Test des Emporia TalkPremium

Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4 Test-Fazit

Einführung

Test-Datum: 19.02.2009
Software Version: Eigenentwicklung
Testversion mit Branding: nein
Test-Autor: CD dem Autor Feedback senden
 
Emporia TalkPremium
 
Der österreichische Hersteller Emporia hat für jung gebliebene Großeltern oder solche, die es werden wollen, eine besondere Produktlinie kreiert. Das hierbei alles anders werden musste, war klar - man könnte auch sagen, es ist fast wie in alten Zeiten. Wobei anders für unsere älteren Lieben einfach nur andere Dimensionen in vielerlei Hinsicht bedeutet und in jungen Usern Erinnerungen an die ersten Handy-Knochen weckt, die viele in das mobile Zeitalter des sich anbahnenden 21. Jahrhunderts eingeführt haben. Wie behauptet sich also das Old-School-Phone im Alltagstest? Ist es tatsächlich für ältere Menschen geeignet? Oder ergeben sich Schwierigkeiten bei der Benutzung? Ist das Telefon zu leise oder zu laut, zu klein oder zu groß oder doch vielleicht einfach nur genau richtig? Um dies besser nachvollziehen und prüfen zu können, wurden neben dem üblichen Prozedere auch Familienangehörige der "dritten Generation" zu Testzwecken herangezogen. Mehr dazu im redaktionellen Handytest von inside-handy.de.

Verpackung & Lieferumfang

Emporia TalkPremiumEin weißes Päckchen mit einem großen rot leuchtenden Buchstaben „O“ in der Mitte ziert die recht robuste Verpackung des Emporia Talk Premium, die aus Hartpappe gefertigt wurde. Forrest Gump würde sicherlich an eine große stablel Box mit Pralinen denken und tatsächlich könnte man ihm das gar nicht verübeln. Denn die Verpackung spricht eine deutliche Sprache: sie sieht nämlich aus als ob sie viele Stürze unbeschadet überstehen könnte. Zieht man den zierenden Kartonage-Überzug ab, zeigt sich ein komplett weißer Karton, der tatsächlich wie eine Pralinenschachtel aufgeklappt werden muss. Allerdings weiß der Nutzer im Gegensatz zu Mr. Gump, was ihn da erwartet. Öffnet man den Deckel, so präsentiert sich ein recht großes silber-schwarzes Telefon auf Plastik mit künstlichem Samt-Überzug. Kitschig? Keinesfalls! Es scheint wirkt sehr ansprechend, trotz der für junge Finger und Augen etwas klobigen Ausmaße. Für den Großvater ist dies allerdings genau die richtige Größe.

Hebt man den roten Samt-Deckel ab, bekommt man Zugang zum mitgelieferten Zubehör des Telefons: Neben Ladekabel befindet sich ein Sachet mit an Board – ein schwarzes sich wohl anfühlendes Handysäckchen, das man in jeder Tasche oder Hose ganz leicht durch Berührung identifizieren kann. Sollte das Säckchen mal vergessen werden und der Bildschirm verschmieren, verschafft der Display-Reiniger Hilfe: Hierbei handelt es sich um ein knopfartiges zwei Zentimeter großen runden Anhänger, der per Schnürchen am Handy befestigt werden kann. Recht erstaunlich ist der starke Akku mit seinen 1.200 mAh – diverse Multimedia-Handys würden hier glatt vor Neid erblassen, aber dies sorgt für eine noch längere Laufzeit und garantiert auch das Auskommen ohne Ladegerät auf einer längeren Exkursion. Die Anleitung des Telefons ist hier sehr zielgruppengerecht umgesetzt worden und erklärt jedes auch so kleine Detail des Zusammenbaus oder der Menüpunkte mit Bildbeispielen peinlich genau – ein großes Plus. Sollten Technikbegeisterte an dieser Stelle ein Datenkabel erwartet haben, werden sie hier enttäuscht. Die älteren Hilfs-Tester waren aber froh, auf solch ein Kabel verzichten zu können, nachdem ihnen die Vorteile von Synchronisation und Datenübertragung erklärt wurden.

           Emporia TalkPremium

 

Verarbeitung & Handhabung

Emporia TalkPremium
 

Wie es sich für die ausgesuchte Zielgruppe gehört, erfolgt der Zusammenbau recht unkompliziert. Obwohl der Vorgang des Akkuwechsels minuziös im Handbuch Schritt für Schritt erklärt wird, ist er auch ohne einen Blick in die Anleitung problemlos nachzuvollziehen.

