Test des Emporia Time

Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4 Test-Fazit

Einführung

Test-Datum: 12.02.2009
Software Version: Eigenentwicklung
Testversion mit Branding: nein
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Emporia Time
 
Die technischen Lösungen auf dem Gebiet des Mobilfunks werden immer umfassender und komplizierter. Leichtbauweise, Miniaturisierung und „Slimline" ist das Credo der meisten Hersteller bei der Entwicklung neuer Handymodelle. Nur eine besondere Nutzerschicht in unserer Bevölkerung wird dabei (fast) immer vergessen, die älteren Menschen mit Sehbehinderungen und motorischen Schwächen. Der österreichische Produzent „Emporia Telecom" ist einer der wenigen Handyhersteller, der sich besonders auf Modelle für die Bedürfnisse dieser Menschen spezialisiert hat. Der Hersteller wirbt mit dem Slogan „Das erste Handy, mit dem Sie die Zeit ganz einfach im Griff haben. Mein Mobiltelefon ist mein bester Wecker!". Für inside-handy.de war es deshalb auch ein Grund, den neuesten Testkandidaten, das aktuelle EmporiaTIME Klappenhandy etwas näher unter die Lupe zu nehmen und den Test vor allem auf die Bedürfnisse der älteren Menschen abzustimmen.

Verpackung & Lieferumfang

Emporia TimeDas EmporiaTIME wird in einer flachen weißen Schachtel geliefert, die sich von der äußeren Verpackung her nicht besonders von den Lieferboxen anderer Hersteller unterscheidet. Nur der Schriftzug „emporiaTIME" und ein auf dem Deckel aufgedruckter überdimensionaler Wecker in roter Farbe geben die ersten Hinweise auf die Nutzungsschwerpunkte des neuen Testkandidaten. Nachdem man die rechteckige Außenhülle des Lieferkartons abgezogen hat, kann man den eigentlichen Deckel der Verpackung öffnen.

Als erstes fällt der Blick auf das EmporiaTIME, das in einer samtschwarzen Plastikschale sicher verstaut ist. Nach dem Abheben dieser Plastikschale wird der Blick auf den weiteren Inhalt des Lieferkartons frei. Viel serienmäßiges Lieferzubehör gibt es beim EmporiaTIME nicht zu finden: den Akku (1050mAh), ein Netzladeteil mit einem Klinkenstecker und eine Bedienungsanleitung in Buchform. Dieses restliche Lieferzubehör ist in einer weiteren, dünnen weißen Plastikschale ordentlich verstaut. Die Akkukapazität wird in der Produktbeschreibung des Herstellers für das Modell TIME mit 1200mAh angegeben, der Aufdruck auf dem Akku weist eine Kapazität von nur 1050mAh aus.

 

Emporia Time
 
Die inside-handy Wertung: 52%

Verarbeitung & Design

Emporia Time
 
Beim ersten „Kontakt" mit dem EmporiaTIME fallen die überdimensionalen Tasten, das relativ kleine Display und das hohe Gewicht des Testgerätes sofort auf. Das silberfarbene Gehäuse im Alulook hat oben und unten stark abgerundete Gehäusekanten, die trotz der Baugröße eine noch handliche Haptik des Testkandidaten unterstreichen.

Emporia TimeBeginnen wir nun als erstes mit dem Einlegen der SIM-Karte. Der SIM-Kartenleser ist im Gehäuse oberhalb des Akkus untergebracht. Über diesen festen Einschub kann die SIM-Karte eingeschoben und bei Bedarf wieder herausgezogen werden. Dies gestaltet sich in der Praxis als etwas fummelig, da die Karte in eine sehr schmale Führung des Lesers eingeschoben werden muss. Hier dürfte bereits das erste Handikap für Menschen mit feinmotorischen Einschränkungen zum Vorschein kommen, denn ohne eine ruhige Hand wird das Einsetzen der SIM-Karte nicht so ohne weiteres möglich sein. Dann den Li-Ionen-Akku einsetzen, der ohne besondere Schwierigkeiten in den seitlichen Führungen des Akkufaches einrastet und relativ fest dort sitzt. Zum Schluss wird der Akkudeckel (der erfreulicherweise komplett aus Metall/Alu besteht) aufgeschoben und das EmporiaTIME ist fertig für den ersten Start! Der Akkudeckel rastet in der geschlossenen Position mit einem kleinen quadratischen Verriegelungsschalter ein und sitzt dann bombenfest. Zum Öffnen des Deckels muss der kleine Verriegelungsschalter wieder gedrückt und gleichzeitig der Akkudeckel nach unten weggezogen werden.

