Das Smartphone ohne Seele

Datum: 23.07.2015 | Wertung: 66% | Produkt: BQ Readers Aquaris E5 HD Ubuntu Edition
BQ Aquaris E5 Ubuntu

Das BQ Aquaris E5 in der Ubuntu-Edition ist das zweite Smartphone des spanischen Herstellers BQ, das mit dem alternativen Betriebssystem Ubuntu läuft. Das BQ Aquaris E4.5 hat das Testcenter von inside-handy.de bereits durchlaufen - mit mäßigem Erfolg. Das 200 Euro teure E5 ist hardwareseitig etwas besser aufgestellt. Doch reicht das, um Ubuntu flüssiger laufen zu lassen und kann das OS von Canoncial eine Alternative zu Android, Windows Phone und Co. sein?

Verarbeitung und Design

BQ hat eine Designsprache, die bei allen Smartphone-Modellen der Aquaris-Reihe gleich klingt; noch nicht einmal ein wahrnehmbarer Dialekt ist herauszuhören. Zum Aquaris E5 in der Ubuntu-Edition gibt es ein Android-Pendant, das zwar mit Googles OS bestückt ist, ansonsten aber dem vorliegenden Testgerät optisch gleicht wie ein Zwilling dem anderen.

Das Aquaris E5 wirkt durch seine kantige Form recht maskulin und dürfte bei einigen Nutzern ein ungewohnt hartes Gefühl beim Bedienen in der Hand hervorrufen. Anders aber als beispielsweise das HTC One M9, das ebenfalls harte Kanten aufweist, besteht das Gehäuse des Aquaris E5 nicht aus Metall, sondern aus Kunststoff. Ob es ein Nachteil ist, darf jeder selbst beurteilen. Es ist oftmals eine Frage des Geschmacks, ob man Tag für Tag ein Smartphone aus Kunststoff, Metall oder Glas aus der Tasche zieht.

Hinsichtlich der Verarbeitung erlaubt sich BQ nur einen Ausrutscher. Das Gehäuse wirkt zwar weder billig, noch tun sich Spaltmaße auf. Schaut man aber unter bestimmtem Lichteinfall auf das Display, wird man feststellen, dass das Dragontrail Glas, das als Abdeckung über dem Bildschirm liegt, an den Seiten verzogen ist wie ein Wellblechdach.

Gewelltes Dragontrail Glas beim BQ Aquaris E5 Ubuntu Edition
Bildquelle: inside-handy.de

Mit seinem Gewicht von 136 Gramm gehört das Smartphone zu den Leichtgewichten in seiner Klasse. Im Vergleich: Das One M9, das ebenfalls ein 5 Zoll großes Display besitzt, bringt gut 20 Gramm mehr auf die Waage.

BQ Aquaris E5 Ubuntu Edition: Hands-On-Bilder

  • 1/11
    Das BQ Aquaris E5 Ubuntu Edition besitzt ein 5 Zoll großes HD-Display.
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    Auf der Unterkante befindet sich rechts und links neben dem Micro-USB-Anschluss ein Lautsprecher-Grill. Ein Lautsprecher befindet sich aber nur auf der rechten Seite.

An der Bestückung des Aquaris E5 mit Tasten ist nichts ungewöhnlich. Lautstärkewippe, Ein- und Ausschalter und die Einschübe für zwei SIM-Karten sowie eine Micro-SD-Karte sind schnell zu finden und an den Stellen angebracht, an denen man sie häufig antrifft. Zudem ist das Gehäuse an der Unterkante rechts und links des Micro-USB-Anschlusses mit Bohrungen durchlöchert. Die Vermutung liegt nahe, dass sich dahinter zwei Lautsprecher befinden, die für einen Stereo-Klang sorgen. Spielt man aber Musik ab, merkt man schnell, dass der Sound nur durch die Bohrungen auf der rechten Seite dringt. BQ hat sich anscheinend aufgrund der Symmetrie für eine solche Attrappe entschieden.

Das BQ Aquaris E5 Ubuntu Edition ist solide verarbeitet - wobei das gewellte Dragontrail Glas für Punktabzug sorgt. Zudem bleiben wertvolle Punkt aufgrund des fehlenden Headsets auf der Strecke.

Wertung: 4/5

Display

Bereits am Namen des Aquaris E5 lässt sich ableiten, dass das Ubuntu-Handy ein 5 Zoll großes Display besitzt. Die Auflösung liegt mit 720 x 1.280 Pixeln auf HD-Niveau. Bei einem Bildschirm dieses Formats geht eine Pixeldichte von 294 ppi völlig in Ordnung. Einzelne Pixel wird man selten, wenn überhaupt, sehen.

