Test des amplicom PowerTel M6000

Einführung

Test-Datum: 25.08.2010
Software Version: Eigenentwicklung
Testversion mit Branding: nein
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amplicom PowerTel M6000

Der Markt für technische Geräte, welche sich aufgrund ihrer Größe und einfachen Bedienung vornehmlich an die ältere Generation richten, wächst stetig. Die Zeiten, in denen Seniorenhandys nur große Knochen und ohne Liebe zum Detail waren, scheinen vorbei. Auch die Generation 50plus legt Wert auf ansehnliche Geräte und den ein oder anderen Komfort. Mit dem Powertel M6000 will Amplicom genau diese Ansprüche erfüllen. Ob sich das Handy wirklich als täglicher Begleiter eignet, verrät der Testbericht auf inside-handy.de.

Verpackung & Lieferumfang

Das Handy wird in einer recht kleinen weiß-grauen Verpackung geliefert. Neben den Bildern des Handys selbst, erinnern die auf jeder Seite aufgedruckten Ausstattungsmerkmale eher an ein Werbeprospekt. Weniger wäre hier sicherlich mehr gewesen, denn die vielen Zahlen und Texte wirken recht aufdringlich und nicht sonderlich seniorenfreundlich. Der Inhalt beschränkt sich auf das Wesentliche. So findet man das Handy nebst Akku und Ladekabel. Eine ausführliche Bedienungsanleitung und eine Tisch-Ladestation runden den Lieferumfang ab.

amplicom PowerTel M6000

 

Verarbeitung & Handhabung

amplicom PowerTel M6000

Um den Akkudeckel zu entfernen, wird dieser mit dem Finger nach unten geschoben und löst sich so aus seiner Arretierung. Die SIM-Karte wird unter dem Akku in den vorbestimmten Slot eingeschoben und der Akku eingesetzt. Um den Akkudeckel wieder auf dem Gerät zu befestigen, benötigt man ein wenig Kraft. Denn so einfach wie dieser entfernt werden kann, lässt er sich nicht wieder zuschieben. Hierfür muss man den Deckel erst nach unten drücken, bevor die Arretierung einrastet.

amplicom PowerTel M6000Das 129 x 51 x 17 Millimeter große Powertel M6000 besteht komplett aus Kunststoff. Die Vorder-und die Rückseite sind matt-schwarz, während die Tasten auf der Vorderseite glänzend gehalten sind. Mit einem Gewicht von 101 Gramm ist es weder zu schwer, noch zu leicht und liegt ausgewogen in der Hand. Die Verarbeitung ist soweit in Ordnung. Ab und an lässt sich ein leises Knacken oder Knarzen dem Gerät zu entlocken. Der haptische Eindruck ist trotz Kunststoff durchaus positiv. Durch die stumpfe Oberfläche liegt es gut in der Hand, so dass ein versehentliches Herunterfallen ausgeschlossen werden kann. Lediglich der Tastenblock ist leicht rutschig, was aber dem positiven Gesamteindruck kein Abbruch tut.

Da es sich um ein Seniorenhandy handelt, fallen die Anschlüsse sehr knapp aus. Auf der linken Seite befindet sich die ungeschützte Öffnung für das Ladekabel. Dem gegenüber liegt der, mit einer Gummiabdeckung versehene, 3,5-Millimeter-Kopfhöreranschluss und die Lautstärkewippe. Am unteren Ende liegen die Stromkontakte für die Ladeschale und an der Stirnseite kann ein Trageband befestigt werden. Auf der Rückseite wurde der Lautsprecher für die Freisprecheinrichtung und den Alarmton eingelassen. Dieser ist durch ein Metallgitter geschützt. Darunter befindet sich der Schiebeschalter für den SOS-Notruf.

amplicom PowerTel M6000Unter dem Display gibt es drei Kurzwahltasten für den schnellen Zugriff auf die wichtigsten Nummern. Zwischen den extra großen Tasten für das Anrufmanagement, welche gleichzeitig im Menü jeweils für die Navigation nach rechts und links zuständig sind, liegen die Pfeiltasten für die Menüsteuerung, um nach oben und nach unten zu navigieren. Zudem sind die beiden Tasten mit Schnellzugriffen versehen, welche abgeändert werden können. Darunter wurde eine klassische 3x4-Tastatur verbaut. Alle Tasten sind einzeln voneinander getrennt angeordnet, welche so eine ausreichende Größe haben, um die Bediendung für ältere Menschen zu erleichtern. Der Druckpunkt ist kurz und die Eingabe wird mit einem leisen Knacken bestätigt. Die Tastaturbeleuchtung ist über die komplette Fläche gleichmäßig hell.