Emporia TalkPremiumPraktisch ist, dass die SIM-Karte in einen relativ groß geratenen Steckplatz eingeführt werden muss, sodass sich auch die Suche danach recht kurz hält. Ist der Deckel verschlossen, kann nun nichts mehr herausfallen, da alles fest befestigt sitzt – lediglich das eingesteckte Ladekabel sitzt etwas locker, was aber auch nicht problematisch ist. Wie schaut das Emporia Talk Premium nun aus? Die Vorderseite ist klassisch in Schwarz-Silber gehalten – die Tasten sind schwarz mit weißer Schrift und die Umrandung des Covers ist silber. Die einzigen Ausnahmen bilden die verhältnismäßig großen Rufannahme- und Auflegen-Tasten, die in Grün und Rot lackiert wurden sowie die Raute-Taste, die in Blau erscheint – alle funktionell wichtigen Tasten können somit leicht identifiziert werden. Die übrigen Zifferntasten fielen ebenfalls groß aus – was vor allem Nutzer mit Dioptrien-Schwäche freuen wird. Die Ziffern-Tasten werden neben der üblichen hervorstehenden Markierung auf der Fünf-Taste auch durch Senkungen am Rand auf jeweils der oberen oder unteren Seite der Knöpfe unterschieden. Gewöhnt man sich an diese Markierung, so fällt das blinde Tippen recht leicht – zumindest geübte Nutzer, denn ältere Testpersonen konnten ohne Sichtkontakt keine SMS tippen.

Ein weiterer Vorteil der großen Beschriftung ist, dass wenn Großmütterchen mal ihre Brille vergessen sollte, sie ihrer Enkelin dennoch auf ihre Nachricht antworten kann. Etwas auffällig ist der Navigationsbutton: zwischen der Rufannahme- und Auflegen-Taste befinden sich beim Emporia zwei Buttons, die im Prinzip einen Zwei-Wege-Navigationsknopf darstellen sollen, mit dem man das sehr überschaubare Menü einfach nach der gewünschten Funktion durchforsten kann. Über dem Tastenfeld befindet sich das Display, das durch seinen Graustich im abgeschalteten Zustand an heimische Digitaluhren erinnert. Auf der linken Seite des Geräts befinden sich zwei stark ausgebeulte Lautstärkeregler mit einem angenehmen Druckpunkt sowie zwei weitere Tasten: der Einschalt-Knopf und die Tastensperre, die im Gegensatz zu modernen Handys noch ganz im Sinne der alten Schule manuell per Schieberegler aktiviert werden kann.

Emporia TalkPremiumDirekt darunter befindet sich ein Steckplatz, der an eine Miniklinken-Buchse erinnert. Leider handelt es sich dabei nicht um einen Audio-Ausgang, sondern schlichtweg um die Buchse für das Ladekabel – obwohl ein handelsüblicher Kopfhörer da rein passt, lässt sich leider Effekt damit erzielen. Auf der rechten Seite zeigt sich eine ähnliche Verteilung: Man findet wieder drei Knöpfe, von denen zwei wiederum Schieberegler aber auch zugleich Schnellzugriffe sind. Die erste Taste entpuppt sich als Knopf für die oben angebrachte Leuchtdiode, die bei Dunkelheit sehr gut als Taschenlampe fungiert. Der zweite Knopf rastet bei Betätigung nicht ein sondern schnappt wieder zurück und erweist sich somit als Zugang sowohl zum Hauptmenü – Druck nach unten – als auch zum SMS-Menü – Druck nach oben. Abschließend ist da noch der Alarmknopf, mit dem man den eingestellten Wecker bequem ohne Sucherei im Menü ein- oder ausschalten kann. Beim Alarmknopf sowie der Tastensperre wird der aktuelle Zustand zur besseren Orientierung nochmals mit den Signalfarben Rot und Grün gekennzeichnet. Auf der unteren Seite befindet sich eine ganz interessante und zugleich an alte Festnetz-Telefone erinnernde Funktion: nämlich ein ausziehbarer Block, auf dem sechs Telefonnummern notiert werden können – praktisch für Menschen, die das Handy wirklich nur ganz rudimentär nutzen möchten.

Die Rückseite des Emporia bietet lediglich Platz für den Akkudeckel, bei dem mit einem herausstehenden Dreieck die Öffnungsrichtung des Verschlusses angezeigt wird. Die Verarbeitung und die für den Bau verwendeten Materialien lassen das Emporia Talk Premium Emporia TalkPremiumzwar nicht edel aber dafür recht stabil erscheinen und verleihen dem Gerät ein angenehmes Gewicht, welches das Gerät gut in der Hand liegen lässt – auch die Spaltenmaße lassen hier kaum Wünsche offen. Kurz gesagt erweckt das Emporia den Eindruck, als könne es viele Stürze problemlos verkraften. Ein Aspekt, der nicht nur für ältere Menschen praktisch sein kann, ist dass man das Telefon sowohl rechts- als auch linkshändig gut nutzen kann. Ein negativer Punkt ist beim Test dennoch aufgefallen: das Emporia verfügt über keine “Nottaste“, die im Notfall direkt mit 112 verbindet – für die vorgesehene Zielgruppe wäre das durchaus eine nützliche Funktion.

 
 

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