Doppelt gemoppelt hält besser

Datum: 21.01.2016 | Wertung: 92% | Produkt: LG Electronics V10
LG V10

Anfang Oktober 2015 hat LG in New York mit dem V10 ein neues Oberklasse-Phablet vorgestellt. Nach langem Hin und Her wurde in Südkorea nach ein paar Wochen dann entschieden, das V10 nach Europa und letztendlich auch nach Deutschland zu bringen. Welche Verbesserungen das V10 mit seinen zwei Displays und Frontkameras gegenüber dem Flaggschiff G4 sonst noch besitzt, soll der folgende Test zeigen.

Verarbeitung und Design

Auch wenn man von vorne ganz klar erkennen kann, dass es sich beim V10 um ein LG-Gerät handelt, so waren die Südkoreaner bei ihrem aktuellen Spitzenmodell kreativ genug, der Rückseite mal einen ganz anderen Schliff zu verleihen. Zwar kommt auch dort nicht etwa hochwertiges Metall, Leder oder Glas zum Einsatz, sondern Polycarbonat, aber die Rückseite besitzt eine geriffelte, in mehrere Quadrate aufgeteilte Struktur, die sich von dem typischen 08-15-Smartphone-Design abhebt. Gleichzeitig wirkt das LG V10 dadurch sehr robust, lediglich der Rahmen aus rostfreiem Edelstahl verleiht dem V10 etwas Edles. Besonders schick und hochwertig wirkt das V10 im Vergleich zu anderen Flaggschiffen wie etwa dem Samsung Galaxy S6 oder dem iPhone 6s zwar nicht, aber die Verarbeitung ist dafür robuster und etwas weniger anfällig für Kratzer oder Risse. Die sehr leicht und schnell abnehmbare Polycarbonat-Rückseite bietet außerdem den Vorteil eines wechselbaren Akkus. 

LG V10 im Test: Hands-On

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    Das LG V10 besitzt nicht nur ein 5,7 Zoll großes Quad-HD-Display,...
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    ..sondern auch ein 2,1 Zoll großes zweites Display auf der Front

Von der Form her verabschiedet sich LG beim V10 von dem leichten Curved-Design wie es bei zahlreichen anderen LG-Modellen zum Einsatz kommt und setzt auf eine gerade Bauweise. Diese ist sogar so gerade, dass auch die rückseitige Kamera komplett in das Gehäuse eingelassen ist und nicht störend hervor steht. Mit Maßen von159,6 x 79,3 x 8,6 Millimeter ist es in etwa so groß wie beispielsweise ein iPhone 6s Plus, lediglich etwas dicker, und bringt auch mit einem Gewicht von 192 Gramm etwas mehr Masse auf die Waage. Als leicht, kompakt und schlank lässt sich das LG V10 jedenfalls nicht bezeichnen.

Mit seinem hohen Gewicht und der Rückseite aus Polycarbonat reicht es für das LG V10 nicht ganz für die volle Punktzahl, wenn auch an der Verarbeitung an sich nichts auszusetzen ist. Spaltmaße sind trotz der abnehmbaren Rückseite nicht erkennbar.

Bewertung: 4,5/5

Display

Curved- oder Edge-Design, Force-Touch oder 4K: In den letzten Monaten bekamen Smartphone-Fans viel von den großen Herstellern wie Samsung, Apple, Sony, Huawei und eben auch von LG geboten. Das südkoreanische Unternehmen verbaut beim V10 zum ersten Mal ein zweites Display, das sich oberhalb des 5,7 Zoll großen IPS-Displays befindet. Dies ist 2,1 Zoll groß, befindet sich rechts neben den zwei Selfie-Kameras und besitzt eine Auflösung von 160 x 1.040 Pixeln. Kritisieren lässt sich an dieser Stelle bereits, dass das zweite Display durch die ohnehin schon enorme Größe des Hauptdisplays, äußerst schwer zu erreichen ist; zumindest, wenn man dies mit nur einer Hand versucht.

In den Einstellungen hat der Besitzer des V10 verschiedene Möglichkeiten, das zweite kleine Display zu nutzen. So kann das 2,1-Zoll-Display, wenn das Hauptdisplay ausgeschaltet ist, im Always-On-Modus Informationen zu den aktuellen Benachrichtigungen, dem Datum und der Uhrzeit oder dem Akkustand liefern. Alternativ kann aber auch eine eigene Signatur dort angezeigt werden.

