Test des LG Electronics KE970

Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4 Test-Fazit

Einführung

Test-Datum: 02.03.2007
Software Version:
Testversion mit Branding: nein
Test-Autor: HH dem Autor Feedback senden
 
LG Electronics KE970: Draufsicht

Während man in Asien sonst eher zu Understatement neigt, zeigt sich der koreanische Handyhersteller LG diesmal ganz unbescheiden: „Schöner Schein war gestern“ tönt es in den Presseerklärung der Chocolate-Schöpfer, die mit dem silbernen Handy nicht nur einen schlichten Nachfolger, sondern ein weiteres Mal einen Meilenstein im Handydesign setzen wollen. Und so unbescheiden wie die Presseerklärung gibt sich auch gleich das Mobiltelefon selbst: Das KE970 glänzt auf seiner Oberseite wie ein Spiegel. Doch auch innere Werte bringt das „Shine“ mit: Eine 2-Megapixel-Kamera geht da Hand in Hand mit einem MP3-Player, Office-Funktionen sowie Bluetooth und Speicherweiterung. Ob der silberne Flachmann dem hochgesteckten Anspruch auch genügen kann, haben wir in unserem inside-handy-Testlabor überprüft.

Verpackung & Lieferumfang

LG Electronics KE970: VerpackungDer Karton, den die Kunden nach dem Kauf eines KE970 in Händen halten, ist seit dem LG Chocolate schon eine bekannte Größe: Die silberne (und ebenfalls glänzende) Box gibt ihren Inhalt nur über eine schwarze Banderole bekannt, welche das LG Shine sowohl abbildet als auch auf der Rückseite seine wichtigsten technischen Merkmale in geschliffenem Französisch offenbart. Dies liegt zwar daran, dass es sich um ein Testgerät aus dem Land der Liebe handelt, schadete jedoch auch einem deutschen Kunden keineswegs: Diese Daten dürften für einen „Shine“-Käufer eh sekundär sein, ist es doch „born to shine“, wie die Vorderseite des Geräts verspricht.

Öffnet man nun den Karton, so erblickt man eine hellgraue Deckpappe, die den Blick auf das Wesentliche freigibt: Das Handy. Doch damit nicht genug: Wirft man einen Blick unter die Pappe, offenbart sich mal wieder eine solche Fülle an Zubehörteilen, dass man sich als Fachhändler schon fragen muss, was man denn sonst noch verkaufen soll. Neben der auf den ersten Blick recht dicken Anleitung findet der Anwender auch das Ladegerät, ein USB-Datenkabel, das passende Headset sowie, und das ist wirklich selten drin, eine passende und recht schicke Ledertasche. Neben der Hardware ebenfalls an Bord: Die LG-Synchronisationssoftware auf einer Single-CD, die jedoch im Kleinformat daherkommt und daher nicht in Slot-In-Laufwerke gehört.
LG Electronics KE970: Lieferumfang
 
Die inside-handy Wertung: 100%

Verarbeitung & Design

LG Electronics KE970: zerlegt in Bestandteile

LG Electronics KE970: TastaturDesign ist Trumpf: Es gibt kaum ein Handy seit dem Motorola RAZR, dem man so sehr ansieht, woher es seine Kunden akquirieren möchte. Der Look geht dabei konsequent seinen eigenen Weg: Das „Shine“ macht einen sehr stimmigen und äußerst wertigen Eindruck: Der riesige Slider-Oberteil ist komplett verspiegelt, lediglich das LG-Logo sowie der Lautsprecher an der unterbrechen die riseige Fläche, stören jedoch nur wenig. Auch drum herum geht es solide weiter: Sowohl der Display-Rahmen mit der Navigations-Rolle als auch die Rückseite sind aus gebürstetem Stahl. Schiebt man den Slider auf, geht es auf dem Tastaturfeld so weiter.

Doch das selbst verliehene Label „Full Metal Phone“ hat das Handy trotzdem nicht verdient: Der Rahmen sowie die Unterkante sind keineswegs aus Metall, sondern aus Kunststoff. Dieser ist zwar farblich gut abgestimmt, aber trotzdem: Wer sich so einen Titel gibt, muss damit rechnen, dass man das unter die Lupe nimmt.