BQ schützt das Display des Aquaris E5 mit Dragontrail-Glas. Dabei handelt es sich um das von Asahi Glass Company produzierte japanische Pendant zum Gorilla Glass von Corning.

Neigt man das Handy zu einer der Längs- oder Querseiten, büßt das Display zwar etwas an Helligkeit ein, Farben bleiben aber ebenso getreu wie die Schärfe stabil. Auch in der Frontalansicht weist der Bildschirm natürliche Farben auf.

Blickwinkelstabilität beim BQ Aquaris E5 Ubuntu Edition
Bildquelle: inside-handy.de

Was fehlt, sind Display-Einstellungen, die beispielsweise eine manuelle Anpassung der Farbtemperatur ermöglichen. Automatisch angepasst hingegen wird die Helligkeit, wenn man es denn will. Die Automatik funktioniert sehr gut, passt die Helligkeit sehr schnell und stufenlos an. Zudem hat man selten das Gefühl, das Display müsste in einer bestimmten Situation heller oder dunkler sein.

Es muss nicht immer Full-HD sein. BQ zeigt beim Aquaris E5, dass auch ein HD-Display eine sehr gute Performance abliefern kann. Dennoch sorgen die vergleichsweise geringe Pixeldichte sowie die fehlenden Einstellungsmöglichkeiten für Punktabzug.

Wertung: 4/5

Ausstattung und Leistung

BQ stattet das Aquaris E5 mit einem Quad-Core-Prozessor von MediaTek aus. Dieser weist eine Taktfrequenz von 1,3 GHz auf und lagert laufende Prozesse in einen 1 GB kleinen Arbeitsspeicher aus. Während 1 GB RAM Smartphones mit Windows Phone oder dem iPhone völlig ausreicht, gerät ein Android-Handy bei einem derart niedrigen Volumen ins Stocken. Doch wie verhält es sich bei Ubuntu?

Zwar trifft das nicht voll ausgereifte Betriebssystem Ubuntu eine Teilschuld, dennoch hätte mehr RAM der Performance sicherlich gut getan. Während der Bedienung des Aquaris E5 wird man oft von langen Ladezeiten aufgehalten und gelangt nur mit vielen Rucklern der Benutzeroberfläche ans Ziel. Apps öffnen mit einer derartigen Verzögerung, dass man hin und wieder das Gefühl hat, das Handy sei abgestürzt. Einen Moment mit der Kamera einzufangen, der in wenigen Sekunden wieder vorbei sein könnte, wird nicht gelingen. Es vergeht zu viel Zeit, bis man den Auslöser betätigen kann.

Der interne Speicher ist mit 16 GB nicht gerade üppig bemessen, sollte aber aufgrund der überschaubaren Anzahl von erhältlichen Apps ausreichen - auch wenn dem Nutzer nach Abzug des Betriebssystems 12,4 GB übrig bleiben. Wer seine Musik-Sammlung gerne immer dabei hat, der kann diese auch auf einer Micro-SD-Karte ablegen. Das BQ Aquaris E5 nimmt nämlich ebendiese mit einer Größe von bis zu 32 GB auf.

Bei den Verbindungsmöglichkeiten bekleckert sich das Ubuntu-Handy nicht gerade mit Ruhm. Zwar verfügt das Aquaris E5 über zwei SIM-Karten-Slot sowie Bluetooth 4.0 und USB-On-The-Go; auf LTE, NFC oder die Möglichkeit, das Gerät kabellos über den Qi-Standard aufzuladen, muss man aber verzichten.

Verbindungsmöglichkeiten des BQ Aquaris E5 Ubuntu Edition:

Feature

Ja Nein Funktion

HSPA

X   Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 21 Mbit/s
HSPA+ X   Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 42 Mbit/s
LTE   Mobilfunkstandard, Down-max 150 Mbit/s
USB-OTG   Ermöglicht den Anschluss externer Geräte wie USB-Sticks, Festplatten oder Tastaturen
DLNA   Standard zu kabellosen Übertragung von Medieninhalten, zum Beispiel auf einen Fernseher
NFC   Ermöglicht eine Bluetooth-Verbindung zu einem anderen Gerät durch kurzes Berühren
Miracast   Ermöglicht das kabellose Teilen der Anzeige mit einem anderem Gerät
MHL   X Erlaubt die kabelgebundene Verbindung über die Micro-USB-Schnittstelle zu einem HDMI-Port
Infrarot-Fernbedienung   X Ermöglicht den Einsatz als Universal-Fernbedienung
Bluetooth-Version X   4.0
WLAN-Standards X   802.11 b/g/n
Qi   X Ermöglicht das kabellose Laden des Smartphones
Dual-SIM   Ermöglicht den Betrieb von zwei SIM-Karten parallel



