Spitzenphablet mit Windows 10 Mobile und kleinen Tücken

Datum: 02.12.2015 | Wertung: 93% | Produkt: Microsoft Lumia 950 XL
Microsoft Lumia 940 XL

Fans und Fachwelt haben lange auf das erste Spitzenmodell von Microsoft gewartet. Nun ist das Lumia 950 XL da und wird durch den Testparcours gescheucht. Dabei wechseln sich Jubelarien mit todtraurigem Wehklagen ab. Den Grund für die Stimmungsschwankungen, und warum am Ende doch eine sehr gute Bewertung herauskommt, klärt der Test bei inside-handy.de.

Verarbeitung und Design

Microsoft baut bei seinem Flaggschiff nicht auf einen Metall-Unibody, sondern auf einen abnehmbaren Rückdeckel inklusive des damit oft einhergehenden Wechselakkus. Dabei geht es bei der Materialwahl laut Microsoft nicht vordergründig um das Design, sondern um die Wärmeableitung, die bei einem Kunststoff-Rückdeckel einfacher zu realisieren sei. Damit baut man mit LG als einziger Hersteller in der Spitzenklasse auf diese Bauart und nutzt sie, ähnlich den Koreanern, für einen größeren Gestaltungsspielraum aus. Zwar bietet man selbst die Rückdeckel nur in Schwarz und Weiß an, jedoch hat man mit einigen Partnern, wie dem finnischen Hersteller mozo, Kooperationen, die für mehr Farbe und andere Materialien sorgen.

Der Kunststoff auf der Rückseite fühlt sich hochwertig an und die Übergänge der Flanken zu den Displays sind ebenfalls gelungen. Beim Lumia 950 XL schließt das Display mit der Glaskante ab und fühlt sich damit in sich geschlossen an.

Beim Erstkontakt fällt auf, dass beim Lumia 950 XL der Power-Button zwischen den Laut- und Leiser-Taster angebracht ist. Für die Größe von 5,7 Zoll eine gute Lösung, denn alle Taster werden zielsicher erreicht. Die Druckstärke zeigt sich als angenehm straff ohne übertrieben schwergängig zu wirken. Der Druckpunkt ist dementsprechend gut erfühlbar. Beim XL-Lumia eilt allerdings die zweite Hand des Öfteren zur Unterstützung bei der Bedienung herbei.

Microsoft Lumia 950 XL

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    Die Rückseite des Microsoft Lumia 950 XL wird dominiert von der großen Kameraeinheit.
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    Auf der Front erstreckt sich ein 5,7 Zoll großes Display.

Bei der Verarbeitung des Phablets geben sich die Amerikaner keine Blöße. Spaltmaße sind nicht zu finden und beim Verbiegen oder bei Torsion knarzt und knackt nichts. Der Rückdeckel lässt sich fest mit dem Gehäuse verbinden und rastet satt ein.

Update vom 8. Dezember 2015

Der gute Eindruck der Verarbeitung konnte sich nach nur einer Woche im weiteren Testbetrieb nicht bestätigen. Der Rückdeckel schließt an der Stelle der Einkerbung für das Öffnen des Deckels nicht mehr bündig und dadurch entsteht ein hör- und fühlbarer Bewegungsspielraum, der den Gesamteindruck etwas schmälert. Für den sehr schnellen Verschleiß muss sich das Lumia 950 XL bei der Verarbeitung-Wertung ein Abzug gefallen lassen. Dadurch ändert sich die Wertung im Bereich Verarbeitung und Design von 4,5 / 5 auf 4 / 5. Das Gesamtergebnis wird dadurch um 1 Prozent heruntergezogen, das Lumia 950 XL behält jedoch weiterhin seine Gesamtwertung von 4,5 / 5 Sternen.

In Rückdeckel ist auch das NFC- und das QI-Modul verbaut, was auch bei den bisher bekannten Partnern so sein wird. An der Frontseite kann nichts kritisiert werden. Das Display fühlt sich beim Wischen gut an und die Steuerung läuft über das verbaute Gorilla Glas 4 sehr flüssig. Die Balken ober- und unterhalb des Displays könnten etwas schmaler sein, jedoch befinden sie sich noch in einem akzeptablen Größenbereich.

