Asus' wackeliger Angriff auf das Samsung Galaxy Note 3

Datum: 15.11.2013 | Wertung: 87% | Produkt: Asus Fonepad Note 6
Asus Fonepad Note 6 im Test

Ein Zwischending aus Smartphone und Tablet mit Stiftbedienung – viele dürften jetzt an Samsungs Galaxy Note-Serie denken. Aber auch Asus hat seit neuestem ein solches Gerät, das sich sogar den Namenszusatz mit den Samsung-Geräten teilt: das Fonepad Note 6. inside-handy.de hat getestet, was der 370-Euro-Hybrid zu bieten hat.

Verarbeitung und Design

Mit seinen Maßen von 164 x 88,8 x 10,3 Millimetern ist das Fonepad Note 6 eine wuchtige Erscheinung. Nimmt man das Gerät in die Hand, wird dieser Eindruck durch das stolze Gewicht von 210 Gramm unterstrichen. Optisch wird die Front von dem 6-Zoll-Display, einer silbernen Zierleiste und den beiden Lautsprechergittern dominiert, die ober- und unterhalb des Displays angebracht sind.

Beim Material setzt Asus auf herkömmlichen Kunststoff, die Rückseite ist glatt und dementsprechend anfällig für Fingerabdrücke. Auf den ersten Blick scheint die Verarbeitung recht ordentlich. Allerdings sitzt die Rückseite, obwohl sie nicht abgenommen werden kann, offenbar etwas locker. Je nachdem wie das Gerät angefasst wird, ist ein minimales Spiel zu spüren. Durch festeres Zupacken ist dem Fonepad Note 6 zudem ein leises Knarzen zu entlocken – eine echte Seltenheit bei heutigen Smartphones, vor allem wenn sie über keine abnehmbare Rückseite verfügen. Zudem könnte die längliche Klappe, die die Micro-SD- und Micro-SIM-Karten-Steckplätze verschließt, noch besser eingepasst sein. Ebenso nicht besonders schön ist, dass sie sich zumindest in dem weißen Gerät farblich minimal vom Rest des Gehäuses abhebt.

Asus Fonepad Note 6: Hands-On-Fotos

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    Das Asus Fonepad Note 6 im Test
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    Das Asus Fonepad Note 6 im Test

Die Bilder gibt es hier in voller Auflösung

Wertung: 3,5/5

Display

Wie bereits erwähnt misst das Display 6 Zoll in der Diagonale, damit gehört das Note 6 auch unter den Phablets zu den Größeren. Das IPS+ Display liefert Full-HD-Auflösung, also 1.080 x 1.920 Pixel. Auch auf der großen Fläche kommt so noch eine Pixeldichte von 367 ppi zusammen – zum Vergleich: Das Retina-Display des Apple iPhone 5S bringt es auf 326 ppi. Lange Rede, kurzer Sinn: Bilder, Texte und Videos werden vom Fonepad Note 6 gestochen scharf dargestellt.

Farben werden auf dem Display natürlich und kräftig wiedergegeben. Einziges, aber auch recht kleines Manko, ist die Blickwinkelstabilität. Kippt man das Fonepad ein wenig, wird das Bild recht schnell dunkel. Im Freien zeigen sich auf dem Display störende Reflexionen; auch wenn die Helligkeit eigentlich ausreichend wäre, wird das Ablesen so sehr schwer.

Asus Fonepad Note 6 Display

Display des Fonepad Note 6 aus zwei Perspektiven

Nach Empfinden des Testers war das Display im Automatik-Modus etwas zu schwach beleuchtet. Hier kann der Nutzer nach eigenem Geschmack manuell nachregeln.

Wertung 4,5/5

Ausstattung und Leistung

Anders als in den meisten anderen Smartphones kommt im Fonepad Note 6 kein auf ARM-Basis entwickelter Prozessor, sondern ein Intel Atom zum Einsatz. Dieser verfügt über zwei Kerne, die auf 2 GHz getaktet sind. An Arbeitsspeicher stehen dem Atom 2 GB zur Verfügung. Die Kombination sorgt für eine flotte Arbeitsgeschwindigkeit. Im AnTuTu-Benchmark kommt das Note 6 auf einen ordentlichen Wert von 20.783 Punkten.

Dementsprechend flüssig und reibungslos geht die Bedienung von der Hand, Apps starten schnell und ohne Ruckler. Aufwendigere Spiele wie Real Racing 3 laufen ohne Probleme. Die Wärmeentwicklung hält sich in Grenzen.

An internem Speicher verbaut Asus 16 GB, dem Nutzer stehen davon nicht ganz 10 GB zur freien Verfügung. Per Micro-SD-Karte kann der Speicher zusätzlich um bis zu 64 GB erweitert werden.