LG Electronics KE970: GrößenverhältnisDoch was auf den ersten Blick schick und solide scheint, muss nicht zwingend auch so verarbeitet sein, weshalb wir das KE970 auch in die technische Nahaufnahme schicken:

Das Zusammensetzen des Handys sollte sich eigentlich einfach gestalten, doch bereits bei der Heckklappe weist Tücken auf: Im Gegensatz zu anderen Handys wird diese nicht geschoben, sondern unten eingerastet und auf das Telefon heruntergelassen. Es lohnt sich doch, Handbücher zu lesen. Ist das bekannt, geht alles ganz einfach: Akku, Heckklappe und SIM-Karte finden nun schnell und ohne großen Kraftaufwand zu einander. Das Auseinandernehmen, was in dieser Häufigkeit eher Testern als Handybesitzern vorbehalten ist, gestaltet sich ähnlich simpel.

LG Electronics KE970: BeleuchtungDas Handy an sich macht einen sehr soliden und wertigen Eindruck, und vermittelt dabei das Gefühl, auch vieles ertragen zu können. Metall suggeriert ja schon Langlebigkeit, doch auch das Spiegel-Display ist anscheinend aus sehr strapazierfähigem Glas gefertigt. Ebenfalls positiv fällt das Gewicht auf: Mit 125 Gramm ist es zwar schwerer als viele seiner Mitbewerber, doch für ein „Fast-Full-Metal-Handy“ ist das absolut in Ordnung, weniger wäre sogar verdächtig.

Die Spaltmaße sind äußerst gering, was das Eindringen von Staub sehr unwahrscheinlich macht. Auch bei geöffnetem Slider sind die Abstände zwischen den Bauteilen im minimalen Bereich, die Teile kleben regelrecht an einander. Die in Gerätefarbe lackierten Seitentasten fügen sich optisch schön in das Handy ein, die Verarbeitung macht einen stimmigen Eindruck. Ob die Farbe auf diesen Kunststoffklappen jedoch auch lange zur Freude des LE970-Besitzers ihre Farbe behalten, muss ein Langzeittest erst noch unter Beweis stellen.

Nachdem es bei Handys wie dem KG320S noch verwunderlich war, ist es inzwischen schon Gewohnheit: Die diversen Zusatzkomponenten mit dem klassischen Standard-Anschluss wie ein Datenkabel, ein Headset und das Ladegerät werden am rechten Teil des Gerätes angeschlossen. Auch hier greift alles stimmig ineinander: Alle mitgelieferten Teile sitzen fest und haben nur ein geringes Spiel. Einzig das Öffnen der Verschlussklappe ist mal wieder kein Vergnügen: Ohne lange Fingernägel oder aber ein Werkzeug passiert hier nichts. Da sollte nachgebessert werden.

Bewusst schlicht ist nicht nur das Display: Unterhalb der Anzeige befindet sich eine echte Bedienungs-Innovation: Eine Navigations-Rolle dient hier anstelle des guten alten Navi-Key dem Scrollen im Menü. Rechts und links davon befindet sich kleine Erhöhungen, die jedoch nicht dem Design, sondern der Funktionalität dienen: Es sind in Wirklichkeit Tasten zum horizontalen Scrollen angebracht worden. Doch damit ist noch nicht Schluss: Erweitert werden diese Tasten durch die rechts und links unterhalb des Displays angebrachten Softkeys, die je nach Menü ihre Funktion ändern.

LG Electronics KE970: AnschlussBei LG aus der Mode gekommen sind einmal mehr die farblichen Markierungen der Rufannahme- und Beenden-Taste. Da uns die Erfahrung lehrt, dass mit der linken Hörertaste ein Gespräch begonnen wird, kann man sich noch denken, wie die beiden Tasten gemeint sind, doch hat hier das Design über die Technik gesiegt. Leider, denn unerfahrenen Handynutzern dürfte es Kopfschmerzen bereiten. Blau ist zwar eine schicke Farbe, und auch passend zum Handy, aber Optik ist nicht alles.

Ist die linke Seite das Handys tastentechnisch wirklich jungfräulich, so wurde auf der rechten Seite eine ganze Batterie von Tasten angebracht: Rechts findet man die Musik- und die Kamera-Taste, gleich darüber befinden sich die Tasten zur Lautstärkeregelung. Damit ist jedoch noch nicht aller Tasten Ende: Ganz oben findet man, der schicken Optik zum Trotz, gar keine Taste, sondern der Verschluss des Ladegerätes.

LG Electronics KE970: mit DisplayreinigerWer übrigens den Slot für die Speicherkarte sucht, dem kann auch ohne Handbuch geholfen werden: Mehr Raum für Daten wird unterhalb der SIM-Karte eingeschoben. So sehr ein Öffnen der Rückklappe dabei auch nervt, ist doch positiv festzustellen, dass man wenigstens nicht den Akku herausnehmen muss, und das Handy damit in Betrieb bleiben kann.

Die Bedienung der Tasten ist recht einfach, das gesamte Tastaturfeld verträgt sowohl einen kräftigen Druck als auch eine zarte Berührung, um anschließend die Taste anzuzeigen, die gedrückt wurde. Soweit zum positiven Urteil. Ärgerlich ist jedoch die Größe aller Tasten: Gerade mit größeren Fingern drückt man auch gerne mal mehrere Tasten zur gleichen Zeit, das geschieht vor allem bei den sehr nah am Slider-Oberteil angebrachten Tasten zur Rufannahme, Löschen und zum Rufbeenden.

Die Bedienung der Navigationsrolle ist leider nicht so gelungen, wie man es sich wünschen würde. Dem Daumen schmeichelt die kleine Walze durchaus, doch leider ist sie nicht präzise genug: Gerne einmal rutscht sie ein wenig weiter als benötigt. Das ist vor allem deshalb ärgerlich, weil sie gleichzeitig als Taste zum Bestätigen oder auch Öffnen eines Ordners fungiert. Unverständlich erscheint in dem Zusammenhang, dass die Walze sehr wohl auch anders kann: Innerhalb eines Menüs, beispielsweise beim Markieren von Nachrichten, ist sie auch einmal nur halb so schnell und damit deutlich präziser.

LG Electronics KE970: RückseiteA propos Tastendruck: Auf der Taste „5“, zur Orientierung beim Simsen immer eine Hilfe, wurde lediglich die Zahl um ein gefühltes Fliegebein erhöht und bietet daher keine echte Orientierung, wenn man mal nicht aufs Tastenfeld schauen mag. Ebenfalls gespart wurde an der Tastaturbeleuchtung: Diese ist so dunkel, dass man auf den unteren Tasten nur einen dunkelblau illuminierten Schatten wahrnimmt. Das spart zwar Energie, hilft aber kaum beim Schreiben.

Einen kleinen Minuspunkt, wenn auch subjektiver Natur, mussten wir dann doch feststellen: Der Vibrationsalarm ist etwas zu laut aufgefallen, dafür kann man ihn jedoch in der Tasche auch gut spüren. Lediglich wenn das Gerät auf einem Tisch oder einem Hohlkörper liegt, hört man ein intensives Brummen.

Ergänzungen wie ein Handyband oder Schmuckanhänger lassen sich am LG KE970 einfach befestigen: Oben rechts am Handy befindet sich eine Öse, die entsprechende Anbauten aufnimmt. Das Einfügen ist einfach, ist die Öse doch auf einer Ecke angebracht worden. Die einzig legitime Frage, die sich dann stellt: Was sollte man dort noch anhängen, was nicht hässlicher wäre als das Telefon selbst? Die Frage muss sich jeder selbst beantworten.
 
Die inside-handy Wertung: 87%
 
 

Falsche oder fehlende Angaben zum LG Electronics Shine Test?

Wenn Sie einen Fehler finden oder eine Funktion bzw. Daten kennen, die wir bisher nicht recherchieren konnten, so informieren Sie uns bitte und helfen Sie die Daten zu verbessern.

Klicken Sie dafür auf den nachfolgenden Link: Fehler- oder Ergänzungsmeldung