Der Lieferumfang besteht, wie bei den Lumia-Smartphones üblich, aus Schnellanleitung, Netzadapter und jetzt auch einem USB-Typ-C-Kabel. Auf ein Headset verzichtet Microsoft.

Die Designer von Microsoft haben mit dem Lumia 950 XL zwar kein sonderlich edles Smartphone kreiert, jedoch stimmen die Haptik, die Verarbeitung und die Steuerung. Das fehlende Headset und die nicht ganz überragenden Materialien verhindern jedoch eine Top-Bewertung.

Wertung: 4 / 5

Display

Im Lumia 950 XL kommt ein QHD-Display mit 1.440 x 2.560 Pixeln zum Einsatz, was bei der Diagonalen von 5,7 Zoll zu einer Pixeldichten von 515 ppi führt. Die AMOLED-Bauweise zeigt sich mit kräftigen Farben auf den ersten Blick als guter Vertreter ihrer Art. Die genauen Unterschiede der Display-Technologien hat inside-handy.de in zwei gesonderten Artikeln aufgearbeitet.

Teil 1: LCD, TFT, IPS 
Teil 2: OLED, AMOLED, SuperAMOLED 

Das Display kann auch noch bei sehr schiefer Draufsicht abgelesen werden. Die automatische Helligkeitsregelung funktioniert prima und Microsoft integriert einige Displayanpassungen für Menschen mit eingeschränkter Sehfähigkeit. Insgesamt könnte das Display noch ein wenig heller sein oder mehr Reserven nach oben bieten. Hier wird jedoch im Alltag nichts vermisst und nur in Ausnahmesituationen könnte es noch etwas mehr Power haben.

Microsoft Lumia 940 XL

Nichts zu meckern: Die Ablesbarkeit beim Lumia 950 XL ist top.

Die Auflösung, die Farben und die Sekundärleistungen wie Helligkeitsautomatik und Ablesbarkeit bei schiefer Draufsicht gehören klar in die Spitzenklasse. Damit bewirbt sich das Lumia 950 XL für die engere Wahl des Display-Königs am Markt.

Wertung: 5 / 5

Ausstattung und Leistung

Der Prozessor des Lumia 950 XL, der zwar nicht mehr brandneue aber performante Snapdragon 810 aus dem Hause Qualcomm, leistet beim Antutu Benchmark-Test die beste Performance aller bisher von inside-handy.de getesteten Lumia-Modelle. Als Vergleich kann das vergangene Flaggschiff Lumia 930 herhalten. Das Lumia 950 XL erreicht gut 30.000 Punkte und überbietet damit das Lumia 930 mit seinen gut 25.000 Punkten um in Windows-Dimensionen ordentliche 5.000 Punkte.

Der Vergleich mit Benchmark-Werten von Android- oder iOS-Geräten entfällt hier, da die verschiedenen Betriebssysteme in diesem Punkt nicht vergleichbar sind. Der Arbeitsspeicher unterstützt im neuen Phablet-Modell den Prozessor mit 3 GB Kapazität. Der Hauptspeicher umfasst 32 GB und kann mittels Micro-SD-Karte um theoretisch 2 TB erweitert werden.

Antutu Benchmarkt Microsoft Lumia 950 XL

Das schnellste Lumia bisher: Das Phablet von Microsoft erreicht den Spitzenwert aller Lumia-Handys bei inside-handy.de

In der Praxis wirkt das Lumia 950 XL schnell, braucht aber, beispielsweise bei der Rückkehr aus einer Funktion auf den Home-Screen, etwas, um ihn zu laden. Das ist zwar kein Beinbruch, verlangsamt jedoch den Workflow ab und an.