Sprachqualität & Empfang

Die Sprachqualität des Tri-Band-Gerätes wurde im E-Plus-Netz getestet. Leider kann der Anspruch an eine saubere und klare Sprachausgabe nicht wirklich erfüllt werden. Schon auf mittlerer Lautstärke sind leichte Verzerrungen bei „s“-Lauten zu vernehmen, welche sich auf maximale Stufe verstärken. Zudem ist ein Summen im Hintergrund zu hören. Die Ausgabe über die Freisprecheinrichtung kann zwar mit der maximalen Lautstärke punkten (ca. 30 dB), jedoch wird diese durch ein starkes Übersteuern nahezu unbrauchbar. Gerade älteren Menschen, sind auf eine klare und unverzerrte Ausgabe angewiesen, welche sich auf Festnetzniveau bewegt. Hier kann das M6000 nicht punkten. Der Empfang ist jedoch sehr gut. Der Hersteller gibt eine Standby-Zeit von neun Tagen an. Die Gesprächszeit beläuft sich auf 2,5 Stunden. Erfreulich ist der geringe SAR-Wert von lediglich 0,422 W/Kg.

Display & Kamera

amplicom PowerTel M6000Das zwei Zoll große LCD-Display löst mit 176x220 Pixeln auf und kann bis zu 65.000 Farben darstellen. Aufgrund der geringen Auflösung sie die einzelnen Bildpunkte sichtbar. Dennoch ist die Anzeige hell und farbenfroh und reicht für die vorhandenen Funktionen aus. Auch unter freiem Himmel lässt sich noch alles gut auf dem Display erkennen. Nur bei direkter Sonneneinstrahlung wird es gewohnt schwer, das Display richtig abzulesen. Es stehen vier verschiedenen Displayhelligkeiten zur Auswahl, welche manuell festgelegt werden, genauso wie die Abschaltzeit des Displays. Mit den beiden Farbthemen in Blau und Weiß, sowie den zwölf verschiedenen Hintergrundbildern, lässt sich die Anzeige nach eigenen Wunsch verändern.

OS & Bedienung

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Das Menü ist in klasserischer Listen-Ansicht aufgebaut und in der ersten Ebene sehr überschaubar gestaltet. So finden sich lediglich die Punkte Mitteilungen, Anrufcenter, Telefonbuch, Einstellungen, Profile und Extras. Im Anrufmanagement erhält man die Übersicht über verpasste, getätigte und empfangene Anrufe. Zudem wird die Anrufdauer und - bei einer getätigten Einstellung - auch die aufgelaufenen Kosten angezeigt. In den Telefoneinstellungen erhält man Zugriff auf Sicherheitsoptionen, wie die automatische Tastensperre oder die Telefonsperre. Es lässt sich ebenso die Tonhöhe zwischen Normal, Nieder- und Hochfrequenz wählen. Unter Extras befinden sich der Kalender, der Wecker, ein Taschenrechner und die Bluetooth-Funktion. Insgesamt fallen die oft sehr vielen Klicks negativ auf, welche man für diverse Einstellungen tätigen muss. So verliert man schnell den Überblick. Dies ist wenig intuitiv und hätte vom Hersteller einfacher gelöst werden können.

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Mit drei Klicks landet man in der Eingabemaske für SMS-Nachrichten. Alternativ kann das Verfassen einer Nachricht auf eine der beiden Funktionstasten gelegt werden. Die Eingabe erfolgt mittels mehrmaligen Tastendrucks. Ein Wörterbuch, welche anhand der getätigten Eingabe die Wörter erkennt und diese automatisch vervollständigt, gibt es nicht. Dies würde das Verfassen von Texten für ungeübte jedoch vereinfachen und beschleunigen. Über die Sterntaste sind diverse Sonderzeichen aufrufbar. Zudem verfügt das Seniorenhandy über die Funktion von zusammenhängenden SMS. Um die Nachricht zu senden, benötigt es leider mehr als einen Klick. Wer die Nachricht zudem an mehrere Empfänger senden möchte, muss mindestens sechs Mal die Eingabe bestätigen. 