Wer vor hat, mit dem Aquaris E5 hin und wieder ein Telefongespräch zu führen, der kann sich auf eine gute Gesprächsqualität freuen. Auch der Gesprächspartner konnte sich nicht beklagen. Anders sieht, beziehungsweise hört es sich aber an, wenn man den Lautsprecher anlässlich der Freisprechfunktion einschaltet. Zwar erreicht dieser eine hohe Lautstärke, der Klang der Stimme, die durch die Leitung gepresst wird und aus der kleinen Box aus dem Handy dröhnt, ist aber dünn und erinnert an die des Protokolldroiden C-3PO aus dem Heldenepos Star Wars.

Müde, träge und schwerfällig - so könnte man das Aquaris E5 mit drei Worten beschreiben, die im Endeffekt alle das gleiche bedeuten, in Kombination aber die schwache Performance noch mehr hervorheben. Es mag auch mit Ubuntu als Betriebssystem zusammenhängen, dass man nur ruckelnd durch die Menüs stolpert, der schwache MediaTek-Prozessor und 1 GB RAM dürften allerdings auch ihren Teil dazu beitragen.

Wertung: 3/5

Kamera

BQ stattet das Aquaris E5 mit einer 13-Megapixel-Kamera samt Blende von f/2.2 auf der Rückseite aus. Bei schwierigen Lichtbedingungen helfen zwei LEDs aus. Auf einen optischen Bildstabilisator hat man hingegen verzichtet. Doch wie schlägt sich die Kamera in der Praxis?

Wer auf Nahaufnahmen steht, der wird mit der Kamera des Aquaris E5 recht ansehnliche Fotos schießen. Ansonsten erreicht die Kamera Schnappschuss-Niveau, das auf dem Weg vom Licht ins Dunkle immer schlechter wird. Zwar sind die Kontraste recht passabel, die Farben aber sind oftmals zu intensiv. Außerdem legt sich hin und wieder ein Schleier über das geschossene Bild, was aber nicht mit der Detailschärfe einhergeht. Diese ist auf nahezu allen Bildern nur ausreichend. Positiv hingegen ist, dass es nur selten ausgebrannte Bereiche gibt. Tiefen und Höhen werden gut ausbalanciert.

BQ Aquaris E5 Ubuntu Edition: Kamera-Testfotos

  • 1/12
    Außenaufnahme: Höhen und Tiefen harmonisieren
  • 2/12
    Auch die Kontraste sind gut

Fotos in großer Auflösung

Selfie-Fans kommen mit der 5-Megapixel-Frontkamera auf ihre Kosten. Bei viel Licht gelingt das Selbstporträt; unter schwierigen Lichtbedingungen gesellt sich sehr schnell Farbrauschen dazu.

Videos lassen sich in Full-HD-Auflösung aufnehmen. Gerade bei Filmen aus der Hand vermisst man den optischen Bildstabilisator. Es ist sehr schwierig, das Handy so ruhig zu halten, dass die Aufnahmen nicht verwackelt wiedergegeben werden. Der Ton hingegen ist in Ordnung.

Beim Fotografieren mit den Kameras des Aquaris E5 stößt man schnell an die Grenzen der beiden Knipsen. Hier wird deutlich, dass die Angabe einer hohen Megapixel-Zahl nicht gleichbedeutend mit guter Fotoqualität ist.

Wertung: 3/5

Software und Multimedia

Ubuntu ist in vielen Sachen anders als Android, iOS, Windows Phone und Co. Zwar geht es neben dem eigentlichen Sinn eines Handys, dem Telefonieren, im Grunde genommen abermals um Apps. Allerdings wird man sich als Ein- oder Umsteiger erst an die Bedienung des BQ Aquaris mit Ubuntu als Betriebssystem gewöhnen müssen, ehe man weiß, wo was zu finden ist.

Als Homescreen kann man die sogenannten Scopes bezeichnen, die allesamt nebeneinander liegen und eine vergleichbare, nur weitgefächerte Funktion aufweisen, wie die Widgets beim Android-System. Scopes können Inhalte verschiedener Apps zu Themen zusammenfassen oder auch aus einzelnen Anwendung wie der Foto-App bestehen.

