Test des Apple iPhone 4 16GB

Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4 Test-Fazit

Sprachqualität & Empfang

Apple iPhone 4 16GBApple genoss in den vergangen Wochen einen unfreiwilligen Medienrummel. Grund hierfür, waren die nach dem Verkaufstart bekannt werdenden Antennen-Probleme. Berührt man das iPhone an einer bestimmten Stelle, kann dies zu einem Empfangsverlust bis hin zu einem Gesprächsabbruch führen. Schuld hierfür, ist das neue Antennendesign, welche Apple erstmals im iPhone 4 verwendet. Die Antenne für die Telefonie liegt mit der W-Lan-Antenne in dem Metallrahmen um das Gehäuse. Wenn man das Gerät beim Halten an der linken unteren Ecke berührt, entsteht eine Art Überbrückung zwischen der Telefonie- und der W-Lan-Antenne, wodurch der Empfang erheblich vermindert wird. Dies hat zur Folge, dass bei betreffenden Kunden die Balkenanzeige der Netzstärke von fünf auf bis zu null Balken abfallen konnte, wodurch im schlimmsten Fall das Gespräch abgebrochen wurde. Apple begründete dies zunächst mit einer falschen Berechnung der Netzanzeige, weshalb die Nutzer mehr Balken sahen, als ihnen eigentlich zur Verfügung standen und räumten ein, dass das iPhone an Empfangsleistung bei Berührung der besagten Stelle verliert. Sie veröffentlichten ein Software-Update, welches die Anzeige korrigiert. Dem Nutzer soll nun gar nicht erst ein voller Empfang angezeigt werden und das iPhone demnach auch keine bis zu fünf Balken verlieren. Allerdings ist dies nur kosmetischer Eingriff. Zunächst einmal muss man sagen, dass der Empfang grundsätzlich gut ist. Im Test ließ sich aber die Reduzierung des Empfangs ohne Probleme nachstellen, sobald der Finger oder die Hand die linke untere Seite verdeckt. Dies ist allerdings nur dann problematisch, wenn man das Gerät beim normalen Gebrauch auch so hält bzw. seine Finger so platziert, dass der Bereich verdeckt ist. Im Test wurde das iPhone bei diversen Testgesprächen versehentlich genau an der empfindlichen Stelle länger Zeit berührt, sodass während des Telefonates nur noch ein oder gar kein Balken mehr vorhanden war. Der Gesprächspartner versteht dann nur noch Satzbrocken bis hin zum kompletten Abbruch. Sobald man den Finger wegnimmt oder das Gerät im Gespräch anders hält, funktioniert die Telefonie wieder tadellos. Es muss also jeder selbst testen, wie er das iPhone beim Telefonieren berührt, um festzustellen, ob es zu Problemen kommt. Hält man das Gerät „richtig“, gibt es an dem Empfang nichts auszusetzen. Wenngleich man das Problem auch nicht wegdiskutieren kann. So ein Szenario ist bei Tests aktueller Geräte der letzten Monate in diesem Umfang nicht aufgefallen.

Die Sprachqualität ist sehr gut und die Stimme hat einen sauberen und voluminösen Klang. Auch in lauter Umgebung kann die Lautstärke in mehreren Stufen angepasst werden, so dass eine Kommunikation problemlos möglich ist. Die Ausgabe über die Freisprecheinrichtung kann indes nicht überzeugen. Zwar kann sie ziemlich laut gestellt werden, allerdings ist dies dann durch einen unsauberen und leicht verzerrten Klang begleitet. Der Akku des iPhone liefert laut Hersteller eine Gesprächszeit von bis zu 14 Stunden im GSM-Netz und bis zu sieben Stunden im UMTS-Netz. Bei der Standyby-Zeit unterscheidet Apple nicht bezüglich des Netzstandards und gibt eine Laufzeit von 300 Stunden an. Im Test musste das iPhone nach drei 20-minütigen Gesprächen, aktiviertem E-Mail-Push, ständig aktivem W-Lan, ca. drei Stunden Internet-Nutzung und gut zwei Stunden spielen nach knapp 20 Stunden wie an der Steckdose.

Der SAR-Wert liegt laut Apple bei maximal 0.93 W/kg.

 

Display & Kamera

Apple iPhone 4 16GBEine der vielen Neuerungen ist das IPS-LCD-Display. Anders als namenhafte Konkurrenten, setzt Apple nicht auf ein OLED-Display, sondern verwendet weiterhin einen LCD-Bildschirm. Die IPS-Technologie sorgt indes für einen höheren Kontrast und Leuchtkraft als herkömmliche LCDs. Im direkten Vergleich mit Samsungs Super-Amoled fällt kaum ein Unterschied auf. Beide Display-Arten sind hell und haben eine sehr gute Sättigung. Auch ist mit beiden das Ablesen bei direkter Sonneneinstrahlung problemlos möglich. Einziger Vorteil der OLED-Technologie ist seine stromsparendere Eigenschaft gegenüber LCDs. Das 3,5 Zoll große Display des iPhone 4 löst mit 960 x 640 Pixeln bei 326 Pixel pro Inch auf. Da dies mehr ist, als das menschliche Auge wahrnehmen kann, gab Apple dem Display den Namen „Retina“, was so viel wie „Netzhaut“ bedeutet. Hier zeigt sich mal wieder, dass Apple stets bemüht ist, besser zu sein als die Konkurrenz. In Sachen Auflösung und Pixeldichte ist ihnen das durchaus gelungen. Dennoch stellt sich die Sinn-Frage. Braucht es ein Display mit so einer hohen Auflösung auf einem verhältnismäßig kleinen Display?