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Hardware & Verbindungsmöglichkeiten

Das Gerät verfügt über Bluetooth als Verbindungsmöglichkeit. Ein Datenaustausch per Datenkabel ist nicht vorgesehen. Es unterstützt die Dienste für das Freisprechprofil, um das Gerät mit der Freisprecheinrichtung im Auto zu verbinden, das Headset-Profil, für die Nutzung eines kabellosen Headsets und die Serielle Bluetooth-Verbindung (SPP).

Multimedia & Organizer

Einen wirklichen Organizer findet man im M6000 nicht. Es ist lediglich ein Kalender welcher in Monatsansicht dargestellt wird. Termine können nicht hinterlegt werden. Ebenso wenig wie Erinnerungen. Dies ist schade, denn so hätte man sich an den nächsten Arztbesuch, den Geburtstag der Enkel oder an die Einnahme bestimmter Medikamente erinnern lassen können. Der Kalender verfügt nur über die Funktion, zu einem bestimmten Datum wechseln zu können. Dafür lassen sich fünf verschiedene Weckzeiten definieren. Hier wäre allerdings eine Notizfunktion sinnvoll gewesen. Insgesamt lassen sich sieben verschiedenen Ton-Profile auswählen und auch bearbeiten. Eine Ein- und Ausschaltfunktion, welche zeitlich gesteuert das Telefon startet oder abschaltet, kann ebenso aktiviert werden. Der integrierte Taschenrechner beherrscht die Grundrechenarten.

Die Hauptfunktion des Gerätes ist die SOS-Notruffunktion, um im Fall der Fälle, Hilfe herbei holen zu können. Hierfür reicht es aus, den Schiebeschalter auf der Rückseite des Handys nach oben zu bewegen. Es ertönt ein sehr lauter Alarmton, welcher die Umgebung auf seine prekäre Situation aufmerksam macht. Nach ca. fünf Sekunden wird automatisch eine der vorher definierten fünf Nummern aus dem Telefonbuch angerufen. Nimmt der Angerufene das Gespräch an und wählt auf seinem Telefon die Taste 0, schaltet das M6000 in den Freisprechmodus. Es ist nicht nötig, das Gerät dabei in der Hand halten zu müssen. Hierbei empfiehlt es sich, im Vorfeld die Funktion der kurzen Sprachnotiz zu nutzen. Man nimmt einen Text auf, in dem man erklärt, wer man ist und dass der Angerufene doch bitte die 0 drücken soll. So weiß derjenige sofort, um wen es geht und was zu tun ist, um mit der hilfesuchenden Person zu sprechen. 

amplicom PowerTel M6000
amplicom PowerTel M6000
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Ist die erste Nummer besetzt oder geht niemand ran, wählt das Handy selbständig die zweite hinterlegte Nummer, dann die dritte und so weiter. Alternativ lässt sich auch eine Callcenter-Nummer hinterlegen, um sich zum Beispiel gleich mit der Notrufzentrale verbinden zu lassen. Hierfür ist allerdings ein Aussagekräftiger Ansagetext von Vorteil. Neben der Funktion per SOS-Schiebeschalter, kann auch mittels des integrierten Sturzsensors ein Notruf abgesetzt werden. Das Handy erkennt, wenn die Person hinfällt und ruft ohne die Betätigung des Schiebeschalters, die hinterlegten Nummern von Verwandten oder die Notrufzentrale an. Die Empfindlichkeit des Sensors lässt sich in zwei Stufen regeln und reagierte im Test sehr gut und zuverlässig. Lässt man versehentlich das Handy fallen oder war der Sturz nicht schlimm, kann das Absenden Notrufes auch unterbrochen werden. Hierfür reicht es aus, den SOS-Schalter einmal nach oben und wieder nach unten zu bewegen.

 

Fazit

amplicom PowerTel M6000

Das Powertel M6000 von Amplicom ist ein Handy mit einem ordentlichem Funktionsumfang. Die großen Tasten und die gut lesbare Schrift, sorgen für eine gute und einfache Bedienung. Das Design ist ansprechend und erinnert an ein kabelloses Festnetztelefon. Dank der Ladeschale, muss nicht ständig der kleine Stecker vom Ladekabel an das Gerät angeschlossen werden. Praktisch, hilfreich und vor allem funktionell zeigt sich der SOS-Notruf, welcher sehr gut seinen Dienst verrichtet. Nicht überzeugen konnte im Test die Sprachqualität und die teils zu vielen benötigten Klicks im Menü. Für einen Preis von knapp 80 Euro, ist das M6000 aber auf jeden Fall einen näheren Blick wert.

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