Neben einem Video- oder Musik-Scope gibt es einen Heute-Scope, der dem Nutzer Informationen zum Wetter, den aktuellen Terminen sowie SMS und Anrufen liefert. Die Scopes sind eine willkommene Alternative zu den mit Apps vollgestopften Homescreens von Android und iOS, allerdings gibt es hinsichtlich Inhalten und Funktionsumfang noch einiges für Canoncial zu tun. Die Einstellungsmöglichkeiten vieler Scopes sind begrenzt. Der Nachrichten-Scope beispielsweise bietet nur eine Hand voll Quellen für den Bezug ebendieser. Hinzu kommt, dass es an deutschsprachigen Quellen mangelt. Nachrichten aus Spanien oder England dürften die Nutzer hierzulande wahrlich wenig interessieren.

Das Ubuntu-System für Smartphones ist vor allem auf Touch-Gesten ausgelegt. Mit einem kurzen Wisch vom linken Displayrand zur Mitte, erscheint eine App-Leiste. Wischt man lang vom rechten Displayrand zur Mitte, gelangt man in den Multitasking-Modus, in dem alle im Hintergrund ausgeführten Apps nebeneinander aufgelistet werden. Mit einem Wisch nach oben oder nach unten lassen sich die Anwendungen schließen. Mit einem kurzen Wisch hingegen wechselt man von einer App zur anderen.

Befindet man sich in einem der Scope-Bildschirme, lässt sich mit einem Wisch von unten nach oben das Menü öffnen, in den die Scopes verwaltet werden. Das Benachrichtigungs-Zentrum und diverse Einstellungen findet man in einer Ebene, die man mit einem Wisch vom oberen Bildschirmrand nach unten hin öffnet. Canoncial baut hier eine schicke Funktion ein: Je nachdem, über welchem Statusleistensymbol man die Leiste nach unten zieht, werden verschiedene Einstellungsmöglichkeiten angezeigt. Wischt man beispielsweise die Leiste über dem Akkusymbol nach unten, gelangt man zu den Helligkeits-Optionen. Die gleiche Geste über der Uhrzeit öffnet die Einstellungen für Uhr und Datum. Befindet man sich in einer dieser Ebenen, gelangt man mit Wischgesten nach rechts und links zu weiteren Einstellungsebenen.

BQ Aquaris E5 Ubuntu Edition: Screenshots Benutzeroberfläche

  • 1/15
    Entsperrbildschirm
  • 2/15
    Der Homescreen besteht aus ...

Begibt man sich vom guten Ansatz der Scopes zu den Apps und dem Ubuntu Store, ist es, als würde man aus seinem Neuwagen mit 50 PS und Kassettenradio aussteigen und auf einem Skateboard weiterfahren.

Die Erwähnung, dass es Apps wie den DB Navigator, Spotify oder WhatsApp (noch) nicht für Ubuntu gibt, dürfte viele potenzielle Käufer an dieser Stelle dazu verleiten, die Registerkarte im Browser zu schließen und sich nach Android-Alternativen umzusehen. Sollte Ubuntu für Smartphones von Canoncial tatsächlich ernst gemeint sein, muss hier noch einiges passieren. Ob das aber gelingt, ist fraglich. Microsoft und Windows Phone haben es in knapp fünf Jahren nicht geschafft, das App-Angebot so weit auszubauen, wie Apple oder Google es anbieten.

Auch die vorinstallierten Apps wie Facebook oder Instagram führen nur zur mobilen Web-Ansicht und sind damit keine echten Apps. Ruft man die Amazon-App auf, wird man verwundert feststellen, dass die Inhalte auf Englisch dargestellt werden. Man wird hierbei zur britischen Amazon-Website weitergeleitet, was einem deutschen Nutzer wenig bringt. Die eBay-App hingegen führt einen zwar nicht nach England, dafür aber zum US-amerikanischen Angebot des Online-Auktionshauses.

Die vorhandene Musik-App ist schlicht und bietet dem Nutzer nur die Grundfunktionen. Dazu gehören Repeat, Random, das Vor- und Zurückspulen sowie Play und Stopp. Auch wird das Album-Cover nicht angezeigt, obwohl es vorhanden ist. Einen Equalizer sucht man vergebens.

Der Klang wird über den eingebauten Lautsprecher mit einer recht hohen Lautstärke ausgeliefert, hat aber wenig Dynamik. Zudem neigt der Ton zum Übersteuern, wenn man die Lautstärke voll aufdreht. Der Blechdosen-Sound ist es aber, der einen dazu bewegt, die Funktion nur im Notfall zu benutzen. Auch die Wiedergabe von Musik über Kopfhörer ist nur ausreichend, da es dem Klang an Tiefen fehlt.