Bei der Ausstattung wird nichts vermisst, außer man möchte zwei SIM-Karten nutzen oder einen Fernseher mit einer Infrarot-Schnittstelle bedienen. Sonst ist alles an Bord, was derzeit en Vogue ist. Ein Fingerabdruck-Scanner wird nicht integriert, dafür wird mittels Iris-Scanner entsperrt. Er soll laut Microsoft um den Faktor 10 sicherer sein, als ein Fingerabruck-Scanner.

Das Entsperren mittels Auge funktioniert nach der kurzen und einfach zu bedienenden Einrichtung ordentlich, jedoch hat der Scanner mit einer Brille und schlechtem Licht leichte Probleme. Das Lumia 950 XL lernt allerdings dazu und entsperrt während der Testphase von drei Tagen immer stabiler.

Ansonsten besitzt das Microsoft Lumia 950 XL die folgenden Verbindungsmöglichkeiten:

Feature

Ja Nein Funktion

HSPA

X   Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 21 Mbit/s
HSPA+ X   Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 42 Mbit/s
LTE X   Mobilfunkstandard, Down-max 300 Mbit/s, Up-max 50 Mbit/s
USB-OTG X  d Ermöglicht den Anschluss externer Geräte wie USB-Sticks, Festplatten oder Tastaturen
DLNA X   Standard zu kabellosen Übertragung von Medieninhalten, zum Beispiel auf einen Fernseher
NFC X   Ermöglicht eine Bluetooth-Verbindung zu einem anderen Gerät durch kurzes Berühren
Miracast X   Ermöglicht das kabellose Teilen der Anzeige mit einem anderem Gerät
MHL X   Erlaubt die kabelgebundene Verbindung über die Micro-USB-Schnittstelle zu einem HDMI-Port
Infrarot-Fernbedienung   X Ermöglicht den Einsatz als Universal-Fernbedienung
Bluetooth-Version X   4.1
WLAN-Standards X   IEEE 802.11 a/b/g/n/ac
Qi X   Ermöglicht das kabellose Laden des Smartphones
Dual-SIM    X Ermöglicht den Betrieb von zwei SIM-Karten parallel

Die Telefonfunktion arbeitet auf hohem Niveau. Die Gesprächsqualität ist völlig in Ordnung und auch die Freisprechfunktion gibt den Gesprächspartner sauber wieder. Einzig die Lautstärke könnte noch etwas voluminöser sein.

Leistung und Ausstattung sind beim Lumia 950 XL zur Genüge vorhanden und auch anspruchsvolle Aufgaben werden schnell gemeistert. Der Iris-Scanner könnte jedoch flotter und treffsicherer sein.

Wertung: 4,5 / 5

Kamera

Die rückseitig verbaute Kamera des Lumia 950 XL löst mit 20 Megapixeln auf und soll einen 16:9-Sensor besitzen, vor dem ein Objektiv mit einer Blende von 1:1,9 sitzt und in dem ein optischer Bildstabilisator verbaut ist. Bei der Begutachtung der Endergebnisse fällt jedoch auf, dass die 20 Megapixel, die Microsoft verspricht, nie ganz zum Tragen kommen. Der Sensor besitzt zwar knapp die angegebene Anzahl an Pixeln, jedoch sind Bilder, wie auch in der App angegeben, im 16:9-Format nur mit einer Auflösung von knapp 16 und im 4:3-Format mit gut 18 Megapixeln möglich. Die Frontkamera besitzt dabei eine Auflösung von 5 Megapixeln, die im 4:3-Format erreicht wird. Eine zweite Kamera mit 2 Megapixeln an der Front übernimmt die Iris-Kontrolle, kann jedoch nicht zum Fotografieren genutzt werden.

Microsoft Lumia 950 XL Kamerabilder

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    Die Kamera des Lumia 950 XL besitzt 20 Megapixel, wobei Bilder im 4/3-Format mit 18 Megapixel ausgegeben werden.
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    Die Leistung der Kamera ist durchweg sehr gut.

