Test des Emgeton Noble

Einführung

Test-Datum: 06.04.2009
Software Version: Eigenentwicklung
Testversion mit Branding: nein
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Gesamtwertung: 0 / 10
 
Emgeton Noble
Dynamische Manager, junge Journalisten oder vielleicht adlige Gigolos aus der Tschechei kennen das Dilemma: Während die eine Freundin auf dem privaten Telefon einem die Einkaufsliste für den heutigen Abend durchgibt, ruft auf dem anderen Handy die zweite Freundin an und will sich für das Wochenende verabreden. Wo setzt man(n) die Prioritäten? Dabei könnte die Lösung doch recht einfach sein, denn das Dual-SIM-Handy "Noble" vom tschechischen Hersteller Emgeton bietet kommunikationsgestressten Frauenhelden und auch anderen Menschen eine einfache Lösung. Das Emgeton Noble kann zwei SIM-Karten fassen und einem somit den drohenden Ärger ersparen.

Ist alles an dem Handy so "easy" wie das Versprechen der Dual-SIM-Lösung oder könnte der damenumwerbende Adelsträger an anderer Stelle mit dem Slider-Telefon Stress bekommen? Wie steht es um die Bedienung des Noble-Geräts vom tschechischen Hersteller Emgeton? Der verhältnismäßig neue Markt für so genannte Dual-SIM-Telefone bietet den Produzenten einen großen Spielraum für allerlei Features? Wie wurden diese in diesem Fall umgesetzt? Bringen sie Neuerungen gegenüber der Konkurrenz oder werden alte Standards als neue Ware verkauft? Diese und weitere Fragen können Sie im redaktionellen Test von inside-handy.de nachlesen.

Verpackung & Lieferumfang

Emgeton NobleTribals - die gewundenen und an keltische Motive erinnernden Verzierungen sind hinter dem Noble auf der Verpackung zu sehen. Auf dem weißen Karton sieht der Nutzer Den Schriftzug des Geräts sowie den des Herstellers mit dem Hinweis (bildlich als auch schriftlich), dass zwei SIM-Karten im Telefon Platz finden können - die restlichen Seiten des Päckchens sind zwar anders aber ebenso schlicht gehalten, dafür aber recht stilvoll. Schiebt man die Deckhülle ab, bietet sich ein sehr ähnliches Bild, bei der Kartonage hat man lediglich die Farbwahl abgeändert. Die starke Verpackung lässt sich einfach nach links aufklappen und gibt die Sicht auf das Gerät frei, das auf einem dafür gefertigten Untersatz liegt, mit dem das restliche Zubehör gesichert wird. Neben dem Standardlieferumfang, wie Handy, Akku (1010mAh) und der Verschluss, werden noch Kopfhörer mit einer 2,5-Miniklinke geliefert, die zugleich auch als Headset fungieren. Zudem sind noch ein Datenkabel sowie eine CD mit entsprechender Software geliefert. Für alle Mobilfunk-Neulinge ist auch eine Bedienungsanleitung dabei. Schade ist, dass keine Speicherkarte im Lieferumfang dabei war - und das obwohl der Hersteller sich auf der Website als führend im Bereich der MP3-Player sowie ähnlichen Gefilden bezeichnet - ein klares Minus, denn dies sollte im Zeitalter der purzelnden Speicherpreise doch drin sein.


 

Emgeton Noble

Verarbeitung & Handhabung

Emgeton Noble

Vom Weiten her scheint das tschechische Noble wie das hiesige Bier: recht unauffällig aber oho. Und wie sieht es beim zweiten Blick aus? Beim Zusammenbau ergeben sich kleinere Probleme mit dem Entfernen des Akkudeckels, da dieser nur recht schwer zu lösen ist. Hat man diese Hürde aber genommen, erfolgt der Einsatz vom weiteren Inhalt als unkompliziert und sicher.

