkuleistung ist in der ersten Testrunde schlecht bis unterirdisch. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Werte im Laufe der Nutzung stabilisieren, ansonsten muss Microsoft dringend mit einem Update nachhelfen und die Fehler in der Software beheben, wie auch den Akkuverbrauch an sich verbessern.

Wertung: 3,5 / 5

Fazit

Microsoft hat mit dem Lumia 950 ein Smartphone vorgestellt, das vollgepackt ist mit tollen Funktionen und in weiten Teilen eine hervorragende Figur im Test macht. Software-Aussetzer und der zum Teil dadurch verursachte schwache Akku-Test trüben das Bild allerdings etwas. Mit ihm schleppt es sich gerade so über die Ziellinie des Tests und hinterlässt in diesem Bereich einen schwachen Eindruck.

Trotzdem kann sich das Lumia 950 die gleiche Sternewertung verdienen, wie sein großer Bruder, rangiert allerdings nur knapp in der sehr guten Wertung. Trotzdem ist das Lumia 950 ein gutes Handy, das einige Alleinstellungsmerkmale gegenüber seinen Konkurrenten besitzt.

Einige dieser Merkmale hängen jedoch direkt mit einem der Kritikpunkte zusammen: Das Plastikkleid ermöglicht kabelloses Laden, Wechselakku und austauschbare Backcover, dafür ist es eben aus Plastik und kann mit der Haptik der edlen Konkurrenz-Smartphones nicht mithalten. Wer damit leben kann, kein aus den Vollen gefrästes Gehäuse zu besitzen, kann also getrost ein Auge auf Microsofts kleineres, aber nicht kleines Flaggschiff werfen.

Microsoft Lumia 950 im Test

Pro

  • tolles Display
  • sehr gute Kamera
  • tolle Funktionen
  • großes Ausstattungspaket

Contra

  • noch unrundes Betriebssystem
  • Plastikkleid
  • mieser Akku

Gesamtwertung: 4,5 / 5

Preis-Leistung

Für das Lumia 950 verlangt Microsoft zum Marktstart knapp 600 Euro. Damit liegt Microsoft im Mittelfeld der Flaggschiffe am Markt, gibt jedoch zur Zeit noch das über 100 Euro teure Display-Dock kostenlos dazu. Das schmälert den Preis des Smartphones zwar, jedoch bleibt die Gesamtinvestition recht hoch.

Für das Geld bietet Microsoft ein Gesamtpaket mit kleinen Tücken (Software-Bugs, Akku-Leistung), jedoch auch mit vielen Alleinstellungsmerkmalen (Continuum, Wechsel-Akku). Sie werden beim Lumia 950 Dual SIM noch um die Funktion der zweiten SIM-Karte erweitert, was die Dual-SIM-Variante zu einem heißeren Kandidaten in dieser Kategorie macht. Die Preise beider Geräte werden wohl recht schnell nachgeben. Danach ist das Lumia 950 eine Empfehlung. Im Moment erscheint das Smartphone zwar sein Geld wert zu sein, ein Schnäppchen ist es mit Blick auf die kleinen Unzulänglichkeiten jedoch nicht.

Alternativen

Alternativen können an verschiedenen Fähigkeiten aufgehangen werden:

Windows 10 Mobile

Wenn das Betriebssystem Windows 10 Mobile das entscheidende Kriterium für den Kauf sein soll, kann vor allem das etwas größere Lumia 950 XL oder auch die Dual-SIM-Version des Lumia 950 empfohlen werden. Dazu werden eine ganze Reihe von Lumia-Modellen mit dem neuen Betriebssystem ausgestattet. So kann auch ein Blick auf das sehr gute Lumia 930 oder das preisgünstige Lumia 830 geworfen werden.

Flaggschiff-Smartphone

Wem Leistung und ein großer Bildschirm wichtiger sind als das aufgespielte Betriebssystem, kann sich vor allem im Android-Lager bei Samsungs Galaxy S6 edge oder dem LG G4 umsehen. Vor allem das LG G4 mit seinem 5,5 Zoll großen Display ist hier eine viel günstigere Alternative. Wer eine gewisse Exklusivität bei der Software sein Eigen nennen möchte, kommt an den Lumias von Nokia, dem iPhone 6 oder dem iPhone 6s nicht vorbei.

Wechselakku und Speichererweiterung

Spitzenmodelle mit Wechselakku und Speichererweiterung sind mittlerweile rar geworden am Markt. Der Trend zum Metall-Unibody hat den austauschbaren Energiespeichern den Gar aus gemacht und die profitable Staffelung der Preise über den verbauten Speicher verhindert, dass zumindest die beiden Markt-Dominatoren Apple sowie Samsung Speichererweiterungen verbauen. Damit bleibt in dieser Kategorie nur der Griff zu den Lumias der 950-Familie oder wiederum zum LG G4, das als einziges aktuelles Flaggschiff beides bietet.

Continuum

Wer sein Smartphone als Mini-Computer an größere Monitore anschließen will und dabei auf einer Desktop-Oberfläche arbeiten möchte, kommt nicht an den beiden Spitzenmodellen von Microsoft vorbei. Die Funktion wird, trotz Updates auf Windows 10 Mobile für ältere Lumia-Modelle, erstmal exklusiv im Lumia 950 XL, Lumia 950 Dual SIM und dem Lumia 950 angeboten.

Microsoft Lumia 950 Dual SIM

Das Lumia 950 besitzt einen Bruder, der mit zwei SIM-Karten funktioniert und keine signifikanten Einschränkungen besitzt. Das Lumia 950 Dual SIM wird allerdings nicht über die Mobilfunkbetreiber vertrieben und steht somit bei den entsprechenden Angeboten der Tarif-Anbieter nicht im Fokus. Trotzdem sollte man einen Blick auf diese Alternative werfen.

Selbst Microsoft selbst hat bei den Open Days in München versichert, dass es keine Funktionseinschränkungen in der Dual-SIM-Variante gegenüber der herkömmlichen Variante gibt. Das Preisschildchen mit der Aufschrift 599 Euro ist ebenfalls das identische. Damit bietet die Dual-SIM-Variante eine Funktion mehr als das Lumia 950 in der Single-SIM-Version, und das zum gleichen Preis.

Wer das Microsoft Lumia 950 außerhalb eines Vertragsabschlusses oder einer Vertragsverlängerung kaufen möchte ist somit mit dem Microsoft Lumia 950 Dual SIM am besten beraten.

Autor: Michael Büttner

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