Ist das Hauptdisplay ebenfalls angeschaltet, hat man als Nutzer die Qual der Wahl, welche Apps oder Funktionen auf dem zweiten Bildschirmeingeblendet werden sollen. Zur Auswahl stehen unter anderem die zuletzt verwendeten Apps, anstehende Kalender-Termine, App-Verknüpfungen, Musik-Player, Schnellkontakte oder ebenfalls die eigene Signatur. Mit einem Wisch nach links gelangt man dann jeweils zur nächsten Anzeige.

Sowohl die Tatsache, dass man auch bei ausgeschaltetem Display stets die Uhrzeit vom Smartphone ablesen kann ohne gleich einen gigantischen Akkuverlust befürchten zu müssen, als auch die Option, dauerhaft die wichtigsten Benachrichtigungen, Termine und Apps im Blick zu haben, bieten dem Nutzer ein großes Plus an Komfort bei der Bedienung seines Smartphones.

LG V10: Zweites Display

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    Das zweite Display kann nach dem eigenen Belieben eingestellt werden
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    Zum Beispiel welche Inhalte angezeigt werden sollen, wenn das Hauptdisplay eingeschaltet ist

Doch nicht nur das 2,1 Zoll große Display weiß zu überzeugen, auch das 5,7 Zoll große Hauptdisplay braucht sich mit einer Quad-HD-Auflösung von 1.440 x 2.560 Pixeln nicht zu verstecken. Farben wirken sehr lebendig, einzelne Pixel sind nicht zu erkennen und auch die Schwarz- und Weißwerte sind richtig gut. Die automatische Helligkeitsregulierung funktioniert ebenfalls stufenlos und das Betrachten von Fotos und Videos macht auf diesem Bildschirm richtig Spaß, da auch die Blickwinkelstabilität sehr gut ist. Läuft ein Video, so schaltet sich der zweite Bildschirm automatisch aus und blendet nur eingehende neue Nachrichten für einen kurzen Moment ein.

LG zeigt mit dem zweiten Bildschirm, dass man als Display-Hersteller stets Mut zu neuen Ideen hat – wie auch schon beim gebogenen LG G Flex / 2 - und dies auch durchdacht umsetzt. Zusammen mit dem hochauflösenden Quad-HD-Display verdienen sich die Südkoreaner hier die volle Punktzahl.

Bewertung: 5/5

Ausstattung und Leistung

Angetrieben wird das V10, wie auch schon das G4, von dem sechskernigen Snapdragon-808-Prozessor, dessen Kerne mit 1,8 GHz takten. Unterstützung erhält dieser beim V10 jedoch nicht nur von 3, sondern von satten 4 GB Arbeitsspeicher.
Im AnTuTu-Benchmark-Test der Version 5.7 reiht sich das LG V10 mit 51.717 Punkten damit auch knapp über dem bisherigen LG-Flaggschiff G4 mit 50.373 Punkten ein. An Spitzenwerte eines Galaxy S6 (68.501) gelangt es jedoch nicht. Ähnlich sieht es auch bei der neuen Version 6.0 aus, dort erzielt das V10 65.410 Punkten und rangiert damit zwischen demiPhone 5s (64.136 Punkte) und dem OnePlusTwo (70.937 Punkte).

Benchmark-Test LG V10

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    Testergebnisse des LG Electronics V10 mit der Benchmark-Version 6.0 im Detail
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    Testergebnisse des LG Electronics V10 mit der Benchmark-Version 6.0 im Detail

Auch wenn das V10 in den Benchmarktests anderen Spitzenmodellen wie etwa dem Galaxy S6 oder dem Sony Xperia Z5 etwas hinterherhinken mag, so wischt es sich doch äußerst flott durch das Menü und auch Apps und aufwendige 3D-Spiele öffnen sich schnell und ohne Hänger oder Wartezeiten. Die 4 GB Arbeitsspeicher sorgen dafür, dass das V10 auch bei Multitasking-Aufgaben nicht aus dem Gleichgewicht gerät und alle Aufgaben mit Bravour meistert.