Die Aufnahmen des Lumia 950 XL in voller Auflösung

Ab dem ersten Schnappschuss werden sich Lumia-Freunde sehr schnell zurechtfinden. Die Kamera-App, die nun die native App für Windows 10 wird, besitzt das Design und die Bedienbarkeit der aus der Nokia-Zeit stammenden Software. Die manuellen Einstellungen lassen sich schnell verstellen und auch die Frontkamera kommt in den Genuss einiger manueller Verstellmöglichkeiten. Bei der Videofunktion sind sie, wie bei der Konkurrenz, nicht integriert – außer die löbliche manuelle Bedienung der Schärfeebene und des groben Weißabgleichs. Dafür hat Microsoft eine Zeitlupenfunktion verbaut, die mit 120 Bildern pro Sekunde aufnimmt.

Einen ähnlich positiven Eindruck hinterlässt die Makrofähigkeit des Lumia 950 XL. Mit ihr ist man nah am Objekt und erarbeitet trotzdem scharfe Bilder. Dabei können Farben und Auflösung überzeugen.

Microsoft Lumia 940 XL

Alter Bekannter: Die Kamera-App stammt noch von Nokia und ist wie eh und je sehr gut.

Die Kamera reagiert beim Druck auf den Auslöser sehr flink und kann auch mit der Schnellstarttaste und dem manuellen Auslöseknopf recht flott aktiviert werden. Ist die Umgebung zu dunkel, unterstützt ein dreifarbiger LED-Blitz die Kamera an der Rückseite.

Bei der Kamera schnürt Microsoft ein Rundum-Wohlfühl-Paket, das ganz in der Tradition der Nokia-Zeit der Lumia-Baureihe einen hervorragenden Eindruck macht und dabei zu den Referenzkameras von LG G4, Samsung Galaxy S6 und Sony Xperia Z5 Premium aufschließt.

Wertung: 5 / 5

Software und Multimedia

Microsoft stattet das Lumia 950 XL mit Windows 10 Mobile aus und garniert es mit der neuen Continuum-Funktion. Sie wird von inside-handy.de in einem gesonderten Artikel behandelt, machte aber bei einem ersten kurzen Testlauf eine gute Figur und ließ flüssiges Arbeiten zu. Die neue Nutzeroberfläche lässt sich ebenso flüssig steuern. Trotzdem hakt es ab und an und im Test musste das Lumia 950 XL dreimal neu gestartet werden - vorzugsweise, wenn mehrere Funktionen parallel geöffnet sind. Dazu kam ein Ausfall des Bluetooth-Moduls und der Iris-Erkennung beim Entsperren. Nach einem Neustart waren beide Funktionen wieder einsatzbereit. Hier muss Microsoft schnellstens nachbessern und ein Update zur Systemstabilisierung und mit Bug-Fixes an den Start bringen.

Trotz der beiden Blackouts und des temporären Ausfalls der beiden Funktionen kann Windows 10 Mobile auf dem Lumia 950 XL gefallen und auch das Software-Paket kommt mit praktischen Funktionen. Während die Office-Anwendungen zur Produktivität beitragen, hat Microsoft aber auch ein paar Software-Pakete von Drittanbietern, die nicht jedem gefallen werden, integriert. So ist ein Sky-Go-Paket enthalten, sowie eine App von Amazon und eine von Expedia.de. Die einzelnen Bloatware-Programme sind jedoch mit wenigen Klicks löschbar und somit recht fix entfernt.

Microsoft Lumia 950 XL Screenshots

  • 1/22
    Windows 10 Mobile auf dem Lumia 950 XL sieht schick aus und ...
  • 2/22
    ... schiebt dem Kunden Bloatware unter.

In der Multimedia-Sektion gibt es wenig auszusetzen. Zwar sind die Lautsprecher nur Durchschnitt, jedoch können der Klang über die Klinkenbuchse und die Einstellmöglichkeiten über den generellen Equalizer überzeugen. Er ist nicht in die Musik-App, sondern in die Einstellungen eingebunden. Das erfordert zwar bei einem Wechsel des Musik-Genres ein paar Klicks mehr, jedoch wirkt sich der Equalizer dafür auch in allen Abspielsituationen aus. Neben dem mit der Hand verstellbaren Equalizer sind zusätzlich vorgefertigte Einstellungen auswählbar. Dazu gibt es, und diese Funktion ist in Spitzenmodellen nicht selbstverständlich, ein UKW-Radio, das auch bei schwachem Netz und ohne Audio-Stream für Musik und Information sorgt.