Auch im startfertigen Zustand wirkt das Handy trotz der Größe von 125 x 54 x 17 mm bei 110g Gewicht noch durchaus handlich. Das Material des Gehäuses hinterlässt einen relativ stabilen Eindruck. Von der Optik her wirkt das EmporiaTIME mit der silberfarbenen Front- und Rückseite, die mit den dunkelgrauen Seitenflanken und der dunkelgrauen Tastenbasis harmonisch im Kontrast stehen, sehr modisch und gefällig. Eigentlich weisen nur die beiden überdimensionalen Tasten für die Rufannahme und -Beendigung mit den beiden mittigen Scrolltasten auf die besondere Bedienerfreundlichkeit für Menschen mit Seh- bzw. Motorikschwächen hin. Die generelle Verarbeitung des EmporiaTIME wirkt solide und stabil. Bei genauerer Betrachtung offenbaren sich jedoch kleinere Schwächen, die Spaltmaße sind nicht sehr gleichmäßig, der Akkudeckel hat auf der einen Seite einen deutlich größeren Spalt und auch auf der Gehäuseoberseite wird ein ungleichmäßig verlaufendes Spaltmaß der beiden Gehäuseschalen sichtbar.

Kommen wir nun zu den Bedienelementen des EmporiaTIME. An der linken Außenseite ist der halbrunde Ein-/Ausschalter, eine große Lautstärkewippe und ein mechanischer Schiebeschalter zum Ver- und Entriegeln der Tastenfunktion zu finden. An der rechten Seite sind wiederum drei Einzeltasten vorhanden, eine Taste zur Aktivierung der Taschenlampen-Funktion, eine weitere Schiebetaste für den Aufruf der SMS-Funktion (nach oben) und dem Menüaufruf (nach unten) und noch ein Schiebeschalter zum Aufruf der Weckerfunktion. Am oberen Gehäuserand ist die LED für die Taschenlampen-Funktion und rechts und links je eine große Gehäuse-Öse für die Aufnahme eines Trageriemens. An der Unterseite des EmporiaTIME findet man neben einem groß dimensionierten innenliegenden Gelenk für die Klappenfunktion noch eine Klinkenbuchse für den Anschluss des Netzladeteils. Die Vorderseite wird von der mittig platzierten Tastengruppe (Rufannahmetaste, Rufbeendigungstaste und Sroll-Taste nach oben und unten) dominiert. Die Tastengröße von 15 x 20 mm ist für eine zielgerichtete Bedienung von Menschen mit Seh- und Motorikschwächen absolut praxisgerecht. Auch die sehr große farbige Beschriftung ist besonders deutlich zu erkennen. Über diesem Tastenblock befindet sich ein im direkten Vergleich klein wirkendes Display mit einer sehr hellen orange/bernsteinfarbenen Beleuchtung.

Emporia TimeÖffnet man nun die Klappe unter dem Tastenblock (Klappe als Schutzfunktion der Tasten ohne Aktiv-Funktion) wird die darunter liegende Tastatur im herkömmlichen Handy-12er-Block sichtbar. Die einzelnen alufarbenen Tasten sind ebenfalls besonders groß (15 x 10 mm) und sehr deutlich mit kontrastreicher schwarzer Farbe beschriftet. Die Tastenbeleuchtung ist ebenfalls orangefarbenen und sehr hell aber nicht sonderlich gleichmäßig. Der rechte untere Bereich ist relativ schwach ausgeleuchtet. Sämtliche Tasten weisen einen ordentlichen Druckpunkt und ein gutes Ansprechverhalten auf. Die Größe und Beschaffenheit der Tasten ist für ein Handy mit dem Schwerpunkt auf leichte Bedienung durch ältere Menschen bzw. Menschen mit Seh- und Bewegungs-Einschränkungen absolut praxistauglich. Zum Blind-SMS-Tippen eignet sich die Tastatur nur bedingt, die „5" ist zwar gekennzeichnet, aber die beiden kleinen erhabenen Punkte auf dieser Taste sind nicht sonderlich gut fühlbar bzw. die Position dieser Taste ist nicht eindeutig genug „erfühlbar". Hier wäre eine mittige Kennzeichnung der Zifferntaste „Fünf" sinnvoller und praxisgerechter gewesen.

Der Klinkenstecker des Netzladeteils sitzt sehr passgenau und fest in der dafür vorgesehenen Buchse. Am unteren Rand der Vorderseite sind drei Symbole, die mit einer Beleuchtung hinterlegt sind: Akkusymbol - warnt/blinkt bei schwachem Akku, Anrufbeantworter-Symbol - Emporia Timeblinkt bei neuen Nachrichten auf der Mailbox, Pfeiltaste - blinkt bei unbeantworteten Anrufen. Das EmporiaTIME verfügt laut Hersteller über einen besonders starken Vibrationsalarm. In der Tat überzeugt der Vibrationsalarm in der Praxis mit einer herausragenden Wirkung, der einen ordentlichen Spektakel veranstaltet und sicher kaum zu ignorieren ist.

 
Die inside-handy Wertung: 67%
 
 

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