Die Sprachqualität wird sowohl auf Nutzerseite als auch vom Gesprächspartner als klar und deutlich empfunden. Die Freisprechfunktion liefert allerdings eine viel zu niedrige Lautstärke. Gespräche sind hiermit schon bei einem mäßigen Umgebungs-Geräuschpegel nicht mehr möglich.

Erwähnung sollte an dieser Stelle noch der Bedienstift finden, der im Gehäuse untergebracht ist. Wird er entfernt und längere Zeit nicht benutzt, macht das Note 6 seinen Besitzer darauf aufmerksam und gibt an, wann er zuletzt benutzt wurde – eine gute Funktion, um zu verhindern, dass der Stift irgendwo zurückgelassen wird. Falls dies doch passiert, weiß der Nutzer zumindest wann er zuletzt benutzt wurde und kann Rückschlüsse auf den Ort ziehen. Auf die genaue Funktionalität des Bedienstifts wird weiter unten im Abschnitt Software und Multimedia eingegangen.

Feature

Ja Nein Funktion

HSPA

X   Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 21 Mbit/s
HSPA+ X   Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 42 Mbit/s
LTE   Mobilfunkstandard, Down-max 100 Mbit/s
USB-OTG   Ermöglicht den Anschluss externer Geräte wie USB-Sticks, Festplatten oder Tastaturen
DLNA X   Standard zu kabellosen Übertragung von Medieninhalten, zum Beispiel auf einen Fernseher
NFC   Ermöglicht eine Bluetooth-Verbindung zu einem anderen Gerät durch kurzes Berühren
Miracast   Ermöglicht das kabellose Teilen der Anzeige mit einem anderem Gerät
MHL   Erlaubt die kabelgebundene Verbindung über die Micro-USB-Schnittstelle zu einem HDMI-Port
Infrarot-Fernbedienung    X Ermöglicht den Einsatz als Universal-Fernbedienung
Bluetooth-Version X   3.0
WLAN-Standards X   802.11 a/b/g/n

Wertung: 4,5/5

Kamera

Was die Auflösung anbelangt spielt die Kamera des Fonepard Note 6 mit ihren 8 Megapixeln in der Mittelklasse. Allerdings lassen die Aufnahmen doch etwas zu wünschen übrig: Aufnahmen im Freien erscheinen häufig etwas blass und in hellen Bildbereichen gehen schnell Details verloren. Bei Innenaufnahmen setzt hingegen schnell Bildrauschen ein.

Asus Fonepad Note 6: Kamera-Testfotos

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    Mit dem Asus Fonepad Note 6 gemachte Beispielaufnahmen
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    Mit dem Asus Fonepad Note 6 gemachte Beispielaufnahmen

Positiv fällt allerdings das Kamera-Menü auf. Die wichtigen manuellen Einstellungsmöglichkeiten sind schnell über das Zahnradsymbol aufrufbar und übersichtlich angeordnet. Die Auswahl der verschiedenen Szenen-Modi ist ebenfalls übersichtlich und erinnert sehr stark an die von Samsung auf den neueren Galaxy-Smartphones verwendete Übersicht.

Kamera-Einstellungen Asus Fonepad Note 6Kamera-Einstellungen des Fonepad Note 6

Videoaufnahmen hinterlassen einen sehr durchwachsenen Eindruck. Die Kamera reguliert die Helligkeit kontinuierlich stark und schießt dabei zumeist übers Ziel hinaus, wodurch sehr unruhige Aufnahmen entstehen. Zudem kommt es sowohl im Freien als auch in Innenräumen zu Rauschen in den Aufnahmen.

Wertung: 3,5/5

Software und Multimedia

Im Asus Fonepad Note 6 kommt Android 4.2.2 zum Einsatz. Die Benutzeroberfläche ist recht nah am puren Android gehalten. Eine Besonderheit stellen die Funktionen für den zum Smartphone gehörenden Bedienstift dar. Wird dieser aus dem Gehäuse gezogen, öffnet sich automatisch die Notiz-App SuperNote. Mit dieser können auf verschiedenen Vorlagen Notizen angelegt, oder bereits erstellte Notizen bearbeitet werden. Dabei kann ein Wort handschriftlich auf dem ganzen Display geschrieben werden, es wird von der App dann automatisch verkleinert in die jeweilige Zeile eingepasst. Eine Handschriftenerkennung ist ebenfalls vorhanden.

Des Weiteren erscheint am rechten Bildrand ein Stiftsymbol, wenn der Stift in Gebrauch ist. Dieses kann man nach rechts ziehen, wodurch ein Screenshot erstellt wird, den man dann mit Notizen versehen kann. Drückt man die auf dem Stift befindliche Taste lassen sich zudem Bereiche auf dem Display markieren und speichern.