Emgeton NobleLeider entspricht der Handylook nicht dem verkauften Namen. Denn unter dem Stichwort "Noble" würde man hochwertige Teile erwarten, die sowohl in ihrer Optik als auch in ihrer Haptik den Erwartungen entsprechen würden - leider trifft dies in beiden Fällen nicht zu. Wenigstens wurden die einzelnen Telefonteile gut zusammengesetzt, sodass das East-Phone recht robust wirkt und die Spaltmaße nur sehr gering ausfallen; damit bieten sie Staub und Schmutz wenig Angriffsfläche - bis auf zwei Punkte: der USB-Anschluss links und die darüber liegende Kopfhörerbuchse sind ungeschützt im Gehäuse verbaut. Wie schaut das Noble denn nun aus? Auf der Vorderseite ist oben der Ohrhörer mit der Videotelefonie-Kamera mit einem weißen dezenten Schriftzug des Gerätenamens. Darunter folgt das sehr spiegelnde Display, das schnell mit Fingerabdrücken überseht ist. Weiter unten schließt der Name des Herstellers den passiven Teil der Vorderseite ab. Nun kann der Nutzer aktiv werden: Im Prinzip bietet sich aber ein altbekanntes Bild, denn die Abfolge von zwei Softkeys, Navigationsbutton, Zurück- und Löschen-Taste sowie (im Fall des Nobles) zwei Rufannahmetasten sind wahrlich keine Revelation. Man muss das Rad aber nicht jedes Mal neu Erfinden - für die Verwendung von zwei Karten eignet sich diese Anordnung sehr gut.

Emgeton NobleWas hier leider negativ ausfällt ist die Verarbeitung der Knöpfe, die leider nicht sehr hochwertig sind und aus einem "günstig" wirkenden Plastik gefertigt wurden. Dafür sind diese haptisch gut von einander zu unterscheiden. Auch der Steuerknopf wirkt ähnlich billig und funktioniert bei der Bedienung leider auch nicht immer zuverlässig. Was auf der Vorderseite noch verwirrt, ist das Design, denn durch die etwas kürzere Oberseite wirkt das Gerät nicht ganz verschlossen, was aber nach kurzer Gewöhnung nicht weiter stört. Da die Unterseite keine Besonderheiten aufweist, wurde die Oberseite wahrscheinlich auch schlicht gehalten. Dort befinden sich lediglich der Knopf, der den Akkudeckel löst sowie der Einschaltbutton. Auch links zieht sich das gleiche Bild fort, denn dort sind bloß die Lautstärke-Regler zu finden, während auf der rechten Seite der Kamera-Auslöser sowie die Buchsen der für Headset und USB-Stecker verbaut wurden. Von hinten sehen Menschen gleich aus, heißt es doch so schön im Volksmund. Dies gilt de facto auch für viele Handys, denn die im Akkudeckel eingelassene Megapixelkamera ist wahrlich kein neues Bild: Die Linse ist durch ein silbern geriffeltes Metallstück umringt - ähnlich wie beim Navigationsbutton. Wenig tiefer liegt fast unauffällig in einem dunklen Grauton gehalten das Logo des Herstellers.

Emgeton NobleSchiebt man den Slider auf, präsentiert sich die alphanumerische Tastatur in üblicher drei Mal vier Anordnung. Sehr positiv ist, dass der Druckpunkt der einzelnen Buttons sehr gut ausfällt. Zudem sitzen sie sehr fest und wirken damit stabil und im Gegensatz zu diversen anderen Teilen des Telefons recht hochwertig. Leider ist ein Tippen ohne Sichtkontakt nicht wirklich möglich, da die Tasten haptisch kaum voneinander zu unterscheiden sind. Da freut sich der Nutzer schon über die starke Beleuchtung, die ihm den Weg zur gewünschten Taste weist.

Sprachqualität & Empfang

Emgeton NobleBeim Sprechen wirkt die Stimme des Gesprächpartners deutlich, voluminös und mit einem geringen Rauschen versehen, das aber nicht wirklich als störend empfunden wird. Anfallende Nebengeräusche wie Gespräche anderer Personen oder Straßenlärm beeinflussen das Verständnis ebenfalls nicht. Interessant ist, dass der Gesprächspartner und der Sprecher selbst mit einem kleinen Nachhall versehen sind, sodass eine Art gehörtes Raumgefühl entsteht. Sollte es um einen herum doch Mal zu laut sein, lässt sich die Lautstärke des Ohrhörers während des Gesprächs einstellen. Gut ist, dass sich die Qualität der Sprache bei variierender Empfangsstärke nur minimal verändert.  Was die Standby-Zeiten des tschechischen Adligen angeht, so spricht der Hersteller von 180 Stunden - also rund 7,5 Tagen. Ärgerlich im Test war, dass das Gerät bereits nach zwei Tagen normaler Benutzung wieder an den Strom musste - und das immer noch nach knapp zwei Wochen Nutzung.