Das Retina-Display ist über allen Zweifel erhaben und gestochen scharf. Selbst auf bei maximaler Vergrößerung von Texten oder Internetseiten, lässt sich bei den Buchstaben keine Treppchenbildung erkennen. Beim normalen Gebrauch fällt das Mehr an Pixeln bei kleinerem Display im Vergleich zum Samsung Galaxy S - dem wohl schärfsten Konkurrenten im Moment für das iPhone - nicht auf. Das iPhone 4 verfügt über diverse Display-Sensoren. Ein Lagesensor dreht die Anzeige in die gewünschte Position. Dies macht es allerdings mit einer kleinen Verzögerung. Der Helligkeitssensor passt die Helligkeit an die bestehenden Lichtverhältnisse an und der Annäherungssensor schaltet das Display ab, sobald das Handy an das Ohr gehalten wird. Als erstes Handy auf dem Markt ist das iPhone mit einem Kreiselsensor ausgestattet, dem Gyroskop. Dieser ermöglicht es den Entwicklern Spiele zu entwerfen, in denen die Bewegung um die eigene Achse eine Rolle spielt. Somit können zukünftige Applikationen nicht mehr nur die Steuerung per Neigesensor (rechts, links, vorne, hinten Kippen) nutzen, sondern auch eine Bewegung des iPhones um die eigene Achse.

Die fünf Megapixel-Kamera des iPhone verfügt über Touch-Autofokus sowie einem Foto- und Videolicht. Gestartet wird die Kamera über das entsprechende Icon auf dem Bildschirm und ist innerhalb von zwei Sekunden einsatzbereit. Einstellungen gibt es so gut wie keine. In der linken oberen Ecke befindet das Symbol zum Wechsel zwischen der vorderen oder der hinteren Kamera. Links unten wird das LED-Licht gesteuert. Dies kann entweder immer eingeschaltet, automatisch geregelt oder ausgeschaltet werden. An der rechten Displayseite sitzt mittig der Auslöser. Darüber liegt der Button zum Wechseln in den Videomodus und rechts unten wird die Galerie gestartet. Mittels des Touch-Autofokus wird der scharfzustellende Bereich auf dem Display berührt. Für das Fokussieren benötigt das iPhone etwas mehr als eine Sekunde. Nahezu ohne Verzögerung wird das Bild geschossen und in der Galerie gespeichert, so dass die Kamera nach einer Sekunde wieder für das nächste Bild bereit ist.

Apple iPhone 4 16GBApple verwendet im iPhone eine neue Art von Kamerasensor und reagiert somit auf ein vorherrschendes Problem der kleinen Alleskönner. Bei guten Lichtverhältnissen lassen sich mit den meisten Handys brauchbare Abzüge für das Fotoalbum erstellen. Lediglich bei schlechtem Licht stoßen die Handykameras aufgrund der kleinen Größe ihrer Sensoren und Linsen an ihre Grenzen. Um dem entgegen zu wirken, setzen viele Hersteller auf eine Erhöhung der ISO-Werte des Sensors. Leider ist dies immer begleitet mit einer Verschlechterung der Bilder durch Signalstörungen, das sogenannte Bildrauschen, welches sich meist in dunklen Bereichen durch grüne oder rote Punkte zeigt. Die Brauchbarkeit fürs Fotoalbum erhöht sich dadurch nur bedingt, weil gute oder helle Bilder lassen sich damit nicht erzielen – zumindest nicht auf den Handys. Apple geht einen anderen Weg und verwendet einen sogenannten rückwärts-belichteten Sensor (backside illuminated sensor). Bei diesem liegt die lichtempfindliche Sensorschicht oberhalb der sonstigen Sensorbauteile. Somit kann mehr Licht ungehindert auf den kleinen Sensor fallen. Die BSI-Sensoren verzeichnen eine bis zu 30 Prozent höhere Lichtempfindlichkeit als herkömmliche Sensoren. Dadurch reduziert sich die Verwacklungsunschärfe und brauchbare Bilder sind auch bei relativ wenig Licht möglich.