Die Bedienung ist etwas beim Samsung Galaxy Note abgeguckt, allerdings mit viel weniger Funktionen. Das muss aber kein Nachteil sein. Die Funktionen, die das Fonepad Note 6 bietet, scheinen sinnvoll und der Nutzer wird nicht durch eine unüberschaubare Zahl von Funktionen überfordert, wie es bei der Note-Serie der Fall ist.

Zur Wiedergabe von Musik ist auf dem Fonepad Note 6 Play Music von Google vorinstalliert. Hiermit lassen sich nicht nur Lieder auf dem Gerät wiedergeben, es handelt sich gleichzeitig auch um einen Musik-Store, über den Lieder und Alben gekauft und heruntergeladen werden können. Play Music verfügt auch über einen Equalizer, tatsächlich wirkt sich dieser jedoch vor allem stark auf die Lautstärke aus, die bei aktiviertem Equalizer deutlich abnimmt.

Über die mitgelieferten Kopfhörer gibt das Note 6 einen dynamischen ausgeglichenen Klang ab. Eigentliches Highlight in Sachen Musik sind allerdings die Stereo-Lautsprecher auf der Smartphone-Vorderseite. Sie bieten nicht nur eine deftige Lautstärke sondern einen ansonsten von Smartphones ungewohnt voluminösen Klang. Ähnliches kennt man sonst nur von HTC One. Nur auf höchster Lautstärkestufe fangen die Lautsprecher an, dezent zu scheppern.

Aufgrund des großen und scharfen Displays machen insbesondere Spiele und Videos auf dem Fonepad Note 6 Spaß. Gerade bei Letzteren können wiederum die kräftigen Lautsprecher glänzen.

Wertung: 5/5

Akku

Ein großes Smartphone braucht auch einen großen Akku, denn das Display ist in der Regel der hungrigste Stromfresser. Im Fonepad Note 6 steckt eine Energiezelle mit 3.200 mAh. Belastet wurde diese im Test mit jeweils 30 Minuten Surfen, Spielen, Telefonieren, Musik-Streaming und Video-Streaming. Zudem waren WLAN und Bluetooth dauerhaft angeschaltet. Den Download größerer Datenmengen sowie die Aufnahme diverser Fotos und ein paar Videos musste der Akku ebenfalls über sich ergehen lassen. Nach 24 Stunden (inklusive Nacht im Standby) lag der Akku-Stand noch bei 25 Prozent – eher ein mittelmäßiger Wert. Über Nacht verbrauchte das Gerät 5 Prozent seiner Akku-Kapazität.

Allerdings stattet Asus das Fonepad Note 6 mit einer Energiesparfunktion aus, die standardmäßig aktiviert ist und für den Test deaktiviert wurde. Über die Energiespar-Optionen kann zum Beispiel ausgewählt werden, dass WLAN im Standby deaktiviert wird, wodurch sich die Akkulaufzeit merklich verlängern dürfte.

Wertung: 3,5/5

Fazit

Die technische Ausstattung des Note 6 kann mit Blick auf den moderaten Preis von etwa 350 Euro bis auf die Kamera überzeugen. Als Mulitmedia-Gerät prädestinieren das Fonepad das große und scharfe Display, das sowohl bei Filmen als auch Spielen Spaß macht, sowie die Stereolautsprecher. 

Unangenehm fällt das etwas klobige Gehäuse auf, das zudem leichte Mängel in der Verarbeitung aufweist, die sich durch leichtes Knarzen bemerkbar machen. Das Gerät fühlt sich dadurch insgesamt etwas instabiler an, als es wahrscheinlich ist.

Die Bedienung mit dem Stift funktioniert gut, bietet allerdings nicht den Funktionsumfang der Samsung-Galaxy-Note-Reihe. Dies muss allerdings kein Nachteil sein, denn die Funktionen die das Fonepad bietet erscheinen logisch und einfach. Wohingegen das Samsung Galaxy Note 3 mit einer unüberschaubaren Schar unterschiedlicher Funktionen aufwartet, in die sich der Nutzer erst einarbeiten muss.

Pro:Asus Fonepad Note 6 im Test

  • Scharfes Display
  • Stereolautsprecher
  • Einfache Notiz-Funktion

Contra:

  • Schlechte Kamera
  • Mittelmäßige Akkulaufzeit
  • Gehäuse knarzt

Alternativen

Wer ein großes Smartpone mit Stiftbedienung sucht, dem bietet sich neben dem Fonepad Note 6 nur die Samsung-Galaxy-Note-Reihe an. Diese bietet umfangreichere Notizfunktionen, die Modelle kosten allerdings auch mehr. Das neueste Modell Note 3 ist derzeit für etwa 600 Euro zu haben, für den Vorgänger Note 2 werden noch knapp 400 Euro fällig. Die Daten zum Asus Fonepad Note 6, Samsung Galaxy Note 3 und Note 2 gibt es hier im Vergleich.

Autor: Andreas Krambrich

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