Der interne Speicher ist 32 GB groß und per Micro-SD-Karte erweiterbar. Wer sich beeilt und das LG V10 bis zum 24. Januar über Amazon kauft , erhält zudem eine 200 GB große Micro-SD-Karte im Wert von gut 100 Euro kostenlos zum Smartphone dazu.

Im Vergleich zum LG G4 ist beim V10 zum ersten Mal in einem LG Flaggschiff auch ein Fingerabdruckscanner verbaut. Dieser befindet sich auf der Rückseite im bekannten Rear-Key von LG und entsperrt sehr zuverlässig. Er kann jedoch nicht nur als Displaysperre genutzt werden, sondern auch zum Schützen von geheimen Notizen oder aber für Einkäufe über PayPal.
Auf einem guten, durchschnittlichen Niveau bewegt sich die Gesprächsqualität im O2-Netz, sowohl auf Seiten des Anrufers als auch des Gesprächspartners. Auch mit der Qualität der Lautsprecher lässt sich arbeiten.

Ansonsten besitzt das LG V10 die folgenden Verbindungsmöglichkeiten:

Feature

Ja Nein Funktion

HSPA

X   Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 21 Mbit/s
HSPA+ X   Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 42 Mbit/s
LTE X   Mobilfunkstandard, Down-max 150 Mbit/s
USB-OTG X   Ermöglicht den Anschluss externer Geräte wie USB-Sticks, Festplatten oder Tastaturen
DLNA X   Standard zu kabellosen Übertragung von Medieninhalten, zum Beispiel auf einen Fernseher
NFC X   Ermöglicht eine Bluetooth-Verbindung zu einem anderen Gerät durch kurzes Berühren
Miracast X   Ermöglicht das kabellose Teilen der Anzeige mit einem anderem Gerät
MHL X   Erlaubt die kabelgebundene Verbindung über die Micro-USB-Schnittstelle zu einem HDMI-Port
Infrarot-Fernbedienung   Ermöglicht den Einsatz als Universal-Fernbedienung
Bluetooth-Version X   4.1
WLAN-Standards X   802.11 a/b/g/n/ac
Qi   X Ermöglicht das kabellose Laden des Smartphones
Dual-SIM   X Ermöglicht den Betrieb von zwei SIM-Karten parallel

Der sechskernige Snapdragon 808 kann trotz seiner 4 GB Arbeitsspeicher nicht ganz mit anderen Flaggschiffen mithalten. Weitere Besonderheiten wie etwa ein Schutz vor Staub und Wasser fehlen ebenfalls, daher 0,5 Punkte Abzug.

Bewertung: 4,5/5

Kamera

Bei der rückseitig verbauten Kamera setzt LG auch beim V10 erneut auf die 16-Megapixel-Kamera mit einer Blendenöffnung von 1:1,8. Schon beim Test des LG G4 wurde diese Kamera von der inside-handy.de-Redaktion in den höchsten Tönen gelobt und es lässt sich bereits erahnen, dass dies auch beim V10 der Fall ist.

Die Bilder besitzen eine ausgezeichnete Bildqualität, mit vielen Details, einem guten Dynamikbereich und naturgetreuen Farben. Die Kamera mit Laserfokus löst schnell aus und der Autofokus arbeitet schnell und sehr treffsicher. Auch im normalen Auto-Modus lassen sich somit bereits ausgezeichnete Schnappschüsse erstellen.

LG V10: Kamera-Bilder

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    Die 16-Megapixel-Kamera besitzt nicht nur viele manuelle Einstellungsmöglichkeiten,...
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    ..sondern erstellt auch Bilder mit vielen Details...