Bei guten Lichtverhältnissen kann die Kamera komplett überzeugen. Die Bilder haben eine sehr gute Sättigung und liefern knackige Farben. Sie sind hell und weisen eine gute Dynamik und Grundschärfe auf. Bei Tageslichtaufnahmen mit schattigen Bereichen, stößt die Kamera zuweilen an ihre Grenzen. Grund hierfür, ist der zu geringe Kontrastumfang und die von Apple verwendete Matrix-Belichtungsmessung. Fotografiert man ein Objekt welches im Schatten liegt, so wird dieses selbst mit manuell platziertem Fokus nicht vollkommen korrekt ausgeleuchtet, sobald der Helligkeitsanteil im Bild bei über 50 Prozent liegt. Die Belichtungsmessung nimmt den hellen Bereich als Referenz, was dazu führt, dass das Objekt im Schatten nicht ordentlich belichtet wird. Hier hätte Apple gerne eine Auswahl der Belichtungsmessung integrieren dürfen, welche dem Nutzer die Wahl zwischen Spot- oder Matrixmessung ermöglicht.

Bei Bildern mit wenig Licht spielt der BSI-Sensor seine Vorteile gegenüber herkömmliche Sensoren im vollen Umfang aus und ermöglicht so noch akzeptable Schnappschüsse. Ein Problem bleibt indes bestehen: Auch bei dem BSI-Sensor erhöht sich das Bildrauschen, je weniger Licht vorhanden ist. Apple setzt dagegen eine ziemlich aggressive Berechnung der Rauschunterdrückung ein. Das vermindert zwar das sichtbare Bildrauschen (gegenüber anderen Geräten – bei diesen ist es meist um einiges höher), kostet aber auch Bilddetails und Kantenschärfe, da die Rauschunterdrückung in den meisten Fällen das Bild weicher macht, um die störenden Fragmente auf ein Minimum zu reduzieren. Dies führt bei einer Vergrößerung der Bilder zu einem einzigen Pixelmatsch. Feine Strukturen und Kanten gehen verloren. Und so lassen sich für die Bilder maximal eine Schnappschussqualität bescheinigen. Aber: Das Problem des Bildrauschens ist bei Handys allgegenwertig und somit schneidet das iPhone hier nicht schlechter ab als andere Geräte. Im Gegenteil. Durch den BSI-Sensor lassen sich noch bei wenig Licht Schnappschüsse erstellen, wo andere Handys längst ihren Dienst quittieren würden.

Videos werden in HD-Auflösung mit 720p aufgenommen. Wie auch bei den Bilder gibt es keine Einstellungsmöglichkeiten, bis auf das zuschaltbare Videolicht. Auf dem iPhone betrachtet sind die Videos scharf und kontrastreich. Zwischen hellen und dunklen Bereichen vermag die Kamera sehr schnell zu unterscheiden und findet die richtige Belichtung. Auf dem PC-Monitor betrachtet fallen minimale Mikro-Ruckler auf. Diese Ruckler entstehen durch geringe Verluste von den aufgenommenen Bilder pro Sekunde und ist bei jedem HD-Kamera-Handy zu beobachten. Diese Ruckler sind allerdings nicht sonderlich störend.

 
 

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24.09.2011, 20:06 Uhr
Tach [Gast]
Einmal Iphone immer Iphone ist einfach so... SUPER GERÄTE
Bin schon AUF das 5er gespannt...

10.09.2011, 12:14 Uhr
Gast [Gast]
Lern erst mal zu schreiben!
25.08.2011, 1:05 Uhr
fdisk [Gast]
Bin seit Jahren überzeugter iPhone-Nutzer. Ist einfach ein super Gerät. Mag sein, dass es vieles von dem, was die neuen Android-Phones können, nicht kann. Aber das will ich auch nicht. Ich möchte ein gut funktionierendes Telefon. Sauber verarbeitet soll es auch sein. Und da geht nun mal nix über ein iPhone. Und mal ehrlich...es ist einfach nur...[mehr] geil, zu lesen, wie die, welche keines haben, darüber ablästern. Und erzählt mir jetzt Nichts von wegen "Prestige und so" - schaut euch die Preise für aktuelle Samsung oder LG-Geräte an. Wesentlich teurer als das iPhone. Und kommen mir trotzdem nicht an's Ohr. :D
15.07.2011, 20:08 Uhr
matthias [Gast]
was mich beim iphone ärgert ist das man die simkarte zerschneiden muss. wenn ich danach wieder auf samsung oder ähnliches umsteige muss ich mir eine neue simkarte holen. was ziemlich umstädlich ist; vor allem wenn man viele nummern eingespeichert hat.
14.05.2011, 17:08 Uhr
Silvio Härtel [Gast]
Die größten iPhone 4 Schwächen: Daten können nicht über Bluetooth versendet oder empfangen werden, ein MP3 als Klingelton kann man nur umständlich in iTunes einstellen und nicht direkt am Handy, es gibt keine empfehlenswerte kostenlose Navisoftware, die Kamera kann nicht mal Schwarz-Weiß oder Sepia Bilder machen, Bilder können nicht ohne zu...[mehr]sätzliche App bearbeitet werden, Bildtelefonie (Facetime) funktioniert nur über Wlan und nur mit anderen iPhone 4, das Handy kann nicht ohne Weiteres als Massenspeicher verwendet werden. Ohne Jailbreak ist das iPhone 4 nicht empfehlenswert !
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