Microsoft Lumia 940 XL

Schön gestaltet: Die Musik-App von Microsoft kann sich sehen lassen

Windows 10 Mobile kann als mobile Benutzeroberfläche überzeugen, hat jedoch noch Startschwierigkeiten, die allerdings von Continuum und dem umfangreichen Softwarepaket größtenteils ausgebügelt werden.

Wertung: 4,5 / 5

Akku

Richtig groß ist beim Lumia 950 XL nicht nur das Display. Mit 3.350 mAh sollte der Akku auch eine sehr gute Leistung abliefern. Das tat er im standardisierten Test von inside-handy.de nicht ganz. Eine nur marginal überdurchschnittliche Leistung stand am Ende zu Buche.

Nach 8 Stunden im Intensivtest mit jeweils 30 Minuten spielen, Radio hören, Video streamen und telefonieren, einer Fotosession von 15 Minuten mit annähernd 20 Bildern, einer kurzen Einrichtungsphase und Test-Surfen im Internet konnte sich der Akku noch 49 Prozent seiner Kapazität erhalten.

Der Test wurde dabei zweimal durchgeführt und es entstanden ähnliche Gesamtergebnisse, jedoch mit vollkommen unterschiedlichen Statistiken, was die Verteilung des Energieverbrauchs der einzelnen Apps angeht. Im ersten Test saugte laut den Smartphone-Angaben vor allem die Kamera kräftig am Akku und verzehrte Unmengen Strom aus dem bis dahin stabilen Energiedepot. Bei der zweiten Testrunde stachen vor allem Microsofts neuer Browser Edge, der Lock-Screen und das Spiel „Asphalt 8 Airborn“ an der Spitze der Verbraucher heraus. Die Kamera verbrauchte bei ähnlicher Nutzung nur 2,9 Prozent.

Microsoft Lumia 940 XL

Stabil aber nicht beeindruckend: Die Akku-Leistung liegt auf gutem Niveau.

Nach weiteren 16 Stunden im Standby standen noch 39 Prozent auf der Uhr. Man kommt also auch bei intensiver Nutzung locker durch den Tag, aber ein sehr gutes Akkuergebnis sieht anders aus. Positiv fällt hier ins Gewicht, dass der Akku austauschbar ist und man auch ohne Laden, schnell wieder ein volles Energiedepot zur Verfügung hat. Dazu verbaut Microsoft Qi zum kabellosen Laden und integriert eine Schnellladefunktion.

Microsoft kann beim Akku zwar überzeugen, jedoch sollte bei der Auswertung des Verbrauchs nachgebessert werden. Trotzdem kommt man mit dem Lumia 950 XL durch den Tag und hat dank Wechselakku und Schnellladefunktion auch schnelle Hilfe zur Hand, falls die Energie zur Neige geht.

Wertung: 4,5 / 5

Fazit

Microsofts Phablet Lumia 950 XL überzeugt fast auf ganzer Linie und bewegt sich auf echtem Spitzenniveau. Es ist das erste Flaggschiff aus dem Hause Microsoft und kann von Beginn an Eindruck schinden. Es ist schnell, hervorragend ausgestattet und bietet einige Alleinstellungsmerkmale.

Dazu kommen eine famose Kamera und eine tolle Haptik - trotz Plastik. Beim Betriebssystem Windows 10 Mobile ist, trotz sehr gutem Auftritt, noch Luft nach oben. Microsoft muss mit der nächsten Überarbeitung auch die kleinen Akku-Probleme und die Fehler im System ausbügeln, sonst läuft man Gefahr die ersten Nutzer zu verprellen, bevor man mit seinem System auf dem Markt angekommen ist.