Die Bilder in voller Auflösung ansehen

Doch alle Facetten der Kamera kann ihre Kamera erst ausspielen, wenn man sich als Nutzer in den Profi-Modus wagt. So viele Einstellungsmöglichkeiten wie sie das LG V10 bietet, findet man, neben dem G4, kaum bei einem anderen Smartphone. Die Kamerasteuerung kann neben einigen Filter- und Automatikfunktionen auch komplett manuell realisiert werden. Stellt der Nutzer den Experten-Modus ein, erscheinen die von Kompakt- oder Systemkameras bekannten Symbole für den Weißabgleich, den Fokus, eine Belichtungskorrektur, die ISO-Einstellungen und die Belichtungszeit. Ein Histogramm und eine eingeblendete Wasserwaage erleichtern die Bildgestaltung und die Belichtungssteuerung. Die Einstellbereiche können sich ebenfalls sehen lassen: Der ISO-Wert lässt sich von 50 bis 2.700 variieren und die Belichtungszeit kann von 1/6000 bis zu 30 Sekunden eingestellt werden. Damit sind beispielsweise Fotos bei grellem Sonnenschein im Gegenlicht und Lichtmalerei bei Nacht realisierbar, wie sie sonst eher DSLRs und anderen Systemkameras vorbehalten sind.

LG V10 Kamera-Menü
Das Kameramenü bietet beim Fotografieren und Filmen viele manuelle Einstellungsmöglichkeiten

Für echte Experten wird auch die Möglichkeit geboten, in RAW zu fotografieren. Damit können Bilder im Nachhinein auf viel variablere Weise verarbeitet werden und es entstehen weniger Verluste durch die interne Verarbeitung der Sensorinformation.

Anders als beim LG G4 können die genannten manuellen Einstellungsmöglichkeiten beim V10 auch für Videos vorgenommen werden. Zudem bietet das V10 dem Nutzer nicht nur eine, sondern gleich zwei Frontkameras an. Diese lösen zwar nicht wie beim G4 mit 8, sondern nur mit 5 Megapixeln auf, dafür lassen sich mit der zweiten Kamera super Gruppen-Selfies oder Panorama-Selfies dank des integrierten Weitwinkel-Objektivs erstellen. Die Bildqualität ist auch mit 5 Megapixeln weiterhin mehr als zufriedenstellend.

LG hat die ohnehin schon sehr gute Kamera des G4 nochmal verbessert und auch dem Video-Modus manuelle Einstellungsmöglichkeiten spendiert, sowie auf der Frontseite direkt zwei praktische Selfie-Kameras verbaut.

Bewertung: 5/5

Software und Multimedia

Verzichten muss man als Käufer des LG V10 aktuell noch auf die neuste Android-Version 6.0 Marshmallow. Als Betriebssystem ist noch Android 5.1.1 Lollipop installiert. Es ist jedoch davon auszugehen, dass das V10, wie bereits das LG G4, schon bald als Spitzenmodell ein entsprechendes Update erhalten dürfte.

LG überspielt das reine Android-Betriebssystem mit der Benutzeroberfläche UX 4.0, die man bereits vom G4 kennt. Sie ist übersichtlich und bietet viele, aber nicht zu viele Einstellungsmöglichkeiten. Dazu gehören zum Beispiel die Smart-Settings, mit denen der Nutzer das Smartphone auf seine täglichen Gewohnheiten anpassen kann. So kann der Nutzer beispielsweise festlegen, dass das Tonprofil entsprechend geändert wird, wenn man zu Hause oder unterwegs ist. Das gleiche gilt für andere Einstellungen wie etwa WLAN oder Bluetooth.

LG V10: Screenshots

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    Als Betriebssystem ist Android 5.1.1 Lollipop installiert
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    Die Auswahl an vorinstallierter Apps ist übersichtlich

Ebenso bietet sich bei einem 5,7 Zoll großen Bildschirm ein Dual-Windows-Modus an, der auch beim V10 zu finden ist. Gleichzeitig kann ein so großes Display bei einer Bedienung mit nur einer freien Hand zu Problemen führen und auch hierfür hat LG mit der Miniansicht, die die Bildschirmgröße verkleinert, eine Lösung parat.

Die Zahl der vorinstallierten Apps fällt mit der Fernbedienungs-App Quick Remote, LG Backup, LG Health, Evernote und QuickMemo ausreichend groß aber nicht überladen aus.