Bei den Gesprächszeiten sind es offiziell drei Stunden, leider ist auch es hier nicht das Maß der Dinge: die Hälfte kann eher als Realwert angesehen werden. Durch die Bauweise und somit auch den Vorzug des Geräts ergibt sich aber das Problem des hohen Stromverbrauchs: durch den Betrieb zweier Antennen, die bei Dual-SIM natürlich genutzt werden, steigt der Stromverbrauch und die Nutzungszeiten sinken. Mit anderen Worten sollte man bei kürzeren Reisen das Ladegerät nicht vergessen! Beim Test wurde das Gerät überwiegend mit einer SIM-Karte getestet, weshalb die Werte bei Dual-SIM-Betrieb noch weiter nach unten korrigiert werden müssten.

Der Sar-Wert des Handy beträgt 0.731 W/kg.

Display & Kamera

Emgeton NobleDas Display des tschechischen Noble-Phones stellt auf 4,6 mal 3,4 Zentimetern mit 262.000 Farben und einer Auflösung von 240 mal 320 Pixel ein gestochenscharfes Bild mit weich gezeichneten und leuchtenden Objekten dar. Somit hält der Bildschirm also viel Platz für diverse Infos zu aktuellen Einstellungen: oben links befindet sich die Statusanzeige für den Akku, die bei beim Laden oder geringer Stärke blinkt. In der Mitte wird der Netzbetreiber beider SIM-Karten eingeblendet (oder darüber informiert, dass sich keine zweite SIM im Gerät befindet) und rechts davon ist auch die Statusanzeige des Netzes. Unten im Display werden Uhrzeit und Datum samt des aktuellen Wochentages sowie Belegungen der Funktionen beider am Bildschirm befindlicher Softkeys (Profile und Kontakte) angezeigt.

Das Display kann leider nicht so vielen persönlichen Wünschen eines jeden Individualisten anpasst werden: Neben zwei Themen, die lediglich das erscheinen des Menüs verändern, kann man das Hintergrundbild einstellen. Hierzu stehen unterschiedliche Flash-Animationen aber auch eigene Fotos und andere Bilddateien zur Verfügung. Das erste Menütheme zeigt die "klassische" Ansicht mit zwölf Symbolen samt Beschriftung, die sich sowohl über den Steuerknopf als auch über die Tastatur direkt ansteuern lassen. Bei der zweiten Ansicht werden die Inhalte des Hauptmenüs als Liste angezeigt. Unterpunkte werden in einer farblich anders gestalteten Tabelle präsentiert und in der unteren rechten Ecke wird das animierte Symbol des markierten Menüpunktes groß eingeblendet. Die Einstellungen zur Helligkeit, Kontrast oder der Schriftgröße fehlen gänzlich. Dafür lässt sich die Dauer und Intensität der Beleuchtung über die so genannten Energieoptionen einstellen. Wie bereits erwähnt spiegelt das Display stark, weshalb dessen Lesbarkeit bei hellem Licht stark leidet. Bei normalen Lichtverhältnissen oder bei Dunkelheit glänzt die Anzeige durch ihre farbprächtige Darstellung. Bei eingeschaltetem Display werden auch sämtliche sich auf der Vorderseite des Telefons befindlichen Tasten beleuchtet - leider nur sehr schwach. Bei der numerischen Tastatur sieht da aber schon ganz anders aus. Möchte man sich von seinem Handy persönlich begrüßen lassen, bietet das Adelsphon drei Möglichkeiten: Man kann zwischen der voreingestellten Animation von Emgeton oder einem kurzen Text wählen. Freunde des tschechischen Pragmatismus können die Begrüßung aber auch einfach abstellen.

Die so genannte Flexaret-Kamera mit 2 Megapixel Auflösung des Emgeton Noble, lässt sich über das Hauptmenü oder den Auslöserknopf auf der rechten Seite einschalten. Dabei wechselt das Gerät automatisch in den Sucher-Modus und zeigt neben dem Motiv auch diverse Informationen zu aktuellen Aufnahmeoptionen: Unten sieht der Nutzer drei Symbole, welche auf die Belegung der Softkeys (Optionen und Zurück) sowie des Bestätigungsknopf der Navigationstaste (Auslöser) hindeuten. Wünschenswert wäre eine eindeutigere Wahl der Symbole. In der linken Ecke sieht man die aktuelle Auflösung, Helligkeitseinstellung sowie das Icon des Foto- oder Videomodus. Darunter befindet sich ein Balken, der über den derzeitigen Zoom-Status informiert. In der Hauptebene der Einstellungen präsentieren sich zehn Unterpunkte:

  • Emgeton NobleFotomodus für Front- oder Rückkamera
  • Bildgröße
  • Qualität (Normal, Fein und Superfein)
  • Weißabgleich (Automatisch, Sonnig, Bewölkt und Innen).
  • Effekten (Normalaufnahme, Sepia, Schwarz-Weiß)
  • Nachtmodus
  • Verschlusston
  • Aufnahmemodi (normaler Modus, Serienaufnahme mit zwei, vier oder sechs Bildern sowie ein Selbstauslöser mit drei Vorlaufzeiten von fünf, zehn und fünfzehn Sekunden)
  • Bildlage (horizontal, vertikal)

Die Aufnahmegeschwindigkeit des Noble erfreut mit mittleren Werten leider nicht. Denn bis die Vorschau des Schnappschusses auf dem Display ist, vergeht nicht gerade wenig Zeit. Ähnlich verhält es sich mit der Reaktionszeit des Bildschirms. Im Videomodus hat man wie schon im Fotomodus Zugriff auf die beiden verfügbaren Kameras, mit dem Unterschied, dass die Auflösungen im Gegensatz zum Fotomodus gleich ausfallen. Bei den Einstellungen der Videos sieht der Nutzer die gleichen Optionen, wie man sie bereits beim Fotomodus vorgefunden hat.


Möchte man sich die eigenen Aufnahmen ansehen, kann man diese speichern oder gleich per MMS, E-Mail oder Bluetooth verschicken. Hat man ein Foto gespeichert, so ist der Speicherort standardmäßig bereits vorgegeben, daher können alle Fotos unter dem Hauptmenüpunkt "Meine Dateien", Unterordner "Bilder" und "Telefon" gefunden werden - analog verhält es sich mit Videos. Ein Sammelzwang besteht nicht, sollte einem ein Foto oder ein Film nicht gefallen, kann dieser auch direkt gelöscht werden. Die Qualität der Bilder und der Videos erweisen sich auf dem kleinen Display nicht mehr als ganz ansehnlich. Auf dem heimischen PC sehen diese (Fotos und Videos) noch schlechter aus. Deren Ansicht ist pixelig, teilweise unscharf und leicht saturiert - die Verwendung des Noble als Ersatz einer Kompaktkamera ist nicht zu empfehlen.

 

OS & Bedienung

Emgeton Noble
Emgeton Noble
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Noble ist hier nicht wirklich das Stichwort: Das Menü bietet zwei Einstellungsmöglichkeiten, die bereits im vorherigen Kapitel genauer beschrieben wurden (Listen- und Rastermenü). Zusätzlich kann auch die Reihenfolge der Symbole nicht verändert werden. Die Wahl der Icons und die Anordnung der Menüpunkte ist auf die gängigsten Funktionen ausgelegt und führt somit zu einer einfachen Handhabung des Noble. Leider ist dies in weiterführenden Menüs nicht mehr überall gegeben: Teilweise sind die Namen der Funktionen irreführend. So findet man zum Beispiel im MMS-Optionsmenü die Punkte "Einfügen" und "Hinzufügen". Auf den ersten Blick ist man ratlos, das Probieren zeigt aber, dass der erste Punkt das Hinzufügen von Dateien in die MMS meint und der zweite kann Symbole in den Text einsetzen. Auch die übliche Funktion bei der Auflegen-Taste fehlt, da ein Gespräch lediglich über den rechten Softkey beendet werden kann. Der Grund hierfür liegt in der Auswahl der SIM-Karte für das gewünschte Gespräch: Drückt man die linke Annahmetaste wird über die erste SIM telefoniert, drückt man die rechte, dann erfolgt das Telefonat über die zweite SIM-Karte.

Dank der guten Wahl und Animation der Menü-Symbole, wird die Navigation im Menü des tschechischen Noble unkompliziert. Die Anordnung blendet Punkte von ihrer Wichtigkeit her ein - von Innen nach Außen in vier Reihen á drei Symbole: die erste Reihe enthält die Icons für den Explorer des Ordners "Eigene Dateien", das Telefonbuch sowie die Anrufprotokolle. In der zweiten Reihe ist das Noten-Symbol für "Unterhaltung", gefolgt von "Nachrichten" und "Videoanruf". An dritter Stelle befinden sich die Punkte "Kamera", "Organizer" und "Einstellungen" und die vierte Reihe birgt weniger verwendete Optionen, wie "Verbindungen", "Internet" und das so genannte "SIM-Toolkit", in dem diverse Einstellungen zur SIM-Karte gemacht werden können. In beiden Menüansichten (Liste und Raster) können die Punkte mittels numerischer Tastatur direkt angesteuert werden. In der Liste-Anzeige wären hierfür Hilfszahlen neben den Punkten zur besseren Orientierung hilfreich. Was die Schnellzugriffe angeht, lassen sich diese über die Einstellungen einrichten und verändern. Dafür können alle Seiten des Navigationsbutton sowie die zwei daneben befindlichen Softkeys angepasst werden, was größtmöglichen Bedienkomfort bietet.

Das Hauptmenü bietet durch die zentrale Position des Nachrichtensymbols einen schnellen Zugang zu weiteren damit verbundenen Unterpunkten, wie "Nachrichtentyp wählen". Nachdem dies angewählt wurde, kommt man über den Punkt "Neu" in das Schreibfeld, wo neue SMS erstellt werden. Über den Schnellzugriff gelangt man direkt in das Auswahlmenü des Nachrichtentyps. Dort müssen die beschriebenen Schritte ausgeführt werden, bevor man die Nachricht tippen kann.

Das Schreibfeld der SMS ist zweigeteilt. Durch Rahmen ist ersichtlich, in welchem man sich gerade befindet: Das erste Feld mit dem Profil eines Kopfes bildet das Empfängerfeld. Dort kann man entweder das Adressbuch öffnen und mehrere Kontakte hinzufügen oder eine Nummer eingeben. Das tatsächliche Schreibfeld bietet Quasselstrippen Platz für insgesamt 1530 Zeichen, die beim Tippen wie ein Countdown runtergezählt werden. Negativ ist, dass nicht angezeigt wird, wann eine SMS voll ist beziehungsweise, wann die 160 Zeichen überschritten werden. Sehr ärgerlich ist die fehlende Möglichkeit zur Erweiterung des T9-Systems um neue Wörter. Somit muss jedes nicht bekannte Wort in Silben oder gar im Multitap-Verfahren eingegeben werden, was natürlich viel Zeit kostet. Ein Kosmopolit ist das Noble wahrlich nicht, da man lediglich die gerade als Telefonsprache beim Schreiben zur Verfügung hat - und diese sind auch nicht sehr viele (Englisch, Tschechisch, Polnisch und Deutsch). Beim Bearbeiten kann man eine SMS im Entwurf-Ordner speichern oder Ausschnitte im Text kopieren und sie an anderer Stelle wieder einfügen. Durch einen so genannten Zeilenvorschub lässt sich durch Zeilenumbruch ein Paragraph erzeugen.

Bei den MMS verhält es sich analog zur SMS, nur wird das Prozedere etwas unübersichtlicher. Das bereits bekannte Schreibfeld kommt in veränderter Form und anderer farblicher Gestaltung wieder: Im Feld "An" kann man üblicherweise den Empfänger auswählen. Und zwei Klicks weiter unten kann man das Schreibfeld bearbeiten. Klickt man nur einmal nach unten, wird ein größeres Fenster markiert, dessen Sinn aber nicht wirklich ersichtlich ist. Über die Optionen, die verwirrenderweise hier als "Menü" bezeichnet werden, können weitere Folien sowie Anhänge (Videos, Musik, Bilder und andere Inhalte) hinzugefügt werden - leider werden die Dateien nicht in die richtige Größe konvertiert, sodass Dateien ab einer bestimmten Größe einfach nicht versendet werden können. Hier verliert die Bezeichnung MMS jegliche Legitimation. Ist man mit der Nachricht fertig, kann man sie verschicken oder für späteres Weiterschreiben speichern.

Bei der E-Mail wird es wieder einfacher: Neben dem Schreibfeld erscheint auch die Betreffzeile sowie das Empfängerfeld - natürlich lässt sich auch Carbon Copy und Blind Carbon Copy hinzufügen. Beim Schreiben kann man sich hier getrost austoben, da dem Nutzer über 10.000 Zeichen zur Verfügung stehen - diesmal funktioniert auch der Dateiversand. Über die Sendeoptionen lassen sich die Priorität der Mail mit "Niedrig", "Normal" und "Hoch" bestimmen sowie eine Lesebestätigung einstellen. Die E-Mail-Benutzerkonten können im E-Mail-Hauptmenü in den Einstellungen eingerichtet werden - leider ohne Assistenten.

Die Rufnummernunterdrückung muss beim Noble im Einstellungsmenü für Anrufe für die jeweilige SIM-Karte separat eingestellt werden. Darüber hinaus kann man dort auch diverse Netzdienste, wie Sperrung von bestimmten Nummern, Anklopfen und die Konfiguration der Rufumleitung, verwalten.

Die Anruflisten lassen sich am schnellsten über die jeweiligen Rufannahmetasten der zwei SIM-Karten einsehen. Über diesen Weg gelangt man in die allgemeine Liste, wo alle Anrufe verzeichnet werden. Die Art des Telefonats wird durch drei verschiedene Icons verdeutlicht - die Icons tragen alle eine kleine arabische Zahl (entweder die eins oder die zwei), die kennzeichnet über welche SIM-Karte das Gespräch geführt worden ist. Allerdings führt die mangelnde Farbenvielfalt dazu, dass man erst genau hinschauen muss, um welche Anrufart es sich handelt. Bei allen Einträgen - egal ob markiert oder nicht - werden nur rudimentäre Infos angezeigt: der Name oder die bei unbekannten Anrufern die Nummer. Wählt man ein Gespräch an, werden weitere Details (Name des Anrufers, Anrufertyp, Datum und Uhrzeit) in einem neuen Screen angezeigt. Über das Hauptmenü kann man die gewünschte Liste ("Anrufe in Abwesenheit", "Empfangene Anrufe", "Gewählte Nummern" und "Alle Anrufe") auswählen - das Auswahlmenü der Anrufprotokolle erfolgt nicht graphisch sondern ungewohnt über ein Schriftmenü. Im selben Menü lassen sich auch die Gesprächsdauer sowie der Datenpaketzähler einsehen.

Die Telefonprofile des Noble sind voreingestellt direkt über den linken Softkey erreichbar: verfügbar sind für jede SIM-Karte vier Profile: "Normal", "Meeting", "Outdoor" und "Im Auto". Eine globale Einstellung für das Telefon wäre aber durchaus sinnvoller gewesen. Denn, wenn man ungestört sein möchte, gilt das doch eigentlich für beide SIM-Karten. In den Profileinstellungen lassen sich auch Klingeltöne, Mitteilungs- und Signaltöne anpassen. Dafür lassen sich alle vom Handy unterstützen Audio-Formate verwenden (MP3, WMA und diverse AAC-Varianten). Auch die Lautstärke des Tons kann nach individuellen Wünschen gestaltet werden. Leider wird das Telefon - abhängig vom Klingelton - auch bei maximaler Lautstärke nicht sonderlich gut gehört. Bei den Tastentönen kann lediglich die Lautstärke variiert werden. Neben dem Klingelton lässt sich auch der Vibrationsalarm optional einstellen - dazu bietet das Noble drei Vibrationsschemata. Der Vibrationsmotor erweist sich auch als passabel, da das Gerät auf diversen Oberflächen recht gut hörbar ist. Leider nimmt man die Vibration in Hosentaschen - also da wo es wirklich drauf ankommt - kaum wahr.

Die Tastatursperre lässt durch das Schließen des Sliders in Betrieb nehmen - oder auch vice versa. Mittels Tastenkombination kann sie auch manuell im geschlossenen Zustand des Noble ein- oder ausgeschaltet werden.

Hardware & Verbindungsmöglichkeiten

Emgeton NobleDie Verbindungsmöglichkeiten vom Adelsphone sind nicht ganz dem Adelsstand angemessen: Die Verbindung per USB-Kabel ist recht etwas kompliziert, da das Telefon nicht gefunden wird. Leider verläuft die Installation der Treiber auch nicht ganz reibungslos und ein gewisses Knowhow zum Einrichten des Telefons auf dem PC ist schon erforderlich. Nachdem das PC-Tool und die Treiber alle korrekt installiert waren, hatte man mit dem PC-Tool Möglichkeit, sämtliche Daten vom MS-Outlook auf das Handy aufzuspielen. Dabei lassen sich sowohl Kontakte einzeln oder komplett als auch Kalendereinträge synchronisieren. Für Musik- und Video-Dateien gibt es im Tool separate Fenster - allerdings hat der Dateitransfer beim Test nicht funktioniert, da das Handy trotz installierter Treiber nicht gefunden wurde. Bei den Kabellosen Verbindungen, lassen sich via Bluetooth Verbindungen mit anderen Handys zwar herstellen, aber das Übertragen von Dateien klappte nicht, da das Emgeton einfach auf Sendeanfragen nicht reagierte. Beim PC klappte die Verbindung und der Dateiversand hingegen problemlos. Beim Versand wird ein graphischer Balken eingeblendet der neben dem Fortschritt in Zahlen über den Transfer informiert.

Multimedia & Organizer

Sollte ein verwöhnter Adliger das Noble in die Hand bekommen, würde er sich über die wenigen Komfortfunktionen des Telefons ärgern. Natürlich bringt die Tatsache, dass man in das Gerät zwei SIM-Karten einbauen kann diverse Vorteile, aber der Rest der Bedienungsumgebung sollte auch stimmen. Bleiben wir doch vorerst bei den Vorteilen der Dual-SIM-Funktionalität: Bei den SIM-Karten können Netze von 900, 1800, 1900 und 2100 MHz verwendet werden - also GSM und UMTS. Die ausgehenden Anrufe können dabei über die jeweilige Rufannahmetaste gesteuert werden. Auch die Einstellungen zu den einzelnen SIM-Karten lassen sich individuell anpassen. Weiter läuft es leider nicht sehr positiv, denn während der Telefonate kann man weder Gespräche mitschneiden, noch das Hauptmenü während eines Telefonats einsehen oder Adressbucheinträge via Sprachwahl kontaktieren.

Während des Anrufs kann man Gesprächspartner stumm schalten, diesen halten oder einen neuen Anruf tätigen - die Standardfunktionen. Die integrierte Freisprechfunktion lässt sich via Navigationsknopf einschalten und liefert eine ähnliche Qualität, wie man sie vom Ohrhörer kennt. Im Telefonbuch können Kontakte von den einzelnen SIM-Karten oder vom Telefon eingesehen werden - die internen Funktionen der Telefonbücher sind gleich: Praktisch ist, dass neben dem üblichen Scrollen durch das Adressbuch eine Suche nach Namen, Nummern oder Gruppen möglich ist. Entscheidet man sich doch für das Browsen, sieht man in der Liste lediglich den Namen des Kontakts samt Icon, das anzeigt, wo der Kontakt abgelegt wurde. Markiert man einen Eintrag wird der erste Kommunikationseintrag angezeigt. Möchte man einen neuen Kontakt erstellen, stehen dafür zahlreiche Felder zur Verfügung: Neben dem Namen kann man die Nummern für Handy, Festnetz und Büro sowie zwei Felder für E-Mails einpflegen. Wer seinen Lieben ein Brief schicken möchte, kann die gesamte Adresse einfügen und zusätzlich mit einer Notiz zur Person festhalten - damit es zu keinen peinlichen Verwechslungen kommt, kann der tschechische Gigolo auch ein Bild des Mädels speichern. Interessant ist, dass es die Option "Anruf automatisch zurückweisen" gibt. Anscheinend mögen es tschechische Frauenhelden nicht, gestört zu werden. Soll ein Eintrag ins Telefonbuch während eines Telefonats eingespeist werden, ist dies auch kein Problem.

Der Terminplaner bietet Zugriff auf diverse Organizerfunktionen: Dazu gehört ein Wecker mit drei unterschiedlichen Termineinstellungen. Dabei kann der Status, die Erinnerungszeit und Schlummern mit verschiedenen Zeitvariablen sowie den Alarmnamen eingestellt werden - der Weckton kann aus den vorhandenen Musikdateien ausgewählt werden. Sowohl der Rechner als auch der Währungsumrechner bieten Hilfe bei täglichen kleinen Herausforderungen im Supermarkt im In- oder Ausland. Die Weltuhr zeigt eine Weltkarte an, mit verschiedenen vorgegebenen Orten: Es kann eine Heimatstadt sowie die Zielstadt ausgesucht werden und beide Uhrzeiten werden nebeneinander angezeigt, sodass der Zeitunterschied gleich ersichtlich ist. Die Aufgaben werden in einer Liste chronologisch angezeigt. Möchte man eine neue erstellen, so kann man Einträge wie Datum samt Uhrzeit, Priorität und den persönlichen Erinnerungston einstellen. Zur genaueren Bezeichnung kann der Nutzer einen kurzen Memotext eingetragen und zuletzt den Status der Aufgabe verzeichnen. Der Kalender fällt beim Adelsphone sehr unspektakulär aus: Zur Wahl der Anzeige steht nur eine Monatsansicht zur Verfügung, bei der oben das aktuelle Jahr und der Monat angezeigt werden. Die Wochenenden werden dabei farblich hervorgehoben und zur einfacheren Orientierung werden über den Daten auch die Wochentage als Abkürzungen eingeblendet.

Emgeton Noble
Emgeton Noble
Emgeton Noble
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Der aktuelle Tag wird dabei von einem - je nach Tag - orangenfarbigem oder weißem Kästchen umrandet - der markierte Tag wird durch ein rotes und Termine werden durch grünes Kästchen gekennzeichnet. Bei den Terminen hat der Nutzer die gleichen Einstellungsmöglichkeiten wie beim Wecker. Die zum Termin gehörigen Informationen werden bei Markierung des Datums in einem größeren Feld unter dem Kalender angezeigt. Über das Menü hat man noch die Möglichkeit, zu einem gewünschten Datum im Kalender direkt zu springen und sich den Speicherstatus aller Einträge anzeigen lassen. Man kann sich für eine Sache viele Namen ausdenken, der tschechische Adelige mag es anscheinend extraordinär, denn der Musikplayer des Noble heißt "E-Cult-Musik-Player".

Öffnet man diesen wird im oberen Bildschirmrand Interpret und Songtitel eingeblendet. In der Mitte des Displays sieht man eine Grafik, wo Visualisierungen (aus, Spektralanalyse und Nachtsicht - das Einbinden von Albumcovers ist nicht möglich) bei der Wiedergabe abgespielt werden. Weiter darunter befindet sich eine grafische Zeitleiste, zu der zusätzlich Infos über die Zeit des Tracks links (aktuelle Zeit) und rechts (Gesamtzeit) angezeigt werden. Die Navigation erfolgt über den Steuerknopf, dessen Belegung auf dem Bildschirm angezeigt wird. Daneben, findet man noch Angaben zum aktuellen Wiedergabemodus (zur Auswahl stehen über das Menü: einmalig, Titel wiederholen, Original spielen, Alles wiederholen und Zufallswiedergabe), den Optionen sowie der Zurückknopf. Zur Verfeinerung des Sounds wurde ein Equalizer mit fünf voreingestellten Modi integriert (Normal, Pop, Rock, Jazz und Klassik), die auf das Klangbild sogar bei Lautsprecherbetrieb Einfluss nehmen - bei vielen Handys ist der Effekt des Equalizers lediglich über Kopfhörer wahrnehmbar. Mag man den aktuellen Song sehr, kann man ihn über die Optionen als Klingelton festlegen oder sich dessen Infos anzeigen lassen (Format, Erstellungszeit und Größe). Wer sich mit der Zufallswiedergabe nicht zufrieden gibt, der kann auf die Playlists ausweichen: diese können eigens erstellt, bearbeitet, umbenannt oder gelöscht werden. Für eine einmalige Anwahl des Liedes kann man auch den Menüpunkt "Meine Dateien" verwenden, wo man in den eigenen Dateien nach Medien suchen und diese dann abspielen kann.

Die Soundqualität der Wiedergabe über den Lautsprecher ist passabel. Zwar kann man diese mit einem Musikhandy nicht vergleichen, dennoch werden zufrieden stellende Ergebnisse erzielt. Musik via Headset bringt gleich ein anderes Klangerlebnis: Die jeweiligen Frequenzbereiche sind allesamt gut vertreten und bilden einen voluminösen Klang. Was die unterstützten Formate angeht, so kann das Noble die gängigsten Formate, wie MP3, WMA und diverse AAC-Varianten, abspielen - auch hier leider nur der kommerzielle Standard. Bei den Videos verhält es sich ähnlich, da vier Videoformate unterstützt werden: H.263 sowie H.264, MPEG4 und WMV. Wem das an mobilem Entertainment zu wenig ist, der kann auf das FM-Radio zurückgreifen: Hier lassen sich gefundene Sender in den Favoriten speichern und als Schnellzugriff auf eine der numerischen Tasten legen. Beim Suchmodus kann man den Sucher manuell oder automatisch durchlaufen lassen. Das Radio lässt sich natürlich im Hintergrund ausführen. Für verspielte Adelskinder bringt das Noble noch zwei Spiele mit: "Colored Ball" und "Boxman". Leider sind beide Spiele recht unspektakulär und bringen nicht wirklich eine kurze Weile.

Fazit

Emgeton Noble
 
Nicht alles was glänzt ist Gold! Das tschechische Adelsphone erweist sich leider nicht ganz als ein Meilenstein im Dual-SIM-Bereich. Weit weniger. Es scheint eher lediglich nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung zu sein. Eigentlich wirkt es vom Menü sowie von der Verarbeitung her wie ein kleiner Bruder des DST 3G Cool von General Mobile - nur etwas weiter entwickelt. Für einen Einführungspreis von rund 379 Euro könnte der kommunikationsbewusste (und auch kommunikationsgestresste) Nutzer definitiv mehr erwarten. Ein Blick zur Konkurrenz könnte diverse Schwächen aufzeigen und die Umsetzung nutzergerichteter zu gestalten. Schade.

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