Microsoft Lumia 940 XL

Pro

  • wieselflink
  • gute Kamera
  • großer Funktionsumfang

Contra

  • Plastikkleid
  • Software-Holperer
  • Akku-Probleme

Preis-Leistung

Microsoft lanciert das Lumia 950 XL mit einem Preispunkt von knapp 700 Euro am Markt. Ein selbstbewusster Preis, der nicht als Schnäppchen anzusehen ist. Die Nokia-Erben bewegen sich dabei im Bereich der teuersten Smartphones am Markt, dem iPhone 6s und dem iPhone 6s Plus, sowie dem Galaxy S6 edge und dem Galaxy S6 edge Plus. Microsoft setzt seine Schwerpunkte jedoch an ganz anderen Stellen als die beiden Hauptkonkurrenten Apple und Samsung.

Es gibt gute Gründe für einen Preis, oberhalb von vergleichbaren Android-basierenden Smartphones. Dazu zählt eine Quasi-Update-Garantie und Continuum. Andere Alleinstellungsmerkmale in der Spitzenklasse sind der Wechselakku und der erweiterbare Speicher. Die beiden Optionen bietet in der Form nur noch das LG G4. Trotzdem wirkt der Preis, wie bei Samsungs Galaxy S6 edge Plus und Apples iPhone 6s Plus auch, etwas überzogen.

Die Aussichten sind jedoch, ganz im Gegenteil zur aktuellen Preislage, etwas rosiger. Die Lumia-Modelle sind beim Preisverfall ähnlich anfällig wie die Kollegen aus dem Android-Lager und so dürfen sich geduldige Kunden auf ein schnell sinkendes Preisniveau freuen.

Alternativen

Alternativen können an verschiedenen Fähigkeiten aufgehangen werden:

Windows 10 Mobile

Wenn das Betriebssystem Windows 10 Mobile das entscheidende Kriterium für den Kauf sein soll, kann vor allem das etwas kleinere Lumia 950 oder auch die Dual-SIM-Version des kleinen Bruders empfohlen werden. Dazu werden eine ganze Reihe von Lumia-Modellen mit dem neuen Betriebssystem ausgestattet. So kann auch ein Blick auf das sehr gute Lumia 930 oder das preisgünstige Lumia 830 geworfen werden.

Flaggschiff-Phablet

Wem Leistung und ein großer Bildschirm wichtiger sind als das aufgespielte Betriebssystem, kann sich vor allem im Android-Lager bei Samsungs Galaxy S6 edge Plus oder dem LG G4 umsehen. Vor allem das LG G4 mit seinem 5,5 Zoll großen Display ist hier ein viel günstigere Alternative. Wer eine gewisse Exklusivität bei der Software sein Eigen nennen möchte, kommt am Lumia 1520 (gebraucht), dem iPhone 6 Plus oder dem iPhone 6s Plus nicht umher. Dabei bewegt sich das Lumia 1520 auf einem halb so hohen Preisniveau wie die Phablets aus Cupertino.

Wechselakku und Speichererweiterung

Spitzenmodelle mit Wechselakku und Speichererweiterung sind mittlerweile rar geworden am Markt. Der Trend zum Metall-Unibody hat den austauschbaren Energiespeicher den Gar aus gemacht und die profitable Staffelung der Preise über den verbauten Speicher verhindert, dass zumindest die beiden Markt-Dominatoren Apple sowie Samsung Speichererweiterungen verbauen. Damit bleibt in dieser Kategorie nur der Griff zu den Lumias der 950-Familie oder wiederum zum LG G4, das als einziges aktuelles Flaggschiff beides bietet.

Continuum

Wer sein Smartphone als Mini-Computer an größere Monitore anschließen will und dabei auf einer Desktop-Oberfläche arbeiten möchte, der kommt nicht an den beiden Spitzenmodellen von Microsoft vorbei. Die Funktion wird, trotz Updates auf Windows 10 Mobile für ältere Lumia-Modelle, erstmal exklusiv im Lumia 950, Lumia 950 Dual SIM und dem Lumia 950 XL angeboten.

Testvideo zum Lumia 950 XL

Autor: Michael Büttner

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