Musik kann nicht nur über Google Play Musik sondern auch mit dem hauseigenen LG-Musik-Player abgespielt werden. Der Lautsprecher befindet sich wie bei vielen LG-Geräten am unteren Gehäuserand neben dem Micro-USB-Anschluss. Die maximal einstellbare Lautstärke ist sehr laut, jedoch sind Bässe kaum wahrnehmbar. Etwas besser ist der Sound über die mitgelieferten Quad-Beat-3-Kopfhörer, die eine angenehme Form besitzen und sich gut an die Ohrmuschel anschmiegen. Dank integriertem Hi-Fi-DAC (Digital-Analog-Wandler) gibt das LG V10 digitale Eingangsklänge deutlich originalgetreuer wieder und passt die Lautstärke automatisch auf den jeweilig verwendeten Kopfhörer an. Weitere individuelle Einstellungsmöglichkeiten können zudem über den Equalizer vorgenommen werden.

LG V10 Musikplayer
Der Musik-Player samt Hi-Fi-DAC bietet dem Nutzer viele Einstellungsmöglichkeiten

Wäre auf dem LG V10 bereits Android 6.0 Marshmallow oder das ein oder andere neue Software-Highlight installiert, dann gäbe es auch an dieser Stelle die volle Punktzahl.

Bewertung: 4,5/5

Akku

Obwohl das V10 nicht nur ein um 0,2 Zoll großes, sondern auch noch ein zweites 2,1 Zoll großes Display besitzt, fällt der Akku mit einer Nennladung von 3.000 mAh genauso groß aus, wie auch schon beim 5,5 Zoll großen LG G4. Vorteilhaft ist jedoch die Tatsache, dass dieser wechselbar ist – eine Eigenschaft, die immer noch bei vielen Smartphone-Nutzern sehr geschätzt ist.
Der Akku musste sich im standardisierten Test der Redaktion bei dauerhaft aktiviertem Bluetooth, WLAN und GPS sowie E-Mail-Push einem 30-minütigen Gespräch, 30 Minuten Musikhören per Webstream sowie 30 Minuten Spielen und einer 30-minütigen HD-Video-Wiedergabe über YouTube stellen. Hinzu kommen die Aufnahme mehrerer Fotos und Videos, das Surfen auf verschiedenen Webseiten und ein Benchmarktest.

LG V10 Akkuverlauf
Insbesondere das Display saugte am Energiedeopot des V10

Am Ende dieses anspruchsvollen 8-stündigen Arbeitstages ließen sich jedoch nur noch 41 übriggebliebene Prozent von der Akkuskala ablesen. Nach weiteren 16 Stunden im Standby waren noch 33 Prozent übrig. Somit verlor der Akku über eine lange Nacht 8 Prozentpunkte seiner Ladung und schneidet insgesamt deutlich schlechter ab, als etwa das LG G4, das nach acht Stunden noch 57 Prozent und 24 Stunden noch 47 Prozent besaß. Der Wert am Ende des 24-stündigen Testtages liegt auf dem gleichen Niveau eines Huawei P8.

Schaut man sich den Akkuverlauf genauer an, so ist zu erkennen, dass das Display mit 47 Prozent am meisten am Energiedepot genagt hat. Beim LG G4 waren es nach dem exakt gleichen Testverfahren nur 40 Prozent.

Durch die eher durchschnittlichen Akkuwerte verliert das V10 an dieser Stelle sein Anrecht auf die Spitzenposition. Der austauschbare Akku ist jedoch mittlerweile nahezu ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Smartphone-Markt.

Bewertung: 4/5

Fazit

Das LG V10 ist ein sehr gut ausgestattetes Smartphone mit vielen besonderen Funktionen und Neuerungen und nur einer großen Schwäche: Die Laufzeit des Akkus kann nicht überzeugen, denn diese bewegt sich eher auf durchschnittlichen Niveau. Da der Akku jedoch austauschbar ist, kann man als Nutzer über die mittelmäßige Akkulaufzeit nochmal hinweg sehen. Denn das zweite Display ist ein praktisches Zusatzfeature, das den Nutzer auch im Standby-Modus dezent über wichtige Mitteilungen oder über die Uhrzeit informiert. Und auch die zweite Selfie-Kamera lässt das Herz vieler Selfie-Fans höherschlagen, sei es für Gruppen- oder Panorama-Selfies. Zusammen mit dem Fingerabdruckscanner, dem schnellen Prozessor samt 4 GB Arbeitsspeicher und einem erweiterbaren internen Speicher lässt das LG V10 kaum Wünsche offen. Einzig und allein eine weitere Auswahlmöglichkeit bei dem Material der Rückseite, wie LG es beim G4 anbietet, wäre noch wünschenswert gewesen.