Viele Ansätze des Ubuntu-Betriebssystems sind gut, bedürfen aber noch weiterer Optimierungen und Anpassungen. Im Großen und Ganzen ist das OS aber noch längst nicht fertig und für jeden Nutzer wohl eher eine Qual. Die Performance ist mies, die Software ausbaufähig und die vorinstallierten Apps sind zum Teil unbrauchbar. Auch im Ubuntu Store herrscht gähnende Leere. Mit Ach und Krach gelingt es dem Aquaris E5 in dieser Kategorie, 2,5 von 5 Punkten abzustauben.

Wertung: 2,5/5

Akku

Ein 2.500 mAh starker Akku versorgt die technischen Komponenten des BQ Aquaris E5 mit Strom. Doch wie lang können diese sich am Energiespeicher laben, bis er nach einer Steckdose schreit?

Der Akku musste sich im standardisierten Test der Redaktion bei dauerhaft aktiviertem Bluetooth, WLAN und GPS sowie E-Mail-Push und automatischer Helligkeitsregelung einem 30-minütigen Gespräch, 30 Minuten Musikhören per Webstream sowie 30 Minuten Spielen und einer 30-minütigen HD-Video-Wiedergabe über YouTube stellen. Hinzu kamen die Aufnahme mehrerer Fotos und Videos und das Surfen auf verschiedenen Webseiten.

Am Ende dieses anspruchsvollen 8-stündigen Arbeitstages blieben dem BQ Aquaris E5 gute 40 Prozent. Der Verbrauch im Standby ist grandios. In 16 Stunden büßte der Energieträger lediglich 2 Prozent seiner Kapazität ein.

Akkulaufzeit BQ Aquaris E5 Ubuntu Edition
Bildquelle: inside-handy.de

Mit dem BQ Aquaris E5 Ubuntu Edition kann man locker einen ganzen Tag unterwegs sein, ohne eine Steckdose aufsuchen zu müssen. Vor allem im Standby macht der Energieträger eine gute Figur. Auswechselbar ist die Batterie aber nicht.

Wertung: 3,5/5

Fazit

Das BQ Aquaris E5 Ubuntu Edition ist ein Smartphone, das eigentlich keines ist. Dabei liegt es nicht an der Hardware, die teilweise ganz ordentlich ist, wie das Display beweist. Vielmehr ist es das unfertige Betriebssystem, das dem Smartphone die smarten Funktionen raubt und den Nutzer regelmäßig zur Weißglut bringt.

Die Ansätze von Ubuntu sind streckenweise ganz gut. Die Scopes bieten eine willkommene Abwechslung zum standardmäßigen Einheitsbrei der mit Apps gepflasterten Homescreens bei Android und iOS. Allerdings müssen die Entwickler noch viel Zeit investieren, damit das Betriebssystem als ein solches bezeichnet werden darf. Es ist beinahe eine Frechheit, ein Handy mit einem solch desaströsen, funktionslosen und schlecht laufenden Betriebssystem zu verkaufen und dafür auch noch 200 Euro zu verlangen.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Aquaris E5 in der Ubuntu Edition keine Alternative zu einem Smartphone mit Android, iOS, Windows Phone, Blackberry oder selbst dem von Jolla stammendem Sailfish OS. Entweder Canoncial investiert und treibt die Entwicklung des OS an, oder begräbt das Projekt - was jedoch schade wäre.

Testsiegel BQ Aquaris E5 Ubuntu Edition

Pro

  • Viele innovative Ansätze im Betriebssystem
  • Gute Akkulaufzeit
  • Gutes Display

Contra

  • Miese Performance
  • Kaum Apps im Ubuntu Store
  • Unfertiges Betriebssystem

Preis/Leistung

Rund 200 Euro kostet das BQ Aquaris E5 in der Ubuntu Edition. Eindeutig zu viel, wenn man sich den Funktionsumfang ansieht. Insgesamt kann das Smartphone im Vergleich zu Android- oder Windows-Phone-Geräten in dieser Preiskategorie zu wenig.

Alternativen

Alternativen zum Aquaris E5 gibt es viele, jedoch keine einzige mit Ubuntu als Betriebssystem. Die Redaktion zeigt in der folgenden Galerie die Top 10 aktueller Smartphones für unter 200 Euro.

Top 10 Smartphones bis 200€

  • 1/10
    Motorola Moto G (2. Gen.)
    Bildquelle: motorola.de
  • 2/10
    Samsung Galaxy S4 Mini
    Bildquelle: samsung.com

Autor: Blasius Kawalkowski

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