LG V10 inside-handy.de-Testsiegel

Pro

  • Zweites Display
  • Zweite Frontkamera für Gruppen-Selfies
  • Gute Kamera mit vielen Einstellungsmöglichkeiten
  • Fingerabdruckscanner
  • Austauschbarer Akku

Kontra

  • Schwache Akkuleistung
  • Keine Alternativen zur Plastik-Rückseite
LG V10 inside-handy.de-Testsiegel Display

Preis-Leistung

LG schickt das V10 mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 649 Euro auf den deutschen Markt. Der günstigste Marktpreis liegt derzeit bei rund 630 Euro. Damit setzt LG den Preis für das aktuelle Spitzenmodell zwar recht hoch an, verlangt aber nicht so abstruse Preise wie es etwa Apple, Samsung oder Sony zum Marktstart ihrer Flaggschiffe einfordern. Zudem ist zu erwarten, dass auch der Preis des V10 recht schnell sinken dürfte. Das LG G4 kam beispielsweise ebenfalls mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 649 Euro (Polycarbonat-Rückseite) auf den Markt und ist jetzt bereits in der hochwertigeren Leder-Variante ab 410 Euro erhältlich. Zudem wird in naher Zukunft das LG G5 vorgestellt, das voraussichtlich ebenfalls für einen Preisverfall des V10 sorgen wird.

LG V10 inside-handy.de-Testsiegel Kamera

Alternativen

Smartphones mit zweitem oder anderweitig besonderem Display

Der russische Hersteller Yota bietet mit seinem Yotaphone 2 ebenfalls ein Smartphone an, das über ein zweites Display verfügt. Dies befindet sich jedoch nicht wie beim V10 oberhalb des Hauptdisplays, sondern auf der Rückseite. Das dort untergebrachte E-Ink-Display soll besonders energieschonend sein, konnte im Test von inside-handy.de jedoch nicht vollends überzeugen. Der Preis des Yotaphone 2 liegt derzeit bei rund 466 Euro und ist somit deutlich günstiger als das V10, besitzt insgesamt aber auch eine schlechtere Ausstattung.

Deutlich besser ausgestattet zeigt sich da das Samsung Galaxy S6 edge Plus mit seinem seitlich abgeschrägten Edge-Display, auf dem ebenfalls die wichtigsten Benachrichtigungen einlaufen oder Verknüpfungen hinterlegt werden können. Das Hauptdisplay ist zudem ebenfalls 5,7 Zoll groß und löst auch in Quad-HD auf. Insgesamt ist das S6 edge Plus sehr hochwertig verarbeitet und mit Oberklasse-Technik und Kameras ausgestattet. Der interne Speicher ist jedoch nicht austauschbar und der Akku nicht auswechselbar. Letzterer besitzt jedoch eine bessere Laufzeit. Der Marktpreis liegt derzeit für die 32-GB-Varinate bei rund 610 Euro.

Günstigere Phablets ab 5,5 Zoll

Wer auf der Suche nach einem etwas günstigeren Phablet ist, das aber ebenfalls mit einem austauschbaren Akku, einem erweiterbaren Speicher und einem Quad-HD-Display punkten kann, ist mit dem LG G4 am besten aufgehoben. Es besitzt zudem die gleiche 16-Megapixel-Kamera. Verzichten muss man zwar auf einen Fingerabdruckscanner sowie auf die zweite Front-Kamera und das zweite Display, dafür zahlt man aber auch nur noch gut 410 Euro für ein Phablet mit Oberklasse-Ausstattung. Ist man auch mit einer Full-HD-Auflösung zufrieden, dann steht auch das OnePlus 2 mit seinem 5,5 Zoll großen Bildschirm, Fingerabdruckscanner und Highend-Ausstattung als Alternative parat. Der Preis startet bei deutlich günstigeren 339 Euro.

Darf das Display auch etwas größer sein, so ist das Moto X Style mit seinem ebenfalls 5,7 Zoll großen Quad-HD-Display und Highend-Ausstattung eine weitere Alternative, die bereits ab 460 Euro zu haben ist.

Autor: